Bor und Sex und Darm

Diabetologe gesucht

Artikel #952 vom 23.04.2018

Schreibt mir eine Heilpraktikerin und bittet um Hilfe. Sie sucht für eine Patientin einen Diabetologen, der auf dem neuesten Wissensstand der Medizin therapiert. Musste ich lächeln.

Wie viel Diabetologen in Deutschland kennen wohl die zwei Arbeiten, in denen Jugendliche mit Diabetes Typ I geheilt wurden? Geheilt bedeutet: Keine Tabletten, kein Insulin. Die leben wie Sie und ich. Gibt es natürlich nicht in der Schulmedizin. Tja…

Nach dem gleichen Prinzip auch in meiner Praxis behandelt zwei Jugendliche: Diabetes Typ I, brauchen kein Insulin… mehr! Und genau darüber berichtet die verzweifelte Heilpraktikerin:

„Ich habe schon seit 2 Jahren eine Patientin mit Typ I Diabetes.

Sie kam damals zu mir mit der „frischen Diagnose“ und hat Insulin gespritzt, wollte dies aber nicht dauerhaft tun müssen.

Da ihr Mann an Demenz leidet, habe ich den gleich mittherapiert und beide auf ketogene Diät gesetzt.

Die Dame hat jetzt einen HbA1c von 6,3% und fühlt sich super ohne jede Medikamente. Sie ist gertenschlank und glücklich und hat auch sonst super Blutwerte.

Die betreuende Diabetologin hatte ihr schon vor 2 Jahren von diesen „Experimenten“ abgeraten und ihr die düstere Zukunft prophezeit.

Als meine Patientin jetzt wieder da war, warnte sie die Diabetologin noch einmal sehr böse „mit diesem Quatsch weiterzumachen“, das sei „unverantwortlich“ sich „so herunterzuhungern“.

Meine Patientin parierte, sie hungere keineswegs und würde im Gegenteil sehr schlemmen, dabei aber schlank bleiben, ihr fehle es an nichts, ob denn ein HbA1c von 6,3% nicht eigentlich sehr gut sei und doch eher ein Indiz dafür sei, dass sie so weiter machen könne wie bisher.

Die Diabetologin antwortete nicht und schüttelte nur energisch den Kopf.

Meine Patientin fühlt sich natürlich völlig fehlbetreut. Nun fragte sie mich, ob ich ihr nicht einen anderen Diabetologen empfehlen könne. Doch ich kenne einfach keinen.

Haben Sie nicht nach all den Jahren einen Tipp für mich? Suche jemand im Ruhrgebiet…“

Leider ist mir solch ein Diabetologe nicht bekannt. Liegt natürlich an mir. Denn ganz sicher gibt es kluge, weitergebildete Kollegen auf dem neuesten Stand. Sie dürfen diese News als Hilferuf verstehen.

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Vom Schaden der Antibiotika

23.04.2018

Die Entdeckung des Penicillines war ein Segen für die Menschheit. Hat eine neue Epoche eingeleitet. Hat Millionen und aber Millionen Menschenleben gerettet. Stimmt alles.

Dass Rehe selten Penicillin-Tabletten verspeisen, fällt uns Menschlein gar nicht auf. Wir denken eben Ich-bezogen. Und glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Tiere glauben das nicht. Die leben einfach. Und überleben.

Überleben dank ihres Immunsystemes. Wir machen das ein bisschen geschickter: Wir stören, zerstören unser Immunsystem durch unsere (bekannte) Lebensweise und erfinden dann Penicillin. Ja – so kann man es auch machen.

Wenn sich Penicillin und Co. nicht langsam als Danaer-Geschenk erweisen würden. Stichwort multiresistente Keime.

Die Häufigkeit von MRSA (multiresistenter Staphylococcos aureus) im stationären Bereich liegt bei über 20%, im ambulanten Bereich bei 13%. Daran kann man sterben.

Penicillin, Antibiotika generell töten Keime. Höchst erwünscht, wenn die richtigen getroffen werden. Dummerweise töten die viele Keime. Auch im Darm. Weiß jeder von Ihnen, der nach Antibiotika Durchfall bekommen hat. Und langsam, ganz langsam spricht sich herum, dass das kein „Nebeneffekt“, dass das keine „Nebenwirkung“ ist, sondern sehr wohl eine Hauptwirkung. Die Darmflora wird gestört, zerstört, kaputt gemacht. Wir hatten gestern gelesen, mit welchen Krankheiten (so ziemlich allen, die wir kennen) gestörte Darmflora zusammenhängt.

