Depressionen können kommen und gehen

Verrutschte Körpermoleküle

25.03.2017

Können Sie mit diesem seltsamen Begriff etwas angefangen? Falls nein: Meine Grundvorstellung von Krankheit. Ich stelle mir den Menschen ganz, ganz schlicht und einfach vor. Ein wohlgestaltetes Häuflein von Atomen, von Molekülen. Das war´s auch schon.

Lassen wir die Seele mal außen vor.

Die letzte Bemerkung war eine ganz entscheidende. Lassen Sie sie wirklich mal außen vor, die Seele. Kümmern Sie sich erst, zu allererst um die Körpermoleküle. Dazu ein paar Gedanken aus dem neuen Büchlein „Neue Wege der Heilung“:

Depressionen können kommen und gehen. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens einmal in das schwarze Loch der Depression zu fallen, liegt laut Deutscher Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) bei 16 bis 20 Prozent.

Zwischen dem Jahr 2000 und 2010 hat sich die Zahl der Menschen verdoppelt, die wegen einer  Depression in die Klinik mussten (Barmer-GEK). Passend dazu hat sich auch die Zahl der verschriebenen Antidepressiva verdoppelt. Was ist da los? Darüber sind sich die Experten nicht einig. Die einen sehen den täglichen Selbstoptimierungswahnsinn und den hohen Erfolgsdruck unserer Zeit als Grund. Die anderen vermuten, dass Ärzte und Patienten heute einfach häufiger zu dieser Art von Diagnose kommen: Depression. Lieber noch Burn-out, das klingt heldenhafter, nicht so nach Krankheit, eher nach „Tank leer“.

Molekularmediziner sehen einen Grund in den aktuellen Ernährungsmoden: Strenger Vegetarismus, streng vegane Ernährung führen in vielen Fällen eben doch zu einem gravierenden Mangel an Eiweiß, an Omega 3, an Eisen und lebenswichtigen Vitaminen. Und zu einem zu hohen Verbrauch von vermeintlich „guten“ (fast könnte man sagen „lieben“) Kohlenhydraten in Pasta, Pizza und Co. Beides – der wirklich gravierende Vitalstoffmangel und die vielen Kohlenhydrate – führen in die Depression.

Grund dafür ist gerade NICHT, dass die Seele irgendwie aus dem Gleichgewicht geraten ist. Deshalb helfen auch Yoga, Erleuchtungsseminare und Verhaltenstherapie nicht. Falscher Hebel! Der Seele geht es eigentlich gut – oft sind lediglich die Körpermoleküle verrutscht. Geben wir dem Körper zurück, was er dringend braucht, kommt auch das Glück zurück. Wenn in Kliniken Lithium verschrieben wird, steht genau dieser Gedanke dahinter. Lithium! Eine sehr richtige Idee.

Heißt bei uns ganz praktisch Heppinger oder Fachinger…

Bei allem Verständnis dafür, dass auch die Seele Zuspruch braucht: Zuerst kommt knallharte Molekularmedizin. Das heißt Blutwerte in Ordnung bringen. Wenn die Blutwerte wieder stimmen, stimmt auch der Mensch. Das ist die Basis. Für die Seele tun wir gerne auch noch etwas. Gerne auch parallel. Immer zusätzlich. Aber nie ausschließlich.

Frage: Was tun wir denn zusätzlich für die Seele? Außerhalb der Körperchemie? Nun – wir tun eben gerade nicht das, was Sie soeben vermuten. Wir sind Selbstversorger. Selbst verantwortlich. Wir nehmen unser Leben selbst in die Hand.

Heißt praktisch: Wir nehmen unsere Beine in die Hand. Wir laufen los. Wörtlich. Jetzt. Eine Minute. Morgen zwei Minuten. Irgendwann 30 Minuten.

Und lernen beim Laufen wieder das… in sich lauschen. Das zu sich selbst finden. Später, mit Übung, auch das innerliche Abschalten, meditieren.

Klappt. Klappt dann, wenn die Blutwerte stimmen. Leider eine unabdingbare Voraussetzung.

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