Bereits 2010 hat man am Beispiel Prostatakrebs

Zeit

02.12.2017

Gast-News Nr. 20

Im Buch „Don’t sleep, there are snakes.“ erforscht ein christlicher Missionar die Sprache eines Urvolks, das sich fast unberührt von der Zivilisation im Dschungel tummelt (News, 20.11.2012).

Eine irre Leistung des Missionars, denn in der Sprache des Urvolkes fanden sich keine Begriffe für

  • Farben
  • Richtung
  • Zahlen
  • Zukunft oder Vergangenheitsformen.

Ohne Zukunft und Vergangenheit? Also ständig im Hier und Jetzt? Wie geht das? Worüber unterhalten die sich denn dann?? Zum Beispiel über den Angriff eines Jaguars. Und die erzählen solche Geschichten so…eigenartig. So ganz anders.

Im Buch wird beschrieben, dass der Dschungel-Bewohner das Gleiche immer wieder sagt. Den gleichen Satz immer wieder wiederholt. Und die Dschungel-Kumpels hören gespannt zu.

Immer wieder das Gleiche? Nun ja – ohne Vergangenheit, ohne Zukunfts-Idee…wie denn sonst??

Ich, als zivilisierter Mensch, dachte mir dabei, reflexartig, „wie dumm“.

Und bemerke seitdem, aufmerksam geworden, dass Sie!, wirklich Sie! – immer noch – so reden. Auch heute noch. Auch als zivilisierte Menschen. Glauben Sie nicht?

Dann mal los:

Wenn Sie bei Papa in der Praxis anrufen, stellen Sie unseren sehr erfahrenen Damen eine Frage.

Die sagen Ihnen zweimal, fünfmal, zehnmal, genau das Gleiche.

Zum Beispiel „Sie können gerne anrufen oder eine Email schreiben (PAUSE) Ja, Sie können entscheiden, ob Sie uns anrufen oder uns schreiben (PAUSE) Genau, Sie können eine Email schreiben, und uns bis 13 Uhr anrufen (PAUSE) Ganz recht, man kann uns telefonisch oder per Email kontaktieren (PAUSE)…“

Achten Sie mal drauf. Mein Papa hat mir zum Beispiel 11 Jahre lang gesagt: „Schreib‘ deine Gedanken hin.“. Täglich. Bis ich’s verstanden habe.

Wo also liegt der Unterschied? Zwischen dem Dschungelvolk und dem Zivilisationsmenschen??

Heinrich von Kleist hatte das doch beantwortet…die Illusion des Fortschritts.

Oder: Mach’s wie der Aff‘. Ein wichtiger Ratschlag! Auch im Dschungel. Denn in Wahrheit, im Laufe weniger Jahre seither hat sich da etwas geändert. Das Urvolk blieb nicht unberührt, sondern kaufte Alkohol von Händlern. Im Buch wird das so schön plastisch beschrieben.

Wie hässlich und widerwärtig die Dschungel-Kumpels dann wurden… !!

 

 

Low oder No

02.12.2017

Es dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass in diesen News häufiger von no carb gesprochen wird. Aber Genuss von reichlich Gemüse gefordert. Widerspricht sich. Rein naturwissenschaftlich. Widerspricht sich nicht im übergeordneten Sinne:

  • Fragen Sie mal irgendeinen Mitmenschen. Der wird Brot als Kohlenhydrat identifizieren. Aber Krautsalat? Sicher nicht. Der hat eben ein natürliches Gefühl.
  • Mit no carb meine ich ausdrücklich künstliche Kohlenhydrate. Leere Kohlenhydrate. Also Zucker und Mehl. Nicht gemeint ist Gemüse. Dort hat die Natur die Kohlenhydrate sehr raffiniert so verpackt, dass der Blutzuckerspiegel wenig, langsam, wenn überhaupt ansteigt.

Trotzdem macht die Wissenschaft sich zunehmend Gedanken darüber, ob no wirklich no heißen muss. Vergisst in der Regel dazuzusagen, für welchen Zweck.

  • Wenn Sie abnehmen wollen, ist die schnellste Form reines Eiweiß. Also wirklich no.
  • Bei Auto-Immunkrankheiten hat Gemüse einen festen Platz. Siehe oben.
  • Und bei Krebs? Jetzt wird´s spannend. Genau diese Frage wurde untersucht und beantwortet.

Bereits 2010 hat man am Beispiel Prostatakrebs (leider nur bei Mäusen) eine Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage gefunden.

  • Mäuse bekamen menschliche Prostatakrebs-Zellen gespritzt und entwickelten alle einen Tumor.
  • Unter strenger ketogener Diät (null % KH) verzögerte sich das Tumorwachstum, verlängerte sich die Lebenszeit, wenn man verglich mit normal ernährten Mäusen (35% Fett, 49% KH, 16% EW).
  • Zwei weitere Mäusegruppen wurden jetzt statt mit null% KH gefüttert mit 10% KH und 20% KH. EW-Anteil immer konstant 16%.
  • Es fand sich KEIN Unterschied im Tumorwachstum und Überlebenszeit, verglichen mit strenger ketogener Diät.

Frage beantwortet. Was Krebs angeht (für mich ein besonders strenger Maßstab) scheint also eine etwas „menschlichere“ Diät mit 10% oder sogar 20% KH den gleichen erwünschten Effekt zu haben wie strenge Ketose (null % KH).

Leider findet sich in der Arbeit kein Hinweis, was das für Kohlenhydrate waren. Ich nehme aber an, so etwas wie Weizen. Und zur Verdeutlichung: Bei angenommenen 2400 Kal. täglich wären

  • 10 % KH 60g
  • 20% KH 120g

Die Arbeit finde ich willkommen und tröstlich. Heißt ja praktisch: Gemüse ist wirklich o.k.

 

Quelle: Cancer Prev Res 2010 Sep: 3(9): 1124-1131

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