Kirsche und Ingwer

Orange Ingwer

27.07.2017

Hoch über dem Gardasee, am Westufer, liegt ein Swimmingpool. Ein Überlaufpool. Gebaut von der Familie, welcher Air Dolomiti gehört. Die haben wohl einmal vom Flugzeug aus diese schönste Stelle am Gardasee erkundet und gekauft.

Natürlich haben die um den Pool ein paar Umkleideräume hingestellt. Ein kleines, schickes Restaurant. Dann ein paar Suiten aus Holz und Glas, noch ein Restaurant und noch ein Gourmet-Restaurant. Also ein kleines, feines Hotel.

Der Witz ist: Von der Badewanne aus sehen Sie von oben über den Gardasee. Unbeschreiblich. Noch schöner: Am Pool, ganz zentral, liegt der Fitnessraum. Beim täglichen Work-out können Sie die Pool-Oberfläche und den dahinter liegenden endlosen Gardasee nicht mehr unterscheiden. Die gehen ineinander über.

Zauberisch. Mich hat dieses Bild für immer gefangen. Jetzt wissen Sie, wo mein Mountainbike steht. Hoch über dem Gardasee.

Natürlich kommt man ins Gespräch mit dem Koch. Unausweichlich. Meine geheime Vorliebe für Eis hat der schnell herausgefunden. Nur…..Eis ist äh bä. Zucker. Also hat er mir ein zuckerfreies kreiert mit für mich neuem Geschmack, nämlich

Kirsche und Ingwer

Orange und Ingwer

von dem ich – auch hier bin ich neurotisch – vor, mitten und nach dem Essen, sagen wir mal, koste. Die Wahrheit sieht ein bisschen anders aus.

Zum endlosen Gekichere und Amüsement meiner kleinen Frau. Bei der Gelegenheit: Wissen Sie eigentlich, wie das ist, wenn man geliebt wird? Ernsthaft – spürbar – täglich? Dann wissen Sie, dass ich ein wahrhaft privilegierter Mensch bin. Ich kann nur Danke sagen. Wem auch immer.

Soeben haben Sie erfahren, wem Sie Ihren morgendlichen Wunder-Shake verdanken. Mit der absonderlichen Geschmacksrichtung

Orange-Ingwer

Der steht nämlich soeben vor mir. Gleich nicht mehr.

 STEVIA

 

Für viele von Ihnen die Lösung. Ein Wundermittel. Künstliche Süße aus der Natur. Aber eben kein Zucker. Ach, wenn Sie wüssten…!

Stevia hat mich schon vor 16 Jahren fasziniert. Das isses! Hatte ich gedacht. Eiweißpulver mit Stevia. Magnesium mit Stevia. Denn auf das „süß“ wollten Sie (ja, Sie, liebe Leserinnen und Leser) wie auch ich natürlich nicht verzichten.

Unvergesslich. Damals durfte ich Manager von Haribo (außer Thomas Gottschalk; der hat´s mit no carb geschafft), Manager also zum Laufen bringen. Hat geklappt. Die waren begeistert. Haben mir zugehört. Und da kam ich mit Stevia. Gummibärchen ohne Kariesgefahr für die Kinder. Hat jedem sofort eingeleuchtet.

Was glauben Sie, was dieser Milliardenkonzern damals alles angestellt und investiert hat, um Zucker durch Stevia zu ersetzen. Will sagen: Da sitzen hochanständige, bemühte, schwer arbeitende Menschen. Die auch Kinder haben. Nur: Hat nicht geklappt. Aus vielen, vielen Gründen nicht geklappt.

Weshalb?

Na gucken Sie doch zum Beispiel mal auf einen noch größeren Konzern. Coca-Cola. Bringt soeben Cola „Life” heraus. Mit Stevia. Nix aufgefallen? Nur ein Drittel des Zuckers ersetzt. Aus gutem, gutem Grund. Liegt allein schon am Eigengeschmack von Stevia. Unangenehm.

Liegt dann an den niedrigen ADI-Wert, der die gesundheitlich unbedenkliche maximale Tageshöchstdosis von Lebensmittelzusatzstoffen festlegt.

Fazit auch für mich: Stevia ist Fortschritt. Ein Schritt in die richtige Richtung. Aber eben nur ein Schritt, noch lange nicht die Lösung. Wahrscheinlich haben viele von ihnen längst den richtigen Ausweg gefunden: Den eigenen Geschmack verändern. Wenn man lang genug auf „süß“ verzichtet, mag man es auch nicht mehr.

Dann ist süß – eine Handvoll Beeren selten im Jahr – nur noch die wunderherrliche Ausnahme. Wie bei unseren Vorfahren.

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