Afghanistan „Die Flüchtlinge gelten daheim als privilegierte Feiglinge“

Von Gastautorin Magdalena Schubert Auch wenn man sich von den Mainstream-Medien innerlich längst verabschiedet und das Abo bereits vor Jahren gekündigt

hat, springen einem doch immer wieder die reißerischen Schlagzeilen in die Augen. Schlagzeilen die Schlägen gleichen. Kaum ein Tag ohne den Namen Trump in Verbindung mit geifernder Empörung. So las ich neulich auf gmx,…

über Ist Aids in Afrika ein Problem? — Vera Lengsfeld

Der Bürgermeister von Volker Poss (SPD) organisierte 2015 Treffen zwischen jungen Mädchen und „jungen“ Flüchtlingen. Nach dem Tod Mias kommt ihm die Forderung nach zu früh. 😢

Frauenzone, Knallverbot, neues Wir-Gefühl: Deutschland intensiviert Sicherheit zu Silvester

Peinlich: Schweizer übersetzt „global warming“ im Trump-Tweet FALSCH mit „Treibhauseffekt“:

https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Minus-40-Grad-klirren-in-Nordamerika-article20206992.html

Wer kann diesen grünen Katzenaugen widerstehen?

http://www.bild.de/regional/berlin/tierheim/wir-wurden-zu-weihnachten-ausgesetzt-54309408.bild.html

In letzter Sekunde wurde eine furchtbare Bluttat auf einem Bahnhof in Wendlingen bei Stuttgart verhindert: Mehrere Männer hinderten einen 23-Jährigen am Freitagmorgen daran, eine Frau vor eine fahrende S-Bahn zu stoßen.

Sie hätten den mutmaßlichen Täter überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Freitag mit.

Gegen den Mann, einen nigerianischen Staatsbürger, wird laut Polizeiangaben wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

http://www.bild.de/regional/stuttgart/verbrechen/mann-will-frau-vor-s-bahn-werfen-54331658.bild.html

Irre! SPD-Bürgermeister von Kandel warnt jetzt vor Fremdenfeindlichkeit und Kritik an Politikern

Die Bluttat von Kandel ist eine von mehreren, die von Afghanen verübt wurden. Hat die Gewalt in dem Kulturkreis Tradition? Entwicklungshelfer Reinhard Erös über Patriarchat, Blutrache und kriminelle Flüchtlinge.

Reinhard Erös, ehemaliger Oberstarzt der Bundeswehr, betreibt gemeinsam mit seiner Frau, der Lehrerin Annette Erös, sowie den fünf erwachsenen Töchtern und Söhnen ehrenamtlich die Kinderhilfe Afghanistan. Seit der Gründung 1998 hat die private Stiftung im Osten des Landes 29 Schulen für 60.000 Schülerinnen und Schüler errichtet. Daneben betreibt die Familie mithilfe afghanischer Mitarbeiter unter anderem Mutter-Kind-Kliniken, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser und Solarwerkstätten. Im Oktober 2014 wurde in Laghman die Deutsch-Afghanische Friedensuniversität eingeweiht. Die Arbeit des 69-Jährigen und seiner Frau wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. 2006 bekam Erös, der sich auch als Autor einen Namen als Afghanistan-Experte gemacht hat, das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Annette Erös erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande.

DIE WELT: Im rheinland-pfälzischen Kandel hat ein angeblich 15-jähriger Afghane ein 15-jähriges Mädchen in einem Drogeriemarkt erstochen. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Es ist nicht die erste, die in den vergangenen Tagen von einem jungen Afghanen in Deutschland verübt wurde. In Berlin hat in der Woche vor Weihnachten ein 19-Jähriger versucht, ein 17-jähriges Mädchen zu ertränken. In Darmstadt stach ein Teenager auf offener Straße auf seine Ex-Freundin ein und verletzte sie schwer. Ist diese Gewalt in der afghanischen Tradition verankert?