Ganz langsam wachen wir auf. Denken über Antibiotika neu nach.

Für mich so erschreckend die unten stehende Abbildung. Die mir das erste Mal klargemacht hat, was 10 Tage Clindamycin (ein Antibiotikum) im Darm anrichtet: Nämlich 9 Monate tödliches Schweigen im Darm. Keine Flora mehr. Und selbst 12, 18, 24 Monate später immer noch ein völlig gestörtes Bild. Und das nach einmaliger Antibiotika-Gabe. Wussten Sie das? Antibiotika bekommen wir bereits als Kinder. Jetzt erstmals wird mir klar, was wir da in unserem Inneren, im Darm wirklich anrichten. Und zwar auf Dauer anrichten.

Wenn wirklich Zusammenhänge bestehen zwischen gestörter Darmflora und Krankheiten wie Asthma, Depression, Übergewicht, Darmkrebs, Parkinson…. (siehe News vom 26.03.2018), dann

erweisen sich Antibiotika ja sehr viel potenter als unsere ungesunde westliche Ernährung bei der Erzeugung dieser Krankheiten.

Penicillin…. ein Danaer-Geschenk? Vielleicht hätte man sich besser mit dem gleichen Arbeitsaufwand, mit dem gleichen Fördermitteln auf den Begriff „gesundes Immunsystem“ stürzen sollen.

Aber hinterher ist man immer klüger. Zum Glück können Sie heute für sich diese Entscheidung jeden Tag aufs Neue treffen.

Quelle: 118 Literaturstellen. Kann ich Ihnen gerne zukommen lassen. Die meisten Arbeiten zwischen 2010 und 2017. Also nagelneu.

aus: nutrimmun-Fachinformation, S. 9

 

Bor und Sex

22.04.2018

Die Medizin, die Biochemie hält immer neue Überraschungen bereit. Neu heißt: Neu für uns. Der Medizin selbstverständlich schon längst bekannt: Die höchst erwünschten Wirkungen von Bor. Auch eine dieser essentiellen Substanzen. Wird meines Wissens in Deutschland nur in einem einzigen Labor gemessen.

Heißt: Ein recht unbekannter Stoff. Wir würden täglich so etwa 0,25mg zu uns nehmen. Empfohlen freilich werden 3 -5 mg. Nur: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Bis ich vom Zusammenhang zwischen Bor und Testosteron las. Also dem inneren Antrieb. Dem Motor, der uns aktiv macht… auch im Sex-Leben. Dazu zwei kleine Studien:

  • Schon 1987 wusste man, dass 3mg Bor pro Tag bei Frauen nach der Menopause
  • Östrogen und Testosteron deutlich erhöhte.
  • Die Ausscheidung von Kalzium und Magnesium im Urin deutlich erniedrigte.

In dieser Studie ging es hauptsächlich um die Verhinderung von Kalziumverlust und daraus resultierender Osteoporose. Aber das mit der Magnesium-Einsparung interessiert Sie vielleicht auch.

  • 2011 wurde dann bewiesen, dass 10mg Bor innerhalb von einer Woche bei Männern
  • das freie (aktive) Testosteron erhöhte, Östrogen erniedrigte.
  • Sowie – ganz wichtig – Entzündungsfaktoren wie CRP und TNF-a (Tumornekrosefaktor α) erniedrigte.

Dies sei, so die Autoren, die erste Studie, die den Anstieg des aktiven Testosterons beim Manne nach Bor bewiesen hätte.

Interessiert mich. Interessiert mich sehr. Die forever young – Philosophie betont Eigenverantwortung. Schön und gut. Aber wenn der Antrieb, wenn die Energie fehlt? Sie verstehen schon, weshalb ich Testosteron (und Wachstumshormon) für die wichtigsten, die entscheidenden Hormone im menschlichen Körper halte. Bei Männlein und Weiblein.

Quelle:
FASEP J 1987 Nov;1(5): 394
J Trace Elem Med Biol. 2011 Jan;25(1):54

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