Sternenstaub

 

Trost der Seele

24.12.2017

Eine der schönsten News auf dieser Website verdanke ich Linus Reichlin. Ein Schriftsteller. Dem es gelingt, uns in Worten das numinöse Gefühl zu vermitteln, das uns jäh überfällt, wenn wir lange genug bei sternenklarem Himmel ins Universum starren. Und uns – jedes Mal wieder ganz plötzlich – aufgeht, wie winzig klein wir sind. Wie unendlich groß es sich da oben auftut. Hier ist die menschliche Seele überfordert.

Und dennoch: In diesem Blick nach oben findet sie Trost, unsere kleine Seele. Ein bisschen vermittelt das diese News vom 30.06.2008, die ich für neue Leser gerne wiederhole

         Sternenstaub

Jeder Mensch, also Sie und ich, ob wir nun glücklich und gesund oder schmerzgeplagt und hinfällig sind, wir alle bestehen aus unsterblichen Grundstoffen. Die Protonen, Neutronen und Elektronen, aus denen unsere Körper sich zusammensetzen, sind 14 Milliarden Jahre alt. So alt wie das Universum selbst. Und sind unsterblich. Sind ewig jung.

Diese unvergänglichen Grundstoffe ballen sich zusammen zu Atomen. Wie dem Eisenatom, dem stabilsten unter allen, entstanden in verglühenden Sonnen in den Tiefen des Universums, vor Jahrmilliarden. Verglühend zum Staub der Sterne, zur Erde gelangt und als Sternenstaub in meinem, in Ihrem Körper eingebaut.

In das Blut, in den roten Blutfarbstoff. Den Saft des Lebens. Lebt und webt nur mit Eisen, dem Sternenstaub aus verglühenden Sonnen.

Staub, der durch alle Zeiten hindurch schon in zahllosen anderen Geschöpfen vorhanden war, in Bäumen, in Tautropfen, im Schilfgras, im Saurier, in der babylonischen Bäuerin genau wie im germanischen Knappen. Und wenn wir jetzt sterben, dann tragen einige unserer Atome in 50 oder 100 Jahren zur Schönheit der Rosen oder Chrysanthemen bei, die das Kind, jauchzend vor Glück, der Mutter zum Geburtstag schenkt.

Wir sind unsterblicher Sternenstaub. Der Tod also ist Unfug. Wäre auch für Sie, lieber Mitmensch, längst überwunden, wenn Sie sich endlich mal nicht mehr mit sich selbst identifizierten, sondern mit dem Ganzen.

Gelingt. Gelingt manchmal. Beim Träumen. Beim Meditieren, beim … Betrachten des nächtlichen Sternenhimmels.

Dank an Linus Reichlin.

 

Wahnsinnig sinnlich

24.12.2017

Gast News Nr.  37

Das Gemeinwohl, der Respekt vor dem Mitmenschen gilt möglicherweise im ganzen Universum. Hätten Sie das gedacht? Halten Sie das für… merkwürdig?

„Extraterrestrial Altruism. Evolution and Ethics in the Cosmos“., von Douglas A. Vakoch.

Ein seltsamer Titel. Auf was Menschen alles kommen! Überirdisches Gemeinwohl? Kosmische Ethik? Tja… Glauben Sie bloß nicht, Menschen machten mit dem globalen Verantwortungsgefühl auf diesem Globus halt. Mit dem unbändigen Willen des Gut-Menschen nicht zu rechnen, ist töricht (siehe, Gast News Nr. 22).

Wenn er will, der Gut-Mensch, macht er uns für das gesamte Universum verantwortlich.

Wenn er wirklich will, befiehlt er, schreibt er Ihnen universalen Gehorsam vor. Macht Ihnen klar, dass selbst das Universum nicht groß genug sei, um nicht jedem Hofstadter-Schmetterling im gesamten Universum selbstgerecht klar zu machen, doch bitte Rücksicht auf ihn zu nehmen. Auf ihn, den Gut-Menschen.

Hofstadter-Schmetterlinge sind in Experimenten nachgewiesene schmetterlingsartige Formen, bestehend aus Elektronensuppe, die ja überall in der Natur zu finden ist. Ubique, lateinisch für überall. Kommt einfach überall vor. Ist Teil der Naturgesetze. So wie Q10  (Ubiquinon) Teil der Atmungskette ist. Auch überall vorkommt.

Elektronensuppe also gibt es überall im Universum. Aber der Gut-Mensch erhebt sich über das Universum. Wird moralisch sogar gegenüber Elektronen.

Wortgeklingel: Altruismus. Q10. Hofstadter-Schmetterling. Bloße Worte, ein bisschen Druckerschwärze, für ein Meer aus Wahrheit. Etwas uns sinnlich Umringendes. Wie eine Art Magnetfeld.  Das uns – so wie geladenen Elektronen – eine Richtung weist. Ob wir wollen oder nicht.

Sinn? Sinn!

Jetzt könnte man „Sinn“ googlen. Und tausende, zehntausende Stunden des Studierens investieren in die Frage

Woher kommt’s, dass wir uns nicht JETZT alle auffressen?

Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es überhaupt einen? Hindert der uns an der gegenseitigen Vernichtung?

Wirklich…?

Die Antwort auf jede dieser Fragen steht fest. Auch wenn wir nicht alles erfassen, wissen können. Denn Sinnhaftigkeit, zutiefster Sinn findet sich überall. Wenn wir ehrlich sind, mögen wir das gar nicht. Wir sind nämlich Allesfresser. Wir kommen eigentlich mit allem zurecht. Auch mit der Unwissenheit, auch mit der Dummheit. Wir brauchen nicht zu fürchten, dass uns jemals im Leben der „Sinn“ ausgeht.

Wir sind Allesfresser. Finden uns mit fehlenden Antworten noch lange nicht ab. Drum untersuchen wir. Beispielsweise Vogelbeeren. Die kann man essen. Nur muss man die Kerne vorher rausnehmen. Deshalb bohren wir. Deshalb imitieren wir andere. Wenn der da Vogelbeerenkerne rauspuhlen will, was für eine Arbeit!? Dann muss das doch einen Sinn haben…? Imitation.

 

Wenn so viele Allesfresser den Sinn in Allem suchen, alles entkernen, im Universum bohren, das sogar wollen... was für eine Arbeit…! Dann muss das doch auch einen Sinn haben…oder?

Wir handeln, wir imitieren, wir essen: Fleisch, Fisch, Gemüse, natürliche Öle, Nüsse.

Wir suchen die Formen der Welt, indem wir Laufen.

Wir finden die Formen der Welt, indem wir meditieren.

Denn: Effectiveness is the measure of truth (Huna). Heißt: Es lohnt sich!  Das Ergebnis zählt. Tun-suchen-finden.

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