„mir geht´s nicht gut, mir ist zum Heulen“….

Kontrollen sind das A und O

26.10.2017

Wir leben in einem sehr, sehr reichen Land mit einem ausgezeichneten Gesundheitssystem. Das geht jedem von uns auf dann, wenn wir uns vergleichen. Mit anderen Ländern. Wir sind privilegiert. Da sollte man nicht nur täglich Danke! sagen, sondern die angebotenen Möglichkeiten

auch nutzen
Die nachfolgende, ach so typische mail zeigt, dass jeder von uns sozial eingebunden ist. Dass jeder von uns Hilfe braucht. Das gilt genauso für mich, der ich soeben erneut 4mal operiert wurde und auch nachfrage. Und Informationen sammle. Um Hilfe bitte. Weshalb sollten Sie darüberstehen?

„Bittet, und es wird euch gegeben “ ist eine wesentliche Einsicht. Bringt mir meine Frau jeden Tag aufs Neue bei, das Wort „bitte“. Nichts ist selbstverständlich. Aber dann wollen wir mal mitten in diese außergewöhnliche mail.

    Die Dame begann im Sprechzimmer mit „mir geht´s nicht gut, mir ist zum Heulen“. Seit 3 Jahren starke Schmerzen in der Hand, in den Füßen, offene Schleimhaut im Mund, ständig müde, Gewichtszunahme 10kg, käme „nicht die Treppe hoch“.

Da ist wirklich kein Leben. Versteht jeder von uns. Kann man hier helfen? Doch. Sie war beim Neurologen, der sagte „das ist psychisch“. Kommentier ich nicht.

  • Und wiederhole mich: Vor dem Fach habe ich wenig Respekt. Vor den Ärzten dahinter den allergrößten. Die haben wirklich ein sehr schwieriges Patientengut. Erleb ich ja auch täglich.

Das war vorher.

Jetzt kommt nachher:

  • „Die von Ihnen empfohlenen Vitamine und Co. haben eine „unheimlich fruchtbare“ Wirkung auf mich gehabt.“ Sie ist nämlich schwanger. Dies war nicht geplant, sie freut sich aber sehr darüber.
  • „Mit der im Februar gestarteten Einnahme aller NEM´s war ich binnen Tagen topfit!! Wach, stark, guter Schlaf, kein vermehrtes Durstgefühl, schmerzfrei, kein Gelenkknacken etc.“

Ziel erreicht, könnte man denken. Sie alle, liebe Leserinnen und Leser, können das wirkliche Wunder hinter diesen Aussagen, glaube ich, nicht richtig würdigen. Für mich ist das etwas Magisches. Jedes Mal. Ich habe genügend studiert und gelernt. Das aber nicht. Will sagen: In jeder dritten E-mail lesen Sie, wie unsere heutige Medizin auf den Kopf gestellt wird. Plötzlich etwas wirkt. Hilft. Die Leute glücklich macht. Und nichts, wirklich nichts davon spricht sich herum draußen in den deutschen Universitäten. Das System dort ist praktisch abgeschottet.

Aber weiter: Dieser herrliche Zustand hielt nur 4 Wochen an. Dann wurde das ganze rückläufig. Die Schmerzen kamen wieder, der Durst kam wieder, allerdings hätte sie 12kg abgenommen. Die Hände zittern wieder, das „Monster Fibromyalgie“ hätte sie voll im Griff.

Habe ich mich fürchterlich geärgert. Über mich selbst natürlich. Drücke ich mich nicht klar genug aus? Ganz offenkundig nicht. Das entscheidende Wort hier wäre gewesen

Kontrolle!
Wenn der Erfolg nachlässt, wenn die Schmerzen wieder kommen, doch bitte sofort im Blut nachmessen. Beweisbar hatten wird doch Gründe für die Fibromyalgie gefunden und beweisbar auch kurze Zeit behoben.

Woher weiß die junge Dame, dass ihr Eisenspeicher jetzt voll ist? Dass ihr Vitamin D die nötige Höhe hat? Dass die sechs fehlenden Aminosäuren jetzt aufgefüllt sind? Woher weiß sie, dass die katastrophale Folsäure wirklich angestiegen sei? Folsäure wird auch nicht umsonst vom amerikanischen Gesetzgeber jedem Mehl dort drüben beigemischt.

Kontrolle also! Prompt habe ich heute einen Merkzettel diktiert, der jedem Patienten gleich zu Anfang ausgehändigt wird. Der nichts weiter betont als das Wort

Kontrolle!
Denn Zahlen vergleichen können Sie selbst. Sie werden von mir reichlich mit Information ausgestattet. Sie sind jetzt eigenverantwortlich. Sind erfreulich selbstständig. Müssen nicht unbedingt immer beim Fachmann (Arzt) nachfragen.

Wichtige Anmerkung: Grundsätzlich beurteile ich kein Fremdlabor. Das tun ab jetzt Sie selbst. Zwei Zahlen vergleichen kann jeder.

 

Kennen Sie ankern?

