Liebesbrief

Mein erster Liebesbrief

22.10.2017

Hab ich gestern bekommen. Schwer verträglich. Durchbricht jeden Schutzpanzer, wie Sie leicht verstehen. Hat mit der Evolution zu tun. Nämlich der Tatsache, dass ich selbst, Dr. Strunz, der Ihnen predigt, sich doch bitte möglichst strikt an die Regeln der Evolution zu halten, das selbst die meiste Zeit meines Lebens eben gerade nicht getan habe. Gegen diese strikte Regeln verstoßen habe. Und selbstverständlich die Quittung bekommen habe und bekomme. Aber genau darum geht es: Ja und?

Dann fangen wir eben jetzt an. Es ist eben nie zu spät. Unsere Gene antworten mit 20 genauso wie mit 80 (bewiesen!). Sehen Sie Epigenetik, also korrektes Verhalten gegenüber der Evolution doch bitte nicht als Drohung (doch, das haben Sie getan), sondern als Verheißung. Als Glückschance. Das ist es nämlich.

Zurück zu meinem ersten Liebesbrief. Nachdem ich Ihnen ja nun schon seit elf Jahren immer wieder meine Seele öffne, dürfen Sie auch diesmal mitlesen. Ich habe Vertrauen zu meinen Mitmenschen. Der eine oder andere wird es verstehen. Dann mal los.

„Die gängige Hauptfigur mit Kindheitstrauma eines Hollywood Films wirft dem Vater vor, er hätte sich nicht genug um ihn gekümmert. Darth Vader war nie da, und das macht ihn böse. Bis er sich in einem letzten Akt der Liebe opfert, und natürlich stirbt. Gott ist gerecht. The End.

Darth Vader wurde böse, weil er Angst empfand, gegenüber unsäglichem Leid; sagt uns George Lucas. Sagt uns Hollywood. Simpel.

Die Bibel (sicher auch der Koran?) und die Huber Brüder machen einen Unterschied: Sie erzählen von gesunder Angst, und der ungesunden, die überwunden werden muss, bei allem Leid. Angstbeherrscher.

Darf ich Ihnen mal von einem Meister der Angstbeherrschung erzählen?

Ein gestresster, überarbeiteter Mann mit Kindern und 21 Stunden Schlaf wöchentlich, über Jahrzehnte. Immer arbeitend, selten daheim. Eines der Kinder blutet an jeder Körperstelle. Jahrelang offene Arme, Beine, besonders die Hände. Mama schützt notbedürftig die Glieder mit Kefirwickeln.

Blöderweise ist der Mann menschlich, bodenständig und hochbegabt.

Kann sich also in Schmerzen gut einfühlen. Versteht Schmerz noch. Versteht das Kind also bis in die letzte Nervenzelle. Unsägliches Leid für ihn.

Unsägliches Leid hat der Mann aber auch schon als Kind gesehen und verstanden (!), weil in Kriegszeiten geboren. Musste auch wie Anakin Skywalker fliehen. Wurde ab der 5. Klasse von den Eltern verlassen.

Wie kann der Mann nur ein guter Vater werden, bei so viel Leid, frägt Hollywood?

Was Hollywood vielleicht nicht weiß: das Kind hatte nie Leid empfunden. Die Schmerzen waren da, das Leid aber nicht. Der Mann und die Mutter sorgten für derart viel Geborgenheit, dass alles…

einfach gut ist.

Das Kind hat mit fünf Jahren schon verstanden (!), dass der Vater hart arbeitet. Dass der Vater aber immer da ist, wenn nötig. Das ist gut. Nicht böse. Kein Drama, sondern Vertrauen.

Und jetzt ist die Neurodermitis des Kindes fast weg. Jetzt darf das Kind Marathon rennen, trotz Asthma. Hunde streichen, trotz Allergie. Darum hat sich der Mann gekümmert und alles dafür getan. Er führt Sternenkriege gegen die böse Angst.

Mein Papa.“

Quarkstrudel-Wissenschaft

22.10.2017

Gast-News Nr. 3

Deutschlands Professoren schimpfen. Z.B. Herr Prof. Jacobsen oder Herr Prof. Heinsohn. Über mangelnden Verständnis komplexer Sachverhalte in Deutschland auf Seiten der Politik. Beliebiges Thema wählbar. Gucken Sie doch mal auf achgut.com.

Neben mir liegt ein Stapel mit vierundvierzig Büchern, die sich mit der Frage nach der Lösung beschäftigen. Was tun bei zu niedriger Geburtenrate? Was tun bei global zu hoher Geburtenrate? Wie hängen Industrialisierung und Geburtenrate zusammen? Kann dies mittels nichtlinearer Simulation approximiert werden? Was ist Nachhaltigkeit? Wie können vernetzte Interessenskonflikte gelöst werden? Sind unterschiedliche Perspektiven mittels Analyse natürlicher Muster darstellbar?

Blabliblubb. Habe jetzt knapp 20000 Stunden investiert in diesen Quark. Seit 2013.

Man kann das Ganze für sich privat lösen. Sich (epi-)genetisch korrekt ernähren. Dann braucht’s keine Kartoffeln und keinen Weizen. Geburtenraten würden steigen, Entscheidungsfindungen wären auf längere Zeit ausgelegt. Persönliche Bereicherung auf ein gesundes, natürliches Minimum reduziert.

Ein Billionen schwerer Gedanken-Apparat aus Wissenschaft, Industrie und Sozialhilfe wäre plötzlich hinfällig. Über Nacht gelöst.

Effektive Lösungen werden nur gerne gekonnt abserviert. Ich hätte es nie besser beschreiben können.

Vielleicht erleben wir derzeit auch nur, was die Evolution mit sich bringt. So schön von Prof. Donald Hoffman beschrieben. Wahrheit überlebt eben nur, wenn sie in Einklang mit der einzigen Erwartung der Evolution ist: So lange überleben wie möglich, um sich fortzupflanzen.

Und das bringt uns wieder zur Weizenwampe, und der genetisch korrekten Kost. Die kranke Idee und das sture Immer-Weiter-Machen entspringt gerne dem kranken Kopf. Ohne Zink, mit Magnesiummangeln und viel zu wenig Carnitin hat Frauchen keine Lust, und Männchen versagt eben. Dann kommt der Mensch in uns und sucht die Schuld woanders. Oder jede Entscheidungsfindung endet im Nihilismus.

„Es ist unlösbar.“. Ein Geflecht aus Interessen, Paradoxien, gegenseitiger Abhängigkeiten, fehlender Information und omnipräsentem Informationsfluss machen es doch unmöglich, Deutschland zu heilen. Jedes komplexe System wie einen Körper zu heilen.

Dass die Natur es dennoch fertigbringt wird ignoriert oder ihre Leistung reduziert, indem darauf verwiesen wird, dass Soziale Systeme wie die Bundesrepublik eben keine natürlichen Systeme sind. Ein Land ist keine Pflanze.

Was wohl geschehen würde, wenn Frau Dr. Merkel 6 Monate „strunzeln“ würde?

„Es“ wäre gelöst (News vom 24.12.2016).

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