Burn-out Burn-out

Burn-out

Modekrankheit. Hat ja wohl jeder 80-Wochenstunden-Manager. Gehört fast zum guten Ton. Betont die eigene Wichtigkeit. Die sollten sich einfach mal zusammenreißen…

So denken Sie genauso lange, bis es Sie selbst erwischt. Bis Sie merken… müssen, dass Burn-out nicht einfach Überforderung ist. Gehetztes Leben. Verzweifelt wirre Gedanken. Sondern das Burn-out tatsächlich das tiefe schwarze Loch ist, von dem Betroffene manchmal sprechen. Da stecken Sie dann drin. Und da gibt es kein Entkommen. Da gibt es keine frommen Wünsche. Da gibt es kein Zusammenreißen. Da sind Sie… ziemlich hilflos.

Darf ich´s Ihnen erklären? Unter der Überschrift „Burn-out ist messbar“ hatten Sie einmal gelesen, dass man bei diesen Patienten regelmäßig findet:

  • Zu hohes Stresshormon Cortisol
  • Zu hohe Titer nach Mononukleose (EB-Virus)
  • Massive Defizite im Aminogramm

Tatsächlich ist Burn-out zunächst nur der dritte Punkt. Und der wird in aller Regel in Deutschland nicht gemessen. In kaum einer Arztpraxis. Und wenn, braucht man zur Interpretation einige Erfahrung. Wenn nämlich Aminosäuren fehlen, also die Grundsubstanz Ihrer Existenz, die Bausteine jeglicher Körperstruktur, auch der Hormone (!!!), haben Sie nämlich in Wahrheit einen

    Burn-out des Körpers.

Viel schlimmer als Ihr empfundener Burn-out. Wenn der Körper nicht mehr kann, nicht mehr mag, versagt, heißt das ja normalerweise… tot. Zumindest schwerkrank. Und genau das ist das Empfinden Ihres Körpers in diesem Moment. Dass unter diesen Aminosäuren zwei mental wirksame sind, nämlich Phenylalanin, Vorstufe von Dopamin, Ihrem Antriebshormon, sowie Tryptophan, Vorstufe von Serotonin, Ihrem Glückshormon, erzeugt dann Ihr subjektives Empfinden: Auch die Seele kann nicht mehr. Stimmt. Gleichzeitig haben Sie also auch einen

    Burn-out der Seele.

Wie viel schlimmer kann es dann noch kommen? Ich nenne das die absolute Hölle. Und genau das empfinden wirkliche Burn-out Patienten. Die nur selten von ihrem Umfeld wirklich verstanden werden. Wie auch?

Der Auslöser? Nun: So falsch kann man gar nicht essen, dass plötzlich alle Aminosäuren fehlen. Oder? Denk ich jetzt ganz heimlich und wirklich ohne böse Hintergedanken an Veganer. War meine Frau viele Jahre. Bis sie auf 36 kg abgemagert mir beinahe weggestorben wäre. Sie rühren mir also mit Ihrem oft hochnäsigen hingeworfenen: „Ich bin ein Veganer“ an einem sehr empfindlichen Punkt…

Nein, nein: In der Regel ist dieser dramatische Mangel an Aminosäuren Folge von zu lang anhaltendem Stress. Wer weiß das? Na, zum Beispiel ich. Nach meinen Operationen. Stress hieß bei mir unerträglicher Schmerz. Tag und Nacht. Monate, Jahre. Sie ahnen, wie dann mein Aminogramm aussah. So hab auch ich erst gelernt.

Also findet man bei Burn-out Patienten eben das erhöhte Stresshormon Cortisol. Moment. Wenn das alles so leicht wäre. Nach lang genug Dauerstress erschöpft sich die Cortisol-Produktion. Plötzlich ist der Wert sogar auffällig tief. Und wenn man sich nicht auskennt, lobt man den Patienten wegen des „erfreulich tiefen Stresshormones“. Pustekuchen.