26.10.2017

Wir glauben ja immer, weit hindenkend in der Welt helfen zu müssen. In Schwarzafrika. In Thailand. In Südamerika. Aufopferungsvoll. Meine uneingeschränkte Anerkennung all denen.

Und vergessen, dass wir Elend, Leid sehr wohl vor der Haustüre haben. Rentner, die aus der Mülltonne leben. Ich erlebe das, wann immer ich durch Nürnberg spaziere. Und versuche zu helfen. Familien mit vielen Kindern, die einfach nicht über die Runden kommen. Ich kenne die Familien. Und versuche zu helfen. Hier. Vor Ort. Mitten in Deutschland. Mal darüber nachgedacht, Ihr Entwicklungshelfer?

Genauso glauben wir (besonders ich), fremdländische Arbeiten zitieren zu müssen. Amerikanische. Chinesische. Und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auch hier bei uns gibt es kluge Denker. Einfallsreiche Wissenschaftler. Und junge Menschen, die nicht nur kiffen und Bier trinken.

Solch ein Mensch hatte mir ja soeben sechs Gast-News geschickt. Und fährt einfach fort. Falls ich Sie liebe Leserinnen und Leser, mit diesen Fremd-Texten nicht all zu sehr belästige (ich bitte um Rückmeldung), fahre ich einfach fort. In den nächsten Tagen weitere Gast-News.

Themen sind das Ankern, ist die somatische Intelligenz, ist „das Muster der Milliardäre“. Na, dann mal los:

Träume.

Gast-News Nr. 7

Soeben ist der älteste Deutsche 112 geworden. Gustav Gerneth, der nichts von Diäten hält. Fett, Schmalz und Steak liebt. Von Zigaretten die Finger gelassen hat, und Alkohol nur zu Feiern trinkt.

BILD berichtete er zu seinem 110ten Geburtstag: „Auf den Hintern soll man sich nicht setzen, da wird man steif!“.

Simple Rezepte für das lange Leben. Der Mensch mag es simpel. Das gibt uns das Gefühl von Sicherheit. Und das ist überlebenswichtig, sagt der Kognitivismus. Sagt Prof. Lisa Feldman Barrett. Hatte sie schon einmal erwähnt (siehe News „Realität“):

„What we experience as „certainty“ – the feeling of knowing what is true about ourselves, each other and the world around us – is an illusion that the brain manufactures to help us make it through each day. (…) I’m saying there is no single reality to grasp. Your brain can create more than one explanation for the sensory input around you (…)“

Man darf jetzt endlich die meditierenden Tagträumer auf wissenschaftlicher Basis ernstnehmen. Hatte 2006 meinem Chemienachhilfelehrer versucht Meditation beizubringen. War für ihn aus zwei Gründen ein Problem:

Er hielt Meditation für esoterischen Schwachsinn.

Er war hochintelligent, und hatte permanent inneren Dialog.

Konnte ihm damals leider weder „How emotions are made.“ zeigen, noch „Meditation für Skeptiker“ zitieren. Geschrieben vom Namenvetter Ulrich Ott. Der spricht den wichtigsten Punkt der Meditation auf Seite 83 an: dem Anker. Anker ist das gleiche wie certainty.
Ich meditiere, während ich arbeite. Die Meditation beginnt beim Erkennen meines gewohnten Arbeitsplatzes. Darum habe ich mehrere gewohnte Arbeitsplätze. Hier ist Anker. Jetzt beginnt die Meditation. Ich setze mich, beginne mit den immer gleichen Bewegungen. Warum? Anker. Buch, Block, Blackberry. Block aufklappen, Buch auf die linke Seite des Blocks. Buch auf, Notizen raus. Scharf gefaltet, Din A4. Letzten zwei Seiten rausgenommen. Ausrufezeichen neben Seitenangaben. Auuuuuuuusatmen. Anker. Eintauchen. Nach Zwiebelprinzip Gedächtnis auffrischen. Warum? Verlasse dich nicht zu sehr auf deinen Anker. Nicht steif sein. Kugelschreiber hat immer die gleiche, angenehm weiche Mine. Warum? Anker. Daumen links, ist nach oben gestreckt. Warum? Anker. Manchmal berührt er den Mittelfinger. Warum? Anker. Die Arbeit ist Entdeckungsreise. DinA4 vollgeschrieben. Blatt sofort vom Block trennen. Scharf falten, zu den Notizen. Abgehakt. Anker Weiter.

Und nächstes Mal wieder von vorn. Certainty.

Merken Sie? Es gibt keine „Warum“ Fragen. Es gibt nur certainty, und ein bisschen Eigenskepsis. Nicht zu viel. Das kostet. Daher gibt es die Wiederholung. Der Rest ist Entdeckungsreise. Wie ein Traum. Mein Traum ist es 114 zu werden. 1987-2101. Zwei Jahrtausende, drei Jahrhunderte. Und gegen’s steif werden hilft Sport. Den hat Herr Gerneth nicht gemocht.

 

This cat was stuck under a jeep for 50 miles 🙀

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