„Man muss mit den Karten leben, die Gott einem zugeteilt hat.“

Nach dem Frühstück spreche ich einen jungen Mann an, der ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft trägt.

Ich sage ihm: „Hör zu, was du wissen solltest: Ein Mann, der dieses Trikot einmal getragen hat, hat sich vor Kurzem geoutet.“

Er: „Really?“ Ich erzähle ihm die Geschichte von Thomas Hitzlsperger, schreibe ihm dessen Namen auf, damit er ihn googeln kann. Er fragt mich, ob ich glaube, dass das hier funktioniert.

„Wenn jemand wirklich nicht schwul leben will, kann ihm das hier vielleicht helfen“, sage ich.

„Aber man bleibt schwul?“

Puh. „Man wird weiter auf Männer stehen. Aber man muss nicht schwul leben. Wichtig ist: Man darf sein Ich nicht verleugnen. Wenn man merkt, dass man innerlich kaputtgeht, wenn man seine Sehnsucht nach Zärtlichkeit nicht auslebt, dann…

Er unterbricht: „Man muss mit den Karten leben, die Gott einem zugeteilt hat.“

So ist es.

★★★

Sonntag 16 Uhr. Es ist vorbei. Ich bin frei. Und will nur weg.

Bin ich noch schwul? Kleiner Test am Flughafen: Wen finde ich sexier, den Pizza-Verkäufer oder das Mädchen bei Starbucks? Eindeutig ihn.

Alles in Ordnung also.

★★★

Zurück zu Hause. Ich habe meinen Ehemann vermisst. Vor allem das sich gegenseitige Zuhören. Gemeinsame Dinge unternehmen.

Warum denken alle bei Schwulsein eigentlich immer nur an Sex? Heteros denken doch auch nicht nur an das eine.

Und überhaupt: Sollte man Menschen nicht selbst überlassen, wie sie leben wollen? Aber das heißt wohl auch: Man darf auch Menschen nicht verurteilen, die ihr Schwulsein nicht ausleben wollen, die sich „heilen“ lassen wollen.

Ich bin jedenfalls weiter schwul. Aber ich bin froh, dass ich in diesem seltsamen Camp war. Ich habe etwas über meine Vorurteile gelernt. Und über mich. Und über das Leben.

http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/homosexualitaet/kann-eine-therapie-aus-einem-homo-einen-hetero-machen-40967558.bild.html?wt_eid=2143349590000260453&wt_t=2144628498300429828

Dichter Staub liegt über der afghanischen Hauptstadt, als wir Schleuser Bashir (38) ein paar Kilometer außerhalb des Zentrums in einem abgelegenen Café treffen.

„Alle wollen nach Deutschland, wirklich alle. Bereitet euch auf sehr viele weitere Flüchtlinge vor“, sagt er.

Die Afghanen wollen weg, weil sie Angst vor den Anschlägen der Taliban haben, die auf dem Vormarsch sind, zuletzt Teile von Kundus erobert haben. Aber auch deshalb weg, weil die Wirtschaft in Afghanistan weiter am Boden liegt und die Lage jedes Jahr noch schlechter wird.

Es gibt viele Wege von Afghanistan nach Deutschland, Bashir kennt sie alle, hat damit hunderttausende Euro verdient.

http://www.bild.de/bild-plus/politik/ausland/fluechtlingskrise/wir-wollen-nach-deutschland-weil-43214184,var=b.bild.html

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