Beschwerden im Darm

Nur ein Reizdarm

Artikel #860 vom 17.04.2017

Der Reizdarm, das Colon irritabile, war wohl die häufigste Diagnose in meiner Zeit an der medizinischen Universitätsklinik Erlangen. Viele von Ihnen leiden daran. Wie man zu solch einer Diagnose kommt? Einfach:

  • Sie haben Bauchschmerzen, unregelmäßigen Stuhlgang, Blähungen.
  • Dummerweise ist Blutbild, Ultraschall, Gastroskopie, Koloskopie völlig unauffällig.

Also hat man Ihnen – höflich – gesagt: Ihr Darm spinnt. Und hat versucht ihn zu beruhigen. Hat meines Wissens in tausenden von Fällen nie geklappt. Aber nun ja… das ist Schulmedizin.

Lassen wir doch einmal eine Patientin zu Wort kommen, nur um das Problem – und dann die Lösung! – einzukreisen:

  • Blähungen, starkes Aufstoßen
  • Druck und Völlegefühl
  • sehr starke Druckempfindlichkeit, sensible Bauchnerven
  • sehr starke Darmmotorik (Mit Hand spürbar und deutlich hörbar)
  • sehr häufig Schlafunterbrechungen durch Bauchschmerzen
  • in den Morgenstunden bis zu 3x Stuhlgang (Konsistenz oft flockig und hell), immer verbunden mit Bauchkrämpfen davor, Unwohlsein und körperlicher Schwäche danach, seltener Verstopfung
  • Wahrnehmung eines Wundgefühls, das Gefühl als scheuert „etwas“ von innen an meiner Bauchwand, besonders spürbar in der Bewegung
  • manchmal brennendem Schmerz mehr im Oberbauch

Im Lauf der Jahre nahmen Intensität und Dauer der schmerzhaften Schübe stetig zu bis hin zu Dauerbauchschmerz über mehrere Wochen.

Das also war „nur ein Reizdarm“, wie an der Universitätsklinik formuliert. Das „nur“ sollte man kurz bedenken. Und was wurde in diesem Fall getan?

Medikamente Schmerztherapie Präparate/Infusionen
Pantoprazol, Omeprazol
Iberogast/Gastrovegetalin
Pangrol 25000
Duspatal 135 mg
Abdomilon
Ardeycholan/Ardeyhapan
Gallen und Lebertherapeutika)
Legalon
Dekistrol 20000 I.E.
Lefax
Carmenthin (Pfefferminz- und Kümmelöl)
Myrrhinil-Intest
Kamille/Myrrhe/Kaffee-Kohle)
Buscopan plus (Zäpfchen Tabletten), Naproxen
Novalgin (Novaminsulfon-Tropfen), tlw. kombiniert
mit Tramadol-Tropfen
MCP-Tropfen (vom Markt)
Paveriwern-Tropfen (WS: Schlafmohn)
Opipramol
Amitriptylin-neuraxpharm
Prednisolon 50/25mg
Procain-Basen-Infusion
Plexus coelias GI D 15
Chamomilla Cupro culta
Dectum D 3 (Tropfen)
Spascupreel
Digestodoron
sehr komplexe hömöopathische Mittel
Eigenblutbehandlung

Geholfen hat leider nichts. Die Patientin wurde selbstverständlich immer mehr zur Medizinerin. Hat sich genau beobachtet:

  • kein direkter unmittelbarer Zusammenhang von Nahrungsaufnahme
  • kein Zusammenhang mit Stressfaktoren und psychischer Belastung
  • keine Besserung durch glutenfreie Kost

Was Sie hier lesen, findet sich häufig, sehr häufig in Deutschland. Abhilfe? Keine. Natürlich nicht. Anzubieten hätte ich zwei Gedanken:

  • Beschwerden im Darm müssen (!!) mit der Ernährung zusammenhängen. Es gibt ein Nahrungsmittel, dass stets und immer von jedem vertragen wird: Man selbst. Wenn Sie den menschlichen Körper verzehren würden, hätten Sie keine Schwierigkeiten. Heißt übersetzt: Fleisch.
    Ich muss Ihnen von den entsprechenden Experimenten, von den fleischfressenden Völkern jetzt nichts erzählen. Sie könnten ja testen. Erinnern darf ich an eine bekannte Persönlichkeit, die täglich rohe Leber isst. Aus gutem Grund!
  • Denken Sie an die Neurologin Dr. Shetreat-Klein. Wir haben unsere Nahrung kaputt gemacht. Wir essen täglich Antibiotika, chemische Zusatzstoffe, Insektenvertilgungsmittel usw. Und wundern uns über kaputte Därme.
    Meine Erkenntnis: Gibt man den Körper alle nötigen Moleküle, baut er auch die Darmschleimhaut neu auf. So habe ich Wunderheilung schon nach einfachem Omega 3, 6g täglich, erlebt.

