DARM

Der Sozialstaat

07.12.2017

Gast-News Nr. 23

Meine Mutter beobachtet Tierchen von der Küche aus. Eichhörnchen, Marder, Igelfamilien, dutzende Vogelarten, die sich, sozial gerecht, um das Futter bemühen.

Man darf die Viecherle, die Vögel füttern, sagt sie. Die holen sich den Proteinbedarf nämlich selbst. Von lebendigen Insekten. Die toten, in Fettbällen industriell hinzugefügten Mehlwürmer werden verschmäht. Die Vögelchen picken sogar im Winter um diese Mehlwürmer drum herum.

Die Tiere wissen, was sie machen. Weil sie – ohne Unterbrechung – sofort das machen, was sie denken. Kann man drüber nachdenken. Oder Viecherle weiter beobachten.

    Denn auffällig ist, bei all den verschiedenen Vogelarten wie Spatz, Eichelhäher, Kohlmeise, Rotkehlchen, Staren, Specht und und und, dass die fettreichste Luxusnahrung präferiert wird.

 

    Die Eichhörnchen essen, so meine Mutter, erst immer die Erdnüsse. Die Cashewnuß wird als Notlösung ganz am Schluss gegessen. Die Cashew hat übrigens am meisten Kohlenhydrate. War für einen guten Freund von mir, wie ich jetzt ahne, wohl der Grund, weshalb er trotz „low-carb“ Ernährung Probleme hatte abzunehmen. Der aß nämlich enorm viele Cashews, und joggte nicht genug. Naja.

 

Zurück zur Tierwelt. Ebenfalls beobachtet hatte meine Mama das Resultat typisch menschlichen Denkens. Das einfach falsch ist. Zum Beispiel Erdnussspender für Vögel. Die kann man kaufen, weil sich die armen Vögelchen womöglich an Erdnüssen sonst verschlucken. Drum gibt es eine wiedernachladbare Erdnuss-Batterie, einen Erdnuss-Akkumulator, auch Topf genannt, in welchen die Erdnüsse eingefüllt werden. Am Ende gibt es eine schräg abfallende, Schnabel-Rachen-Hals-Vertikale-Schluckvorrichtung.

Ergebnis: die Vögel verschlucken sich zu 100 % nicht. Weil sie von außen durch den vergitterten Topf die Erdnüsse kaputthacken, und sich einfach so bedienen. Ohne die Schluckvorrichtung zu benutzen. Klug. Klüger. Noch klüger offenbar als Menschen-Ingenieure.

    Die Eichhörnchen, meinte Mama, sind liebe Tiere. Im Winter lassen die Alpha-Eichhörnchen die jungen, schwächeren Eichhörnchen gewähren. Die dürfen auch mal an die fettreichen Nüsse ran. Sonst würden sie ja verhungern.

 

    Ja ja ja. Moment. Eichhörnchen im Winter müssen Energie sparen. Konfrontation kostet Energie. Das vermeintlich soziale Verhalten der Eichhörnchen ist das, was übrigbleibt! Weil jedes Eichhörnchen instinktiv an sich und die Jungen denkt. Im Winter wird die Energie nämlich gebraucht, um der Kälte zu trotzen. Da streitet man sich halt, energiesparend, nicht.

 

Und das ist der Sozialstaat. Der natürliche Sozialstaat. Mutter Natur hätte uns schon bereits alles gegeben, damit, immer dann, wenn am nötigsten, soziales Verhalten übrigbleibt.

    Wir Menschen denken, wir wüssten, was wir machen. Weil wir – mit Unterbrechung, mit Zweifel im Herzen – nicht sofort tun, was wir denken. Typisch Mensch, nix Natur.

 

Und so schaffen wir eine staatliche, wiederaufladbare Sozialbatterie, genannt Abhängigkeit. In welche Steuergelder eingefüllt werden. Am Ende gibt es eine monatlich abfallende Konto-Mund-Magen-Nachhaltige Gerechtigkeitsvorrichtung. Und da nuckeln wir dann dran, und kommen nicht mehr davon ab.

