Vitamin D produziert ein Antibiotikum

Katastrophen-Szenario in der Zelle

Artikel #950 vom 09.04.2018

Manchmal erschrecke sogar ich. Beim Lesen biochemischer Artikel. Erschrecke deshalb, weil ich hinter all den ach so wissenschaftlichen Ausdrücken den Menschen sehe. Den leidenden Menschen. Den Patienten. Nämlich Sie. In Ihrer Hilflosigkeit.

Und weil Biochemie, weil Molekularmedizin ein Randthema in der praktischen Medizin ist und wohl auch bleibt (noch?), werden Sie dann beispielsweise am Herzen operiert. Völlig umsonst. Darf ich versuchen, Ihnen das Schritt für Schritt zellbiologisch zu verdeutlichen?

Es geht um drei Substanzen: Um Calcium, Magnesium, Vitamin D. Alle drei essentiell. Also lebensnotwendig. Kümmert Sie das? Kümmern Sie sich wirklich um die korrekten Blutspiegel? Doch, tun Sie zunehmend. Immer mehr Patienten berichten mir, dass sie ihr Vitamin D beim Hausarzt hätten messen lassen. Es tut sich was in Deutschland.

Aber zurück zum Thema. Gelernt habe auch ich, dass

  • der Parathormon-Spiegel im Blut über den Calziumgehalt geregelt wird.

Parathormon ist irgendsoein Hormon, das Sie aus dem Coimbra-Protokoll (News 07.12.2016) kennen sollten. Sie brauchen sich nur den Namen zu merken.

  • Neu ist seit 2013, dass auch der Magnesium-Spiegel die Konzentration dieses Hormones, des Parathormones regelt. War auch für mich neu.
  • In der Praxis: Calcium-Mangel wie auch Magnesium-Mangel (kennen Sie?) führen zu einer erhöhten Bildung von Parathormon.
  • Bekannt war: Das Gleiche erreichen Sie mit einem Vitamin D-Mangel. Ebenfalls seit langem bekannt.

Und jetzt kommt’s: Bei den typischen Mängeln, wie ich sie in Ihrem Blut messe, dürfen Sie sich über ein hohes Parathormon nicht wundern. Nur: Merken Sie ja gar nicht. Wie Sie glauben. Die meisten hören ja erstmals von diesem Hormon. Das hat eine unangenehme Eigenschaft:

  • Parathormon wandelt die sogenannte (stimmt nämlich so nicht) Speicherform Vitamin D (wird üblicherweise bei Ihnen gemessen) in die sogenannte aktive Form, in Calcitriol um. Und jetzt geht’s los:
  • Hohes Calcitriol löst nicht nur Calcium aus dem Knochen, sondern pumpt es auch gleich in die Zelle. Und das ist wahrhaft eine Katastrophe, denn
  • wenn die Zelle voll ist mit Calcium, muss sie etwas anderes auspumpen, nämlich Magnesium und Kalium. Und was das bedeutet, sollten Sie sich vorstellen können:
  • Magnesium-Mangel? Lesen Sie nach. Das schlimmste: Weniger ATP, also weniger Zellenergie. Zusammenkrampfen der Blutgefäße (Migräne, Tinnitus), höchst unangenehme Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck usw.
  • Und Kalium-Mangel? Noch schlimmer. Beginnt bei schlapper Muskulatur (häufige Plage von Läufern), führt über Wassereinlagerung (News vom 19.06.2017) bis zu Herzrhythmusstörungen (VHF). Und selbstverständlich Bluthochdruck.

Resultat: Sie bekommen Tabletten. Weil der Arzt diese Zusammenhänge nicht parat hat. Blutdrucktabletten, Tabletten gegen Herzrhythmusstörungen, es wird zur Ablatio (Herzoperation) geraten…. Sie kennen sich aus. Sie lesen ja diese News.

Zusammenfassung: Kümmern Sie sich um Ihr Calcium, Ihr Magnesium, Ihr Vitamin D. Wer einmal diese Kette biologischer Abläufe durchdacht hat, wird das ab jetzt recht akribisch tun.

Und was sagt die Frohmedizin? Das Leben ist einfach. Verwöhnen Sie sich mit solchen banalen Stoffen und…. viel Leid und Tränen gehen an Ihnen vorbei. Und Sie wissen sogar, weshalb.

Quelle: Das zauberhafte Büchlein von Dr. med. Dipl. Biol. B. M. Löffler. Eine Fundgrube. Heißt „Sie leiden an einer stillen Entzündung?“ Seite 62/63

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Wundheilung

09.04.2018

kann sehr rasch oder aber quälend langsam, verzögert geschehen. Fragen Sie einmal eine Krankenschwester, die mit diesem Problem tagtäglich konfrontiert wird: hochrot geschwollene Wundränder, Eiter, aufplatzende Schnitte, wochenlange Bemühungen, bis es zur sogenannten Sekundär-Heilung kommt. Oder auch gar nicht.

Ich habe als Nachtpfleger auf der Intensivstation Leute sterben sehen, bei denen die Wundheilung nach Operation gar nicht funktioniert hat.

Kann man sich schützen? Kann man sich optimieren? Kann man sich auch hier das Leben leicht gestalten? Fragen Sie einfach ein Reh. Das sich ja auch einmal an der Haut ritzt. Ist in drei Tagen verheilt. Fragen Sie meine Kinder oder mich… Gleiche Beobachtung. Was steckt dahinter?

Vitamin D

Zunehmend eine Wundertüte. Wir entdecken ständig neue Funktionen dieses Hormones. Erst 2004 zwei Arbeiten, welche den entscheidenden Einfluss von Vitamin D auf unser Immunsystem illuminieren und so erstmals die Verbindung von Vitamin D und Infektionskrankheiten neu interpretieren.

    Thomas Mann hatte schon Recht, den Zauberberg hoch dort oben, im Gebirge stattfinden zu lassen. Nahe der Sonne. Da ging es um Tuberkulose und ihre Heilung. Die Neuentdeckung heute: Vitamin D produziert ein Antibiotikum, was Tuberkulose-Bakterien abtötet. Finde ich sensationell.

Und genau diese Entdeckung können Sie benutzen, um Ihre Wunden – nach Verletzung, nach Operation – keimfrei zuhalten. Und damit rasche Wundheilung zu garantieren. Dieses durch Vitamin D produzierte Antibiotikum übrigens heißt

Cathelicidin.
Die Konzentration dieses Wunderstoffes steigt an mit steigendem Vitamin D-Spiegel. Bewiesen 2004/2005. Heißt übersetzt: Ihre Wunde bleibt keimfrei, kann ohne Eiter, ohne schmerzhafte Rötung und Schwellung verheilen.

Wie Vitamin D das bewirkt, wurde erstmals 2007 beschrieben. In einer hochkomplizierten, biochemischen Arbeit, in welcher es natürlich wieder einmal um das An- oder Abschalten von Genen geht.

Dort lesen wir so hübsche Sätze wie den, dass Vitamin D in der Wunde eine „physikalische Barriere“ errichtet, dass Vitamin D „rasch ein anti-mikrobielles Schutzschild“ aufbaut. Klingt überzeugend.

Kinder verletzten sich häufig beim Spielen. Vielleicht neben dem täglichen Multi-Vitaminpräparat ab jetzt noch mehr auf die richtige Vitamin D- Dosis achten?

Quelle: J Clin Invest 117: 803(2007)

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