Statine. Da wäscht eine Hand die andere.

Medizin gegen Naturwissenschaft

12.09.2017

Ziehen wir einen Vergleich. Mit vorhersehbarem, typischem Ergebnis.

  • Medizin rät und rätselt. Ist im Mittelalter stehengeblieben.
  • Naturwissenschaft weiss. Prägt unser 21. Jahrhundert.

 

Was jetzt kommt, ist nur erheiternd und findet auf höchster medizinischer Ebene statt, der

EUROPEAN ATHEROSKLEROSIS SOCIETY

 

Die hat ein Consensuspanel gegründet. Hat also die besten Professoren versammelt. Hat denen eine Frage gestellt und eine Antwort erwartet:

Ist LDL-Cholesterin schuld am Herzinfarkt?

 

Schwierig. Denn wie diese Mediziner (ich betone ausdrücklich: keine Wissenschaftler!) natürlich ganz genau wissen, kann man zwar bei Patienten hohes LDL-Cholesterin messen und auch den Herzinfarkt prompt konstatieren, aber das ist eben nur eine

Korrelation

 

Das ist einfach kein Beweis. Also ist zunächst die Behauptung, Cholesterin sei schuld am Herzinfarkt, nur „übliches Geschwätz“.

Weshalb das Geschwätz plötzlich, 2017, so wichtig wird? Weil die gesamte Statin-Industrie mit ca. 10 Milliarden Euro Umsatz dahintersteckt. Die will diese Frage unbedingt mit JA beantwortet haben. Wieder einmal. Um dann anschließend triumphierend „Die Lösung“ zu präsentieren, nämlich

Das Statin.

 

Also hat sich das Consensuspanel der European Atherosklerosis Society (klingt das nicht furchtbar wichtig?) zusammengesetzt und hat über 200 Studien mit über 2 Millionen Teilnehmern ausgewertet. Kommt doch tatsächlich 2017 zum Ergebnis

Ja, LDL-Cholesterin macht Herzinfarkt

 

Und zwar deshalb, weil man den Herzinfarkt dosisabhängig vom erhöhten Cholesterin beobachten kann, weil man ihn auch zeitabhängig registriert. Und dieser Verlauf überzeuge dann. Das ist wirklich nicht das Problem.

Das PROBLEM?

Ist der klägliche, typische medizinische mittelalterliche Zugang. Man versucht verzweifelt, aus in Wirklichkeit nur Korrelationen Sicherheit zu filtrieren. Dabei hätte man das gar nicht nötig. Schon 1973 hab ich zuschauen dürfen in der Pathologie Erlangen. Wie jeder unserer Herzinfarktpatienten auseinandergenommen wurde. Wie aus den Herzkranzgefäßen die Gefäßverschlüsse, die Ablagerungen gekratzt wurden. Und die wurden dann chemisch analysiert. Und was glauben Sie, was man da immer und in jedem Fall, also zu 100 % gefunden hat?

  • LDL- Cholesterin
  • Lipoprotein (a)

 

Beide fast das Gleiche. Und sonst wirklich nichts. Das ist der Naturwissenschaftliche Beweis, dass LDL-Cholesterin für einen Herzinfarkt nötig ist. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Nur: Uns Naturwissenschaftlern, die wir hin fassen, hingucken, chemisch analysieren ist das jetzt 44 Jahre bekannt. Eindeutig. LDL-Cholesterin ist notwendig, aber nicht hinreichend.

  • Heißt übersetzt: Ohne LDL-Cholesterin, ohne Lipoprotein (a), gibt es keinen Herzinfarkt. Beweist uns die chinesische Landbevölkerung, beweisen uns die Naturvölker, was Professor Leaf, Harvard University, längst bewiesen hat.
  • Sind aber nicht hinreichend für den Herzinfarkt. 95% von Ihnen laufen mit diesen schädlichen Fetten im Blut herum und erleben nie etwas Böses. Da muss eben erst etwas dazu kommen. Das macht die ganze Cholesterin Story so ein bisschen komplizierter. Für viele, wie ich lese, sogar zu kompliziert. Die fassen diesen Zusammenhang nicht.
  • Wenn die Blutgefäße innen nicht aufgeraut, angekratzt, verletzt sind, kann nichts passieren. Es muss also erst die Verletzung der Innenseite der Blutgefäße vorliegen (Entzündung, Stress, freie Radikale…. Sie kennen sich aus).

 

Also noch einmal, weil so wichtig. Cholesterin ist notwendig für den Herzinfarkt. Nur: Das reicht nicht. Es gibt die Mehrheit der Bevölkerung mit zu viel LDL-Cholesterin ohne Infarkt. Da gehören also entscheidend andere Faktoren dazu. Und wenn Sie diese „anderen Faktoren“ in den Griff bekommen, gibt es eben keinen Infarkt, ohne Statin! Die Arbeit der Society suggeriert und die Pharmaindustrie lügt gerade heraus, dass jetzt nur die Statine helfen würden.

Der ganze Vorgang ist mir so widerwärtig, so verlogen, so durchsichtig und gleichzeitig so überwältigend: Wir einzelnen kleinen Ärzte, die wir dieses Spiel längst durchschauen, haben keine Chance gegen solche Society´s. Denn hinter denen steht die Pharmaindustrie. Stecken die Statine. Da wäscht eine Hand die andere. Man bräuchte ja nur einmal nachfragen, welche der Professoren von der Pharmaindustrie unterstützt, gesponsert, bezahlt werden. Im Falle von Psychiatern, die die neuen Richtlinien aufgestellt haben, Richtlinien, die sich auf Medikamente stützen, waren das immerhin mehr als die Hälfte der Professoren. (News vom 15.02.2012) Und hier?

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