Spannend! Wenn wir in diesem Fall helfen könnten…!

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Der sechsmalige IRONMAN-Weltmeister

17.04.2017

…Mark Allen sprach kürzlich über seine Ernährung. Mark Allen ist einer meiner Heroen. Er hat 1989 in einem Titanen-Kampf (angeblich der dramatischste sportliche Wettkampf aller Zeiten) den damaligen sechsfachen Weltmeister Dave Scott, den Sagenumwitterten, entthront. Diesen Wettkampf durfte ich damals live miterleben. Genau 3 km vor dem Ziel, als der eine den anderen schlussendlich abhängte.

Mark Allen hat für sein nachweislich Höchstleistungsessen den Begriff

GELÜSTEBASIERT
geschaffen. Sagt eigentlich alles. Wörtlich:

    „Ich habe gelüstebasiert gegessen und zwar Lebensmittel, die das lieferten, was ich gerade zu brauchen schien, anstatt zu versuchen, einem Plan zu folgen.“ Und weiter geht’s:

„Wie hat sich diese Ernährungsweise entwickelt?

      Ich habe 1982 mit Triathlon angefangen, einer Zeit, als eine der am weitesten verbreiteten Ernährungslehren auf eine Kohlenhydratzufuhr, wenig Eiweiß und noch weniger Fett pochte. Ich habe das

genau einen Tag lang

      ausprobiert und wusste, dass mein Körper etwas ganz anderes brauchte. Er verlangte nach

Protein

    . Er verlangte nach guten Fetten, Lachs und Nahrungsmitteln mit hoher Energiedichte und vielen Ballaststoffen. Mein Frühstück bestand nicht aus einem Pfannkuchen. Er konnte ein Teil davon sein, aber als Basis mussten Eier, Tortillas, Avocado und Bohnen her.
    Dieser Ansatz hat für mich gut funktioniert. Ich schien weniger als meine Profi-Kollegen zu essen, die sich bei den Haupt-Nahrungsquellen, von denen sich die Menschheit seit Jahrhunderten ernährte, stark einschränkten. Ich vermied es aber auch, Produkte zu essen, die ich als „Geschmacksbetrüger“ bezeichne, da sie schlicht leere Kalorien waren. Sie schmeckten toll, aber lieferten keine Energie, sondern nahmen nur wertvollen Platz in meinem Magen ein. Ein „Geschmacksbetrüger“ ist zum Beispiel eine Tüte Chips mit Barbecue-Geschmack. Echter Geschmack entsteht durch natürliche Gewürze, zum Beispiel bei einer hausgemachten Soße oder bei roten Linsen mit Currypulver, geschnittenem Sellerie und Tomaten.

Ganz offensichtlich hat Mark Allen viel über das Essen nachgedacht. Weil ein sechsfacher Weltmeister, noch dazu auf der Langdistanz (über 8 Stunden) oft genug in Not gerät und so im Laufe der Jahre ein außerordentlich exaktes Körpergefühl entwickelt. Wir Normalmenschen können da gar nicht mitreden. Besonders eingängig auch die folgenden Gedanken:

    „Hunger entsteht, wenn wir Makronährstoffe, also Proteine, Fette und Kohlenhydrate brauchen. Und auch, wenn wir Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente brauchen, diese komplexen Bestandteile natürlicher Nahrung, die nur sehr schwer künstlich herzustellen sind. Wenn beide in jeder Mahlzeit steckten, brauchte ich nicht viel zu essen, um satt zu sein. Wenn etwas, nach dem mein Körper verlangte, nicht in einer Mahlzeit steckte, konnte ich essen so viel ich wollte, ich würde mich nicht satt fühlen und einfach immer weiter essen.“

Erklärt zwanglos, weshalb nicht nur die USA, sondern auch Deutschland immer dicker wird. Da nützt gutes Zureden gar nicht. Der Körper hat eingebaute, hochempfindliche Messgeräte, die uns befehlen, so lange zu essen, bis z.B. genügend Phosphor oder genügend Magnesium oder genügend Tryptophan angekommen ist. Und wenn Sie „leere“ Nahrung zu sich nehmen, wie Sie sie in jedem Kaufhaus bekommen, dann essen Sie und essen Sie und essen Sie… Resultat? Gucken Sie sich Ihren Nachbarn an. Oder fliegen Sie mal Air Berlin. Ich kann es nicht mehr.

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