In der Wissenschaft längst bekannt. Die Sozialhilfe von außen, das ist der Puderzucker. Das gerechte Verteilen ein Sieb mit vorgeschriebener, perfekt symmetrischer Handbewegung. Das darunterliegende Gebirge die Menschen. Mit höheren Bergen, das sind die Könner, und Tälern, das sind die Unterlegenen. Menschen sind keine Zufallszahlen. Kein flacher Pizzateig, auf den man den Puderzucker gleichmäßig gerecht verstreuen könnte.

Drum erreicht Sozialhilfe immer diejenigen zuletzt, welche sie am meisten nötig haben. Habe Ordner voller Studien zum Thema…nur damit gewinnt man weder Herzen noch Wählerstimmen.

Nun denn, liebe Alt- und Neu-Sozialisten, die ja Deutschland seit mindestens 100 Jahren regieren: Der ideale Sozialstaat ist das, was notwendigerweise übrigbleibt. Von Natur gegeben. Durch die Selbstverantwortung. Bismarck hat die gesetzliche Krankenversicherung (soziale Fürsorge!) eingeführt ausdrücklich für die 10% wirklich Bedürftigen. Und heute? Nix verstanden, sind es 90%.

Manchmal, nur manchmal, dürfte, darf der Staat eingreifen. Mama verscheucht, laut fauchend und energisch, jede Kohlenhydrat-Whiskas-Hauskatze; achtet darauf, dass die Stare nicht überhandnehmen. Immer mit viel Liebe, Verantwortungsgefühl und im Wissen, dass die Tiere sie selbst, den Menschen, als Sklavin ansehen, nicht als Heilsbringer.

Nicht als Herrscher über die Dinge (soviel zur falschverstandenen, anmaßenden Rolle des Staates). (http://www.achgut.com/artikel/bunte_republik_deutschland). Das unsozialste Verhalten ist halt das, was im künstlichen Sozialstaat übrigbleibt, für die, die es am wenigsten brauchen (Kindergeld auch für die Reichen!).

 

Im Internet finden Sie sicher reichlich Stoff, der Ihrer vielleicht ganz anderen inneren Überzeugung entspricht (Gast-News Nr. 18 „Die Überwindung der Langsamkeit“ vom 30.11.2017). Kein Problem. Sie haben immer Recht. Jeder von uns. Dafür gibt es das Internet.

Was also bleibt?

Die Tierwelt, also die Natur zeigt uns:

      • Sozialismus, richtig verstanden, spiegelt natürlich-evolutionäres Verhalten. Erweist sich als die natürlichste Erscheinung echter Nachhaltigkeit, auch als das fordernste Ziel des Zivilisationsmenschen.

Beides, Nachhaltigkeit und Zivilisationsmensch, brauchen Puffer. Nachhaltigkeit braucht Kapital, der Mensch braucht das Immunsystem.

Beide, Kapital und Immunsystem, schützen vor dem Unvorhersehbaren, und ermöglichen die tägliche Investition im Alltag, sprich: das Leben. Nennt sich in der BWL „Salutogenese“ und im Leben „Gesundheit“.

Kapital schaffen Familienunternehmen (Stichwort Verantwortung), weltweit immerhin 80% aller Firmen. Und auch Familien-Unternehmen bestehen nun mal, wer hätt’s gedacht, zu 100% aus Menschen.

 

Und für Menschen gilt genau wie für das Immunsystem immer und immer wieder, ob nun mit oder ohne Relativierung und Kompromissbildung:

BEWEGUNG. ERNÄHRUNG – dann DENKEN.

Wir bleiben beim Eichhörnchen und beim Aff‘. Wer heilt, hat Recht. Also kann jeder Recht haben…!

Immer wichtiger: Ihr Darm

07.12.2017

Umdenken bei vielen Ärzten. Sehr wohl angestoßen auch durch den Bestseller „Darm mit Charme“. Die Erkenntnis, dass der größte Teil des Immunsystemes im Darm angesiedelt ist, gesteuert wird vom Mikrobiom, also Ihrer Darmflora und umgekehrt, erklärt zunehmend ein wesentliches Problem der Bevölkerung, unserer Patienten: Die Müdigkeit, die fehlende Energie, die Lustlosigkeit, der fehlende Antrieb.