Dass dann häufig hohe Titer nach Mononukleose, also dem Epstein-Barr-Virus auftauchen, ist überhaupt kein Wunder. Der ist ja nur ein Parameter. Ein Fingerzeig. Der sagt mir ja nur: Das Immunsystem ist völlig kaputt. Jedes Virus – besonders das häufigste EBV – hat jetzt freie Bahn. Diese Messung ist nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Burn-out verstanden? Ein tief greifendes Geschehen. Natürlich heilbar, wenn man sich auskennt. Einfacher Stressabbau ist im Prinzip schon richtig. Nur… bis dann der Körper sich erholt, bis sich die Aminosäuren auffüllen (hat bei mir Monate gedauert), bis die Titer nach Mononukleose wirklich fallen (hat bei Roger Federer 12 Monate gedauert)… da wart´st lang, wie wir Bayer sagen. Der kenntnisreiche Arzt weiß um die Aminosäuren. Und füllt rasch und gezielt auf.

Aminosäuren. Eiweiß. Protein. Die Griechen wussten´s schon: Proteo heißt: Ich stehe an erster Stelle.

Von der deutschen Medizin heute noch nicht verstanden. Muss ich halt noch ein paar Jahrzehnte Bücher schreiben.

Angst: Alles im Griff

Artikel #791 vom 27.06.2016

Auf einer ganzen Seite gibt der Spiegel einem Klinikdirektor die Möglichkeit, Menschen zu erreichen. Ein Thema, die Angst, hervorzuheben, zu erläutern und – dafür ist er laut Eid da – den Menschen auch zu helfen.

Ich spreche von Professor Dr. Frank Schneider, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum in Aachen. Im Spiegel 22/2016 Seite 74.

Wo sehr übersichtlich und sehr klar und sehr einfühlsam über Angst gesprochen wird. Berichtet wird, dass 55% der Deutschen „angstvoll in die Zukunft“ blicken.

Darüber berichtet wird, dass in Deutschland im Verlauf eines Jahres gut ein Viertel aller 18 bis 79-jährigen an einer psychischen Erkrankung litten. Dass am häufigsten die Angststörung sei. Die rund 10 Millionen Deutsche beträfe.

So weit, so gut.

Und dann nutzt Prof. Schneider die halbe Spiegel-Seite zur Demonstration eines Falles. Eines Patienten. Der in die Klinik kam nach dem Paris-Attentat. Seither glaubt der, dass auch er Opfer einer solchen Attacke werden würde. Glaubt fest daran und leidet. Festgestellt wird:

  • Dass der Patient gesund aussah.
  • Dass sein EKG stimmt, das Blut stimmte, die Schilddrüsenfunktion stimmte, auch keine Lungenschwäche oder Schizophrenie oder Verfolgungswahn vorläge.
  • Dass er aber verzweifelt und hoffnungslos sei.

Was tut so ein riesiges, renommiertes Institut mit Klinikchef, Oberärzten, Assistenzärzten, eine Küche, eine Wäscherei, einem Labor… Na was wohl: Das hilft. Dafür ist es ja gebaut und bezahlt. Vom Staat. Also gut.

  • Die Ärzte schlugen eine kognitive Verhaltenstherapie, 10 bis 12 Sitzungen, jeweils 20 bis 40 Minuten vor.
  • Der Mann lehnte die Therapie ab und ging.
  • „Vor zwei Wochen hat einer der Ärzte telefoniert: Der Mann fürchtet sich immer noch vor dem Anschlag.

Will sagen: Ihm wurde nicht geholfen. Knallhart. Ihm konnte nicht geholfen werden, weil er die Therapie nicht mitmachte. Das rührt am Grundverständnis meines Berufes: Sollte ich als Arzt nicht in der Lage sein, mein Hilfsangebot, mein Wissen, meine jahrzehntelange Ausbildung einsetzten zu können, um einen Patienten zur Therapie zu bewegen? Prof. Schneider jedenfalls konnte es nicht. Und plaudert lächelnd (Foto) darüber.

Weshalb haben hier alle versagt? Erinnert so peinlich an Lubitz.

Besonders beunruhigt mich, dass auf einer ganzen Spiegelseite dokumentiert wird: Die absolute Resignation. Das Leid auf der einen Seite, die Nichthilfe auf der anderen. Sollte das typisch sein? Weshalb sonst wird darüber geschrieben? Weshalb hat Prof. Schneider nicht eine erfolgreiche Heilung beschrieben?

Gibt es keine?

Auf der Internetseite http://www.drstrunz.de sind solche erfolgreiche Heilungen im Dutzend dokumentiert. Die Seite ist offiziell gesperrt. Da macht man sich so seine Gedanken.

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http://www.drstrunz.de/aktuelles/2016/06/20160627_Angst_Alles_im_Griff.php

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