140 kg, 2 Tabletten gegen Diabetes, 1 gegen Bluthochdruck

Vollblut-Männer

03.12.2017

Konnten wir soeben in der zweiten Reihe besichtigen. Bei Verkündigung des“ Wahlsieges“ (minus 20%). Großgewachsen, hochrotes Gesicht, ständig geöffneter Mund, glasige Augen. Jeder Arzt weiß: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes.

Vollblut-Männer kommen in Zeiten des Internets zunehmend auf dumme Gedanken. So Martin Herhold. 140 kg, 2 Tabletten gegen Diabetes, 1 gegen Bluthochdruck. Sollte Insulin bekommen.

Das hat dieser Vollblut-Mann geändert. Und wie raffiniert:

  • Gegen seinen Diabetes hat Martin Herhold sich ein Hemd gekauft. Von einer edlen Marke, eng geschnitten, und wenn es spannt, handelt Herhold sofort.
  • 3 Wochen lang isst er dann keine Kohlenhydrate. Und in der ersten überhaupt nur 500 Kal. am Tag.
  • Das wichtigste: Spritzen mit Insulin kommen im Leben des 45jähirgen nicht vor.
  • Er leidet an Diabetes Typ II. Nimmt jetzt keine Medikamente, spritzt kein Insulin und hat auch sonst nix. Herzgesund, Kreislauf funktioniert, Nerven auch.
  • Sein Arzt beschreibt dies korrekt als „ausbleiben von Symptomen“. Er meint, er lebe, als hätte er keinen Diabetes.

Damit war eigentlich schon alles gesagt. Wir könnten hier aufhören. Es gibt also tatsächlich auch vernünftige Vollblut-Männer, die kapiert haben, was Diabetes Typ II ist. Und wie man ihn beseitigt. Völlig. Übrigens für immer.

Man braucht nur auf Kohlenhydrate verzichten. Das mit dem 500 Kal. war überflüssiger Stress.

Der Arzt dahinter heißt Doktor Stephan Martin. Chefarzt. Buch erschien im August. Seine Botschaft.

„Wir können den Diabetes auch ohne Medikamente komplett normalisieren“.

Und er habe sogar den medizinischen Zeitgeist inzwischen auf seiner Seite. „Einigermaßen jedenfalls“. Müssen Sie alle lächeln. Was lesen Sie denn auf diesen Seiten seit vielen Jahren? Identische Worte.

Das unterhaltsame an dieser Geschichte ist natürlich die Reaktion. Die Reaktion der Reaktion. Hören wir

  • den Präsident der deutschen Diabetesgesellschaft, Baptist Gallwitz: „Ich würde das nicht als neu und bahnbrechend bezeichnen“. Es gäbe mehrere solche Ansätze….

Läuft´s Ihnen da auch den Rücken runter? Solche Heuchelei, solche Verleugnung von Tatsachen, das Verdrehen der eigenen Worte kenn ich wirklich nur aus der höchsten Politik. Denn die deutsche Diabetesgesellschaft war genau die, die auch heute noch meint, dass sich Diabeteskost von normaler Kost (55 bis 60% Kohlenhydrate) nicht unterscheiden muss.

Oder Doktor Matthias Weber von der Uniklinik in Mainz, der doch tatsächlich schriftlich von sich gibt:

  • „… aber Diabetes ist eine natürlich fortschreitende Krankheit“ und davor warnt,  so zu tun, als seien alle Insulin-Patienten selbst schuld an ihrer Lage. Und noch eins drauf „viele Patienten haben keine andere Therapieoption mehr“ als Insulin. Das meint der ernst.

Das meint der wirklich ernst. Das ist ein seriöser Mediziner. Der es offenbar nie geschafft hat, in seinem Leben mal 3 Tage auf Kohlenhydrate zu verzichten. Ich meine: Er selbst. Und dabei sein Blutzucker und Insulin zu messen. Eine solche Vorgehensweise würde man naturwissenschaftlich bezeichnen. Einem Physiker immanent.