Reinhard Erös: Es gibt nicht die afghanische Gesellschaft. Afghanistan ist kulturell eher mit dem Kontinent Europa vergleichbar. In den 34 Provinzen leben 20 verschiedene Ethnien mit 15 verschiedenen Sprachen. Und eine Gesellschaftsstruktur unterscheidet sich von der anderen. Die Rolle der Frau ist bei den patriarchalischen Paschtunen eine andere als etwa bei den Kuchis, in denen die Frauen eine dominantere Rolle spielen. Aber dass Jugendliche gleichaltrige Mädchen bedrohen, verletzen oder töten, ist in keiner Ethnie normal oder gar „an der Tagesordnung“. Wer ein Mädchen vergewaltigt oder tötet, dem droht die Blutrache. In Afghanistan wäre der Jugendliche aus Kandel vermutlich am nächsten Tag tot gewesen.

 

DIE WELT: Immer wieder werden Fälle häuslicher Gewalt bekannt, bei denen afghanische Ehemänner ihre Frauen brutal schlagen oder sogar töten. Liegen solche Taten nicht doch auch in dem Frauenbild einer vorwiegend patriarchalischen Gesellschaft begründet?

Erös: Nein. Gerade wegen des Patriarchats ist es nicht kulturadäquat, die Frau körperlich zu misshandeln. Männer, die ihre Frauen schlagen, gelten als „schwache Männer“, die nicht aufgrund ihrer persönlichen Autorität das Sagen haben, sondern sich mit Gewalt durchsetzen müssen. In Dörfern oder Kleinstädten aber, wo die meisten Afghanen leben, würde sich das ganz schnell herumsprechen. Im Übrigen: In Deutschland werden laut offizieller Statistik jährlich mehr als 100.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt und wird täglich eine Frau, meist vom Partner, getötet.

DIE WELT: Der 15-Jährige, der in Kandel ein Mädchen tödlich verletzt hat, trug wie viele andere gewalttätige Afghanen ein Messer bei sich. Ist das normal in Afghanistan?

Erös: So wenig normal wie bei uns. Morde mit Messer sind eher selten. Allerdings ist die Zündschnur zwischen verbaler und handfester Auseinandersetzung kurz. Wenn es Streit gibt, kann er schnell heftig werden. Dann wird auch geschossen. Grundsätzlich verlieren die Menschen aber nicht gern ihr Gesicht. Sich in der Öffentlichkeit anbrüllen oder prügeln, das gibt es kaum.

DIE WELT: Es wird geschossen?

Erös: Es ist normal, dass Männer Schusswaffen besitzen. Es ist so üblich wie in den USA. Viele Afghanen sind bewaffnet, weil die Autorität des Staates nur wenig funktioniert und sie glauben, sich selbst verteidigen zu müssen.

DIE WELT: Aber es gibt doch auch in Afghanistan eine Polizei.

Erös: Ja, aber die ist so korrupt, dass sie in der Regel auf der Seite der Reichen steht, die Beamte bestechen können. Ob Richter oder Polizisten: In Afghanistan sind neun von zehn korrupt.

DIE WELT: Dass bei uns einige afghanische Männer sehr gewalttätig sind, das lässt sich nicht kleinreden. Sind diese jungen Männer auch durch ihre Erfahrungen in Afghanistan und die Flucht traumatisiert?

Erös: Die wenigsten der mehr als 250.000 Flüchtlinge aus Afghanistan wurden verfolgt. Dass die Taliban 15-Jährige bedrohen, sind Einzelfälle. Gefährlich wird es für einen Afghanen dann, wenn er mit verhassten Amerikanern eng zusammenarbeitet, Taliban ausspioniert und verraten hat. Aber das ist unter den Flüchtlingen bei uns die absolute Minderheit. Die meisten fliehen, weil sie aus ihrer Sicht und der ihrer Familie keine soziale Zukunftsperspektive haben: keinen Arbeitsplatz, ergo kein Geld, ergo keine Chance, eine Familie zu gründen, das Lebensziel eines jeden Afghanen. Deshalb entscheidet die Familie, den 20-jährigen Hassan, der noch aussieht wie 17, nach Deutschland zu schicken. Dort soll er möglichst vom ersten Tag an Geld verdienen, nicht primär eine Ausbildung machen oder gar studieren. Das ist bei der Mehrheit der Flüchtlinge aus Afghanistan die Vorgeschichte.

