Verleihen wir dem Schmerz einen Sinn

„Verleihen wir dem Schmerz einen Sinn, können wir ihn ebenfalls besser ertragen. (…)

Ebenso verhält es sich mit den gelegentlich recht heftigen Beschwerden und Schmerzen, die ein Sportler beim Training in Kauf nimmt. Er akzeptiert den Schmerz, weil er ihn dem Ziel, die Leistung zu steigern, unterordnet.“

In seinem Buch „Weisheit“ ein Gedicht von Patrul Rinpoche „Der einzige Geschmack“:

(…) Doch wenn der Fuchs unnötig dem beißenden, eisigen Nordwind ausgesetzt ist,

Ist für ihn der Moment gekommen, seinen Bau aufzusuchen.“

So wie es zwei Arten Ängste gibt, gute und böse Angst, gibt es auch zwei Arten Schmerz. Den Schmerz den wir nutzen können, und der Schmerz der uns übermannen kann. Gut.

Plus: wir hören jetzt auch auf die Wissenschaft. Zum Beispiel auf Prof. Lisa Feldman Barrett. Einer der führenden Forscher in Sachen Gehirn und Emotion. Hat ein wunderbares Buch verfasst „How emotions are made.“.

In ihrer Publikation „The theory of constructed emotion: an active inference account of interoception and categorization” von 2017 schreibt sie, dass Schmerz und Emotionen zwei Seiten einer Medaille sind, und nicht zwei trennbare Phänomene die sich gegenseitig beeinflussten.

Meine Generation, 1987 Baujahr, wurde seit der Grundschule mit Schuldgefühlen gefüttert. Mit Nachkriegsliteratur. Autoren die gerne mit „B“ beginnen. Das Brot. Nachts schlafen die Ratten nicht…

Der vermeintlich lehrreiche Kanon dahinter: Schmerz ist die Antwort deiner Gefühlswelt. Deine Gefühlswelt ist eine Antwort, wie viel Schmerz du erträgst.

Wissenschaft, Molekularbiologie, und Rinpoche (starb 1887) sagen uns:

Emotionen sind Konstruktionen, keine Reaktionen.

The world is, what you think it is!

Wir haben unsere Gefühlswelt vollständig selbst in der Hand. Die Molekularmedizin sagt Ihnen, dass Sie genetischen Code stummschalten oder aktivieren können. Dass die graue trübe Welt mit womöglich mehr Magnesium wieder hell und lebenswert wird.

Der Respekt vor Menschleben und Schmerz ist ein natürliches Konstrukt, ein Gefühl. Und keine Reaktion auf eine Mahnung. So funktioniert der Mensch halt nicht.

Der meditiert lieber. Konstruiert sich seine Gefühlswelt selbst. Unterstützt sie mit den notwendigen Nährstoffen, und joggt, damit er im Notfall in seine Höhle kommt. Das ist die Realität.

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