Blutwerte waren vor der Operation

Operationen ohne Angst

14.12.2017

Jede Operation, jeder Eingriff in den menschlichen Körper kann tödlich enden. Jedenfalls bei schwerkranken Menschen. Bei Ihnen selbstverständlich nicht. Mal nachgedacht, weshalb eine doch immer gut gemeinte Hilfe wie die Operation auch einen solch schrecklichen Ausgang haben kann?

Ob das wirklich an der Operation selbst liegt? Nach meiner persönlichen Erfahrung: Nein. Chirurgen verstehen ihr Handwerk. Und wenn sie schneiden, etwas wegschneiden, dann nähen sie wieder zu. Zuverlässig. Steril. Und wenn sie nageln und schrauben, kann man sich auf diese handwerkliche Kunst verlassen. Vor der ich höchsten Respekt habe.

Dennoch passiert nach Operationen fast regelmäßig etwas Unerwartetes. Eine Infektion. Abszesse. Verzögerte Heilung. Anhaltende, unerklärliche Schmerzen. Oder eben – wenn Sie von vorneherein schwer krank waren – der Tod. Weshalb?

    • Die Erklärung ist ganz banal: Ihre Blutwerte waren vor der Operation nicht optimal. Genau darauf zielt ja die Initiative zweier Schweizer Professoren, die vom Staat ein Gesetz verlangten, dass vier Wochen vor jeder Operation Blutwerte kontrolliert und optimiert werden müssten. (

News 30.04.2015

    )

Da hat jemand etwas verstanden. Heißt übersetzt: Wäre Ihr Körper in einem optimalen, abwehrbereiten Zustand, im Vollbesitz der möglichen Energie, würde er notwendige Eingriffe wie eine Operation ohne weiteres, ohne hässliche Nebenwirkungen vertragen. Nur: In diesem Zustand sind Sie nun mal nicht.

Illustriert wird das gravierend in einer sogenannten EUROPA-Studie. Unter Leitung der Grazer Universität.

    Die haben 480 schwerkranke Patienten auf der Intensivstation – vor Operation – auf ihren Vitamin D -Spiegel untersucht. Und dann – doppelblind, Placebo-kontrolliert – also mit höchstem wissenschaftlichem Standard entweder Vitamin D oder eben nichts verabreicht.

Resultat? In meinen Augen gravierend, alarmierend, ernüchternd, was unsere Schulmedizin betrifft. Diese simple Gabe von Vitamin D hat die Sterblichkeit dieser Patienten deutlich reduziert, nämlich

  • Nach drei Wochen waren ohne Vitamin D 46% gestorben, mit Vitamin D nur 29%
  • Nach sechs Monaten waren ohne Vitamin D 50% tot, mit Vitamin D nur 35%

Bei Patienten, deren Vitamin D –Spiegel unter 12ng/ml lag. Ein häufiger Wert, wenn ich Ihr Blut routinemäßig analysiere. Aber welcher Hausarzt tut das schon? Oder welcher Facharzt für Chirurgie?

Fazit: Was sagt uns das? Wenn Sie einen einzigen Blutwert korrigieren, in Ordnung bringen, nämlich Vitamin D von unter 12ng/ml auf über 40ng/ml anheben, können Sie Hunderten, Tausenden, Zehntausenden schwer kranken Patienten das Leben retten.

Allein mit Vitamin D.

Und selbstverständlich gibt es noch viele, viele andere wesentliche Blutwerte (z. B. Hämoglobin, z. B. Zink…) von denen Heilung, Genesung oder eben Siechtum oder Tod abhängen.

Molekularmedizin. Der Hoffnungsschimmer auch in der Chirurgie. Das einzig Störende: Die wissen das noch nicht. Noch.

PS: Da gab es also schwerkranke Menschen mit wörtlich „schwerem Vitamin D –Mangel“. Dennoch wurde denen im Doppelblindverfahren auch Placebo, also NICHTS gegeben.

Zum Glück haben wir in jedem Krankenhaus, auch in Graz, eine Ethik-Kommission, die das ausdrücklich abgesegnet hat.

Quelle: JAMA, 2014; 312 (15): 1520

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