„das schlaf-gut buch“.

Stressresistenz

10.10.2018

Kennen Sie den wesentlichen Unterschied zwischen der Ameise und dem Adler? Ganz einfach: Der eine wuselt und kämpft sich durchs Leben, der andere schwebt souverän darüber. Haben Sie´s vor Augen? Die Bilder sprechen doch eine deutliche Sprache. Sind natürlich Symbole, aber jeder von Ihnen fühlt die Wahrheit dahinter. Wenn Sie mich fragen, wie Sie von der Ameise (war ich 45 Jahre lang) zum Adler werden können, ist meine erste Antwort: Kümmern Sie sich um die Basis.

Die Basis

Damit meine ich Molekularmedizin. Die Blutanalyse. Und darf’s Ihnen gleich erklären. Ich zitiere einmal ein paar Gedanken.

„Fakt ist: Es gibt Menschen, die tagsüber sehr gestresst sind und trotzdem abends abschalten und gut schlafen können. Bei ihnen funktioniert die Regeneration, sie können trotz vollen Terminkalenders und großer Verantwortung entspannen, