weshalb wir weinen

Weshalb wir weinen.

11.06.2017

Bitte erlauben Sie mir noch einen dritten Gedanken – nach gestern und vorgestern –, ausgeliehen von einer fremden Kultur. Natürlich könnte ich das auch auf dem Fachgebiet Medizin. Da ist der Osten uns ein paar tausend Jahre voraus. Der schafft das Ganze ohne Chemotherapie. Genauso übrigens – hochmodern, aktuell, in meinem Garten zu besichtigen – jedes Reh. Auch ein Säugetier. Auch ein Geschöpf Gottes. Wie die ohne Betablocker und Chemotherapie überleben… ist jedem schulmedizinischem Professor ein ewiges Rätsel, wie ich weiß.

Aber zurück. Soeben habe ich gelernt, weshalb wir weinen. Ein völlig anderer gedanklicher Ansatz. Natürlich. Da wurde tausend Jahre länger nachgedacht. Mit folgendem Resultat:

„Zum Thema Wiedergeburt: Du sitzt auf einem prächtigen Balkon, den Sternenhimmel über Dir, und es klingt fast schon unerträglich schöne Musik, als plötzlich etwas Schreckliches passiert: Der magische Wohlklang zerbirst in grobe Kakophonie.

Was ist los? Stirbst Du? Nun, man könnte es so ausdrücken. Dieses furchtbare Geräusch ist der erste Schrei von einem Baby – von Dir.

Du bist in einem menschlichen Körper hineingeboren worden, der mit jedem kleinsten Vergehen aus dem vorhergehenden Leben verbunden ist, und jetzt musst Du die nächsten siebzig Jahre damit zubringen, Dir mühsam den Weg zurück zu der göttlichen Musik zu suchen.

Kein Wunder, dass wir weinen.“

Gedanken, mir so fremd wie den meisten von Ihnen. Kann meine unvergleichliche kleine Frau nur lächeln. Seit 37 Jahren bleibt mir tagtäglich nur die Feststellung, dass die mir schon immer überlegen war.

Ganz im Ernst.

Quelle: John Burdett „Bangkok Tattoo“

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