Sehen Sie: Daher ist diese Geschichte endlos. Wir werden in 20 Jahren genau die gleichen Sätze schreiben. Es werden genau die gleichen – natürlich nicht generell, aber in diesem Punkt – ahnungslosen Ärzte  seltsame Aussagen machen. Statt es einfach mal selbst auszuprobieren. Folgerichtig stimmt die Warnung der WHO vor der Diabetes-„Explosion“ weltweit. Bei solchen Ärzten….! Aber, wer anders als Ärzte kann den Menschen beraten??

Stopp. Doch. Alternative. Internet. Selbstverantwortung. Sie lernen beispielsweise kaum irgendwo sonst so viel wie an den Diskussionen im Forum auf strunz.com. Da wird wirklich diskutiert. Auch verquere Meinungen. Aber eben auch vielfältige, persönliche Erfahrungen. Und nur das zählt.

Unbezahlbar, dieser Gedankenaustausch. Unbezahlbar das Forum. Dem ich – darf ich? – schon deshalb so dankbar bin, weil es mir ungeheuerlich viel Beratungs-Arbeit abnimmt.

 

Quelle: FAS 31.7.2016, Nr. 30, Seite 16

 

Angebot und Nachfrage

03.12.2017

Gast-News Nr. 21

Nutzt man google und sucht nach „rudolf pawlikowski“, landet man vielleicht auf einer Webseite des Ingenieurs Dr. Douglas Self. Dieser Brite scheint ein sehr Akribischer zu sein, hat auch einen englischen wikipedia Eintrag. Hat u.a. die Geschichte um meinen Urgroßvater recherchiert, die sich wie ein Krimi liest (News, 17.09.201711.10.2017). Sie erinnern sich an den Kohlestaubmotor.

Dort findet sich auch:

„Hintergrund der Forschung von Pawlikowski war Sorge um Deutschland’s sehr begrenzter Ölvorkommen. Zudem sollten nach „Expertenmeinung” im Jahr 1930 die weltweiten Ölvorkommen in damals 10 bis 12 Jahren erschöpft sein.“.

Mit Börsenkurs-Schätzungen, Klima-Simulationen und Bitcoin-Approximationen kennen Sie sich ja inzwischen leidgeprüft aus. Astrologie ist in. Funktioniert auch. Einem Nostradamus hat man immer zugehört. Wichtige Männer!!

Zwei Männer, die sich ohne billige Tricks um das Weltgeschehen bemühten, waren die Autoren Ken Wilber und Michael Crichton. Ken Wilber, irre durchtrainierter Körper bis ins hohe Alter, hatte sich nach dem Tod seiner Frau drei Jahre isoliert. Und alles gelesen, was der Mensch lesen kann. Sein Arzt besuchte ihn zweimal im Jahr, um zu gucken, ob er noch atmet. Studierte das Weltwissen in tiefer Trance durch Meditation. Und empfand dabei den „onetaste“. Den tiefsten Ruhezustand, den alpha-Zustand. Und schrieb sein Lebenswerk.

Michael Crichton, Internist und deshalb auch mein Lieblingsautor, war und ist jemand, der Jurassic Park schon veröffentlichte, als man von DNA noch nichts hörte. Schrieb auch die bewundernswerte Mini-Biographie „Im Kreis der Welt“ (News, 23.04.2010, 04.12.2014). Den Mann muss ich nicht vorstellen. Beide Autoren waren übrigens auch Freunde.

Ken Wilber und Michael Crichton halten und hielten den menschgemachten Klimawandel für eine Angst des „grünen Memes“ (Vorsicht: Ängste sind real!!). Teil des grünen Memes sind all die Menschen, die erkennen, dass Grenzen Firlefanz sind. Und dann mit dem globalen Zeigefinger auf unsere globale Verantwortung zeigen. Für die Liebe, die auch „die anderen“ einschließt. Die freilich auch die Welt flach machen wollen, gleichmäßig gerecht. Ken Wilber nennt das in seinem Lebenswerk Eros, Logos, Kosmos so schön „Flachlandholismus“.

Das rote Meme, das Macht-Meme, glaubt an den nuklearen Vernichtungskrieg. Baut Bunker, und sichert die mit Waffengewalt. Wenn „die anderen“ die Bunker stürmen, sind sie bereit, mit der Waffe im Anschlag.

