40 Teelöffel Zucker täglich

Krankmachender Selbstversuch eines Australiers mit 40 Teelöffel Zucker täglich
Im Dokumentarfilm „Voll verzuckert. That Sugar Film“ nimmt der Australier Damon Gameau gut zwei Monate lang täglich soviel Zucker zu sich, wie der Durchschnittsamerikaner: Also umgerechnet etwa 40 Teelöffel, also 160 Gramm Zucker. Zuvor gesund wird Gameau zunehmend krank, wie der Film zeigt.

Sein Zuckerkonsum erfolgt „in als gesund beworbenen Produkten“: Cerealien, Müsliriegel und Fruchtsäfte – Süßigkeiten. Auf Eis und Cola greift er nicht zu. Zwei Monate danach hat der vorher schlanke und sportliche Gameau zehn Kilogramm an Gewicht zugenommen, miese Blutwerte und eine Fettleber.

Der Film zeigt, dass der Wunschgedanke „fettarmes Essen sei gesund“ zu einem irregeleiteten Konsum führt. Demnach hatten Lebenmitteltechniker beim Verzehr dafür Zucker eingesetzt um ein „Glücksgefühl“ zu erzeugen. Nach Fettentfernung aus Produkten musste dieses durch mehr Kalorien ersetzt werden.

http://derstandard.at/2000024407895/Voll-verzuckert-Zucker-ist-um-nichts-besser-als-Fett
Um nichts weniger schockierend ist Gameaus Besuch bei Menschen, die Zucker im extremen Übermaß gewohnt sind: In Barbourville, Kentucky hinterließ der Cola-Krieg der 1970er-Jahre die deutlichsten Spuren. Praktisch jeder trinkt hier „Mountain Dew“, eine Limonade von Pepsi, die noch mehr Zucker und Koffein als normales Cola enthält – selbst Kleinkindern wird es hier schon im Fläschchen verabreicht, heißt es.

Mit fatalen Folgen: Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hier weit verbreitet, insbesondere aber Karies. Am augenscheinlichsten wird das am Gebiss des 17-jährigen Larry, dem noch die letzten Zähne wegen chronischer Entzündung und fortgeschrittener Karies gezogen werden müssen – vor laufender Kamera, die den Zahnarztbesuch aus nächster Nähe viel zu deutlich zeigt. „Mountain Dew“ will der Teenager übrigens weiterhin trinken.

Kein amerikanisches Problem

Wer meint, übertriebener Zuckerkonsum sei ein ausschließlich amerikanisches Problem, der irrt: In Deutschland werden 131 Gramm pro Kopf und Tag verzehrt. Anders als in „Super Size Me“ sind die im Film konsumierten Mengen also tatsächlich aus dem Leben gegriffen – und die Folgen umso erschreckender.

„Voll verzuckert“ ist gut recherchiert, präsentiert die Argumente der Gegenseite und lässt auch einen Vertreter der Industrie zu Wort kommen. Ausgewogenheit gelingt dem Film dennoch nicht, das ist aber auch gar nicht sein Ziel. Die Botschaft lautet „Zucker ist böse“ – und kommt an, auch wenn sie bisweilen überstrapaziert wird. Sehenswert bleibt der Film trotzdem.

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