immer so Heißhunger auf Süßes!

Heißhunger

Beklagen Sie mir gegenüber oft genug mit einem schüchternen Lächeln: „Herr Doktor, ich hab immer so Heißhunger auf Süßes!“. Nicht wissend, dass ich auf diesen Satz geradezu warte. Weil ich mich selbst natürlich wieder erkenne. Hatte ich auch. Viele Jahre.

Bis ich einmal ein Lehrbuch für Biochemie aufgeschlagen habe (danke, Töchterlein!). Und fand, dass dieser Heißhunger reguliert wird von Serotonin. In unserer Sprache von Tryptophan. Und das bekommen Sie rezeptfrei in jeder Apotheke. Thema erledigt.

Jaaa… aber wenn ich dauernd Hunger habe? Auf alles? Was dann? Da haben Sie Recht. Dann wird Tryptophan zu schwach sein. Nur: Was Sie dann tun sollten, hatte ich Ihnen bereits am 06.05.2009 mitgeteilt. 7 Jahre her. Also längst wieder vergessen. Darf ich noch einmal?

Frühstücke wie ein König, heißt es. Bedeutet: Hau rein! Kohlenhydrate (Müsli!) sind also am Morgen unerlässlich.

So hat man Sie erzogen. Und so sieht Deutschland aus. Das fetteste Land Europas. Prof. Andrews von der Universität Melbourne hat da eine ganz andere Sicht. Ist halt ein Wissenschaftler. Der hat nämlich bewiesen dass

„Zucker und andere Kohlenhydrate die Zellen zur Appetitkontrolle im Gehirn schneller sterben lassen. Die Folgen sind mehr Hunger und Übergewicht“.

Er erklärt uns recht anschaulich, dass bei leerem Magen das Hormon Ghrelin dem Gehirn „Hunger“ signalisiert. Wenn dann genügend in den Magen gefüllt wurde, kommen Nervenzellen, Gehirnzellen mit dem Namen POMC ins Spiel. Sie signalisieren dann dem Körper das Sättigungsgefühl. Und genau diese Stopp-Zellen im Gehirn werden – auf dem Umweg über freie Radikale – von Zucker und Kohlenhydraten zerstört. So Prof. Andrews. Ein Wissenschaftler.

Wir in Deutschland haben dagegen Ernährungsexperten. Die uns seit über 50 Jahren mit so lustigen, wenn auch leider folgenschweren Märchen vom gehaltvollen, kohlenhydratreichen Frühstück unterhalten.

Liebe Freunde: Aufwachen!

Ein Gedanke zu “immer so Heißhunger auf Süßes!

  1. Welche Ernährungsweise empfiehlt denn der Herr Andrew dann ? Ich habe im Lauf meiner gesundheitsfördernden pflegerischen Aufklärungsstudien mittlerweile so viele unterschiedliche Sichtweisen kennengelernt, so dass ich keiner „Vorgabe“ von einem Wissenschaftler mehr folgen möchte. Mein ehemaliger Chef einer naturheilkundlichen Klinik gab auf Fragen der Patienten, die unbedingt wissen wollten, was denn nun das Beste fur sie sei an Ernährung, folgende Antwort: Machen Sie zweimal im Jahr ein kurzes Heilfasten, 5 Tage lang, lernen Sie Techniken die sie ihren Körper besser wahrnehmen lassen, und dann horchen sie in sich hinein bevor sie etwas essen, ob es wirklich das ist oder ob nicht eher ein anderes Bedürfnis danach ruft gestillt zu werden…..
    Das gefiel mir sehr gut und danach handle ich jetzt meist 🙂

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