Viele Familien müssen für diese Reise Schulden aufnehmen, um die Schlepper zu bezahlen. Diese jungen Männer wollen auch nicht dem deutschen Sozialstaat zur Last fallen. Nein, sie wollen hier selbst Geld verdienen, dies nach Hause schicken, damit die Mutter endlich zum Arzt gehen kann und die Geschwister eine Schule besuchen können.

DIE WELT: Sie sind viel in Afghanistan und haben mit Menschen in dem Land zu tun, die mit Ihrer Hilfe für bessere Lebensumstände sorgen, für mehr Bildung und eine bessere medizinische Versorgung. Was denken diese Menschen über diejenigen, die Afghanistan verlassen?

Erös: Es sind ja zu 90 Prozent junge Männer, die aus Afghanistan zu uns kommen. Die werden in der Heimat von den meisten beneidet und gleichzeitig verachtet. Sie gelten als privilegierte Feiglinge. Viele sagen mir auch, dass es sich häufig um Kriminelle handelt, die entweder vor dem Staat oder der drohenden Rache innerhalb des Dorfes fliehen müssen. Die Vorstellung, dass zu uns vorwiegend „arme Hascherl“ kommen, die in ihrem Land völlig unschuldig verfolgt werden, wird in Afghanistan von vielen nicht geteilt.

DIE WELT: Und was denken Sie?

Erös: Von den mehr als 250.000 Menschen, die seit 2014 zu uns gekommen sind, kenne ich nur einige Hundert persönlich. Und unter denen habe ich persönlich keinen erlebt, der kriminell ist. Sehr erschüttert hat mich aber der Fall der Medizinstudentin aus Freiburg, die von einem Afghanen vergewaltigt und ermordet wurde. Die junge Frau hatte sich selbst sogar um Flüchtlinge gekümmert. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie dieser Fall in Afghanistan wahrgenommen wurde.

DIE WELT: Wie sollte man denn Ihrer Ansicht nach mit straffälligen Afghanen umgehen?

Erös: Sie sollten bei uns einen fairen Prozess bekommen, bei erwiesener Schuld verurteilt werden und die Haft dann in ihrer Heimat verbüßen.

DIE WELT: Ist das Risiko nicht zu groß, dass die Straftäter in afghanischen Gefängnissen gefoltert oder getötet werden? Sie sagten, es gebe Blutrache.

Erös: Die Zustände in einem afghanischen Gefängnisse sind, zynisch formuliert, natürlich weniger „resozialisierungsorientiert“ als bei uns, entsprechen im Vergleich eher so manchen Gefängnissen, wie wir sie zum Beispiel aus Frankreich kennen. Misshandlungen im afghanischen Knast durch Mithäftlinge sind dort eher seltener als bei uns. Bei uns kostet ein Tag im Gefängnis zwischen 250 und 400 Euro. Dieser Betrag, regelmäßig bezahlt von unserer Regierung an das afghanische Innenministerium, würde ausreichen, einen Strafgefangenen in einem afghanischen Gefängnis mehrere Monate landesüblich unterzubringen.

Und wenn dann zusätzlich alle paar Monate ein Vertreter der deutschen Botschaft vorbeischaut, sich vergewissert, dass seine Haftbedingungen menschenwürdig sind, und erst dann die Bezahlung fortsetzt, ist der Häftling so sicher untergebracht wie bei uns. Dies wäre im Sinn der Afghanen und auch des deutschen Steuerzahlers.
http://nikola-tesla.de/369-und-die-solfeggio-frequenzwerte

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