Das Asthmaspray

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Asthma und der Kopf

08.03.2018

Gast-News Nr. 40

Das Asthmaspray ist ein treuer Begleiter des Asthmatikers. Man hat das Spray auch dabei, wenn man es nicht braucht. Für den (Un-)Fall, dass man es braucht. Man ist also abhängig. Hat man es einmal vergessen,…beginnt das Kopfkino. Die Angst. Das Asthmaspray bringt also nicht nur körperliche, sondern auch mentale Abhängigkeit.

Auch daran gewöhnt man sich. Interessante Eigenbeobachtung, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Seit Februar 2018 brauche ich es überhaupt nicht mehr. Das Asthmaspray ist nicht nur aus meinem Koffer verschwunden,

    es ist aus meinem Kopf verschwunden.

Natürlich stehen dahinter zunächst ein hervorragendes Aminogramm, Zink, Vit D, Magnesium, Omega 3 und Konsorten. Auch Meditation. Was ist also neu?

Neu ist mein neuer Sport Brazilian Jiu Jitsu.

Und weil dieser Artikel eben eine Eigenbeobachtung ist, meiner eigenen Perspektive entspringt, gehörte schon enormes Selbsterstaunen dazu, ihn überhaupt zu schreiben. Denn Sie wissen, jeder Körper ist anders. Was nutzt Ihnen also die Erfahrung eines Einzelnen? Nach nur einem lausigen Monat Kampfsport?

Brazilian Jiu Jitsu ist ausgelegt auf körperlich Schwache. Der Wikipedia Eintrag umreisst die Geschichte sehr gut. Gearbeitet wird mit Hebeln, Würgegriffen, mit viel Gleichgewichtstraining, Würfen

man liegt unter seinem Gegner. Hitze, schwitzen, der Unterarm des Trainingspartners bahnt sich geschickt den Weg Richtung Hals, mittels Einsatz der Hüfte, blockierenden Griffen, vielleicht ein Knie auf Bauch oder Rippen,…der menschliche Körper kann ein Labyrinth sein. Weitermachen, auch wenn man nicht weiß, was zu tun ist; dann bläst der Gegner noch etwas warme Luft unter den Trainingsanzug, absichtlich, man wird wie von einer Anakonda Schritt für Schritt eingewickelt, das Körper-Gewicht wird maximal effektiv auf den Gegner verteilt, jeder einzelne Griff hat einen Sinn, jeder Fehler wird sofort bestraft…dann einmal nicht aufgepasst, ein kleiner Schubs gegen die Hüfte, falsch Gewicht verlagert, auf die Falle des Gegners reingefallen, man liegt wie eine Bretzel verschnürt plötzlich…woanders. Oder befindet sich in der Luft. Wird natürlich liebevoll und langsam abgelegt. Niemand wird verletzt. Nur sag‘ das deinem Gehirn. Ich werde von mir körperlich weit unterlegenen Teenagern besiegt. Und belehrt. Man fühlt sich unglaublich dumm.

Nach jedem Training, trotz aller Wehwehchen, Freude. Leere im Kopf. Kristallreine Zufriedenheit.

Von Brazilian Jiu Jitsu habe ich noch längst keine Ahnung. Aber von Asthma. Und dem ersten Anzeichen, dass hinter dieser Kampfsportart, die in Deutschland noch deutlich unter dem Radar läuft, viel Potential steckt. Mentale Heilung. Man nennt es nicht ohne Grund „human chess“.

Vielleicht haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Ringen, Judo,…ich freute mich über einen Gedankenaustausch.

 

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