Das gelbe Meme, das „Systemtheoretiker“ Meme, erkennt die paradoxen Auswirkungen von zu geradlinig gedachter Sozialhilfe. Beispiel Entwicklungshilfe. Beispiel Brot für die Welt: weniger grausamer Hunger, gleichbleibend hohe Geburtenrate, ggf. jetzt noch höher, junge vierte und fünfte Söhne, die jetzt, weil wieder kräftig, Sturmgewehr tragend die Buchleser ermorden. Boko Haram.

Drum kritisiert der Wirtschaftsnobelpreisträger Angus Deaton die grenzenlose Hilfe von Außen. Erklärt Ihnen auch gerne NATO-Defense College Dozent und Demographie-Experte Prof. Heinsohn. Und/Aber die Angst des gelben Memes: die Geburtenraten. Weltuntergang durch mordende perspektivlose junge Männer, „der anderen“.

Mir gefallen Männer wie Ken Wilber und Michael Crichton. Die sind noch,…menschlich. Erreichbar. Kein Luftschlossbauer. Apropos:

Jetzt, brandneu, wird Lithium knapp. Das kommt ja recht gelegen. Ich lese ja die Lithium-Batterie-Studien.

Die lesen sich immer so: Der/Die/Das Lithium [beliebige super Idee] hat großes Potential für [beliebiges super Attribut] der wiedernachladbaren Lithium Ionen Batterien aufgrund [beliebige super Wirkung] wie zum Beispiel überragende [beliebiges super Beispiel] und geringe Kosten. Allerdings…/Jedoch…/Aufgrund noch fehlendem Verständnis von…

Es klappt halt net, man weiß noch nicht genug, und bietet positive, zitierfähige Wunderlandsätzchen für Politiker, die auf einzelne Worte Wert legen und auf Kontext verzichten können. Die parlamentarische Realität, wie Frau Roth sie von sich gibt.

Fällt Ihnen auf, wie hässlich das Wort „wiedernachladbar“ ist, im Gegensatz zu „rechargable“? Eigenartig, dass eine Sprachlandschaft mit den weltweit fähigsten Physikern und Ingenieuren da kein hübsches Wort hervorbrachte. Wir haben doch auch „Windeln“ für die wiedernachladbare Unterhose. Soviel Kreativität. Der Physiker Boltzmann schrieb noch von „der lebendigen Kraft“.

Zum Glück gibt’s Latein: der Akkumulator.

Doch es naht die Rettung. Diesmal nicht von einem Ingenieur wie Rudolf Diesel, sondern von Seiten eines Landes: China.

“China ist Hauptversorger von wiedernachladbaren Lithium-Batterien für die weltweite Verbraucherelektronik und Fahrzeuge mit elektronischem Antrieb.“ – Zitat: State Key Joint Laboratory of Environment Simulation and Pollution Control, School of Environment, Tsinghua University, Beijing, China.

Vorteil: China wird wegen zu hoher Schulden zumindest nicht über Nacht untergehen (Wörtlich so. Im Wasser des Ärmelkanals), wie Herr Diesel (siehe WELT, „Das große Rätsel um den Tod des Rudolf Diesel“).

Denn: “China’s Staatsschulden sind in Relation zu seinem Bruttosozialprodukt niedriger als die der meisten großen Industrieländer.“ (China Economic Review Volume 31, December 2014, Pages 55-73).

Seit meinem Shanghai- und Hong Kong-Besuch weiß ich, dass ich die Chinesen nie verstehen werde. Die schienen mir so…überlegen.

Jetzt erst kapiere ich, was mein Vater meinte. Mit der Ameise und dem Adler. Chefredakteur des SPIEGEL Klaus Brinkbäumer ist – immerhin – bei Ken Wilber angelangt, und verweist auch auf die steinalte Überlegenheit der Chinesen:

http://www.spiegel.de/spiegel/das-scheitern-von-jamaika-zeigt-die-verwahrlosung-deutscher-politik-a-1179770.html.

PS: Apropos „Kohlestaubmotor macht Deutschland unabhängig vom Öl“. Da tritt man mächtigen, allzu mächtigen Konzernen auf die Füße. Kein Wunder, dass dieser Wunder-Motor „einschlief“, obwohl er, akzeptiert von I.G. Farben, von MAN, von vielen, vielen Maschinenfabriken in monatelangen Dauerlauf erprobt und mit Millionen Reichsmark finanziert wurde.

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