Die Zusammenhänge hatte ich Ihnen am 10.12.2010 unter der Überschrift „Leistungskiller“ versucht, zu erklären. Weil Sie tagtäglich mit diesen Beschwerden bei nicht nur mir, sondern wahrscheinlich bei allen Kollegen in Deutschland auftauchen, den Artikel noch einmal ungekürzt:

Leistungskiller habe ich früher einmal Interleukin 4 genannt. Ein Botenstoff, der in der Lunge, auch im Darm immer dann freigesetzt wird, wenn dort gekämpft wird. Gegen Fremdlinge. Gegen Eindringlinge. Und dieser Botenstoff wandert in Ihr Gehirn und macht Sie … müde. Schlapp. Leistungsunfähig. Völlig in Ordnung bei einer Lungenentzündung. Da gehören Sie eben ins Bett und nicht auf den Sportplatz.
Sagt Ihnen der Körper, sagen Ihnen die Interleukine.

Das hatten Sie verstanden. Dass die gleichen Vorgänge bei mehr als der Hälfte von Ihnen täglich im Darm ablaufen, wenn auch in schwächerer Form, hat Ihnen noch niemand erzählt. Können Sie nachlesen in einem Artikel der Triathlon-Zeitschrift Tritime 3/10 S. 88. Da geht es nämlich um Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die sich zunehmend und massiv in Deutschland häuft. Über die Sie täglich in meiner Praxis klagen. Ohne sich über die Auswirkungen im Klaren zu sein. Wir lesen:

„Bei der Intoleranz auf Lebensmittel wird zwangsläufig Ihr Immunsystem aktiviert, was dann starke Müdigkeit, was dann einen Leistungseinbruch verursacht deshalb, weil Nahrungspartikel als schädliche Viren oder Bakterien fehlinterpretiert und folglich bekämpft werden.“

Dahinter steckt die ziemlich neue Erkenntnis, dass Lebensmittel-Intoleranz verbunden ist mit einer exzessiven Produktion von schädlichen freien Radikalen und entzündungsvermittelnden biochemischen Botenstoffen. Diese müssen bekämpft werden. Die Energie, die Ihr Körper hier braucht, steht Ihnen woanders, z.B. beim Sport nicht zur Verfügung.

Eigentlich ganz einfach. Das Dumme an der Geschichte ist die Hilflosigkeit des Arztes. Auch meine. Wir glauben, dass vermutlich 75 % der Bevölkerung inzwischen individuell unterschiedliche Toleranzgrenzen auf Lebensmittel haben. Hintergrund ist, dass wir unseren Körper überschütten mit Stoffen, die er nicht kennt. Auf welche er genetisch nicht programmiert ist.
Sie wissen, wovon hier gesprochen wird: Konventionell verpackte Lebensmittel (Lidl, Aldi) sind behandelt, lang dauernd importiert, konserviert, gespritzt oder anders manipuliert. Sind jedenfalls nicht zu vergleichen mit dem, was unsere Vorfahren zu sich nahmen. Worauf unsere Gene, unser Immunsystem ursprünglich programmiert war.

Viele kennen Blähungen nach dem Essen. Obwohl sie nur ganz wenig gegessen haben. Das geht weiter mit Bauchschmerz bis zu Koliken, wiederholtem Durchfall und endet in unendlicher Müdigkeit, Leistungsunfähigkeit und gelegentliche Depression. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich.

Der häufigste Rat des Arztes: Einfach weglassen. Natürlich banal, wenn Sie nur Walnüsse nicht vertragen. Wenn es aber viele Nahrungsmittel sind? Seit Jahrzehnten propagiert, soeben wieder stark im Kommen ist die Rotationsdiät. Täglich andere Nahrungsmittel. Gleiches Essen frühestens nach 4 Tagen.

Mein Vorgehen ist ein bisschen naturwissenschaftlicher: Ich versuche in Ihrem Blut möglichst viele der essentiellen Stoffe zu messen, also der Stoffe, aus welchen auch Ihre Darmschleimhaut, auch Ihr Immunsystem besteht. Und versuche dort Defizite auszugleichen. Man kann das Ganze natürlich auch philosophisch sehen: Wir Menschen bekommen unsere Quittung. Unsere wohlverdiente. Die Natur lässt eben nicht mit sich spaßen.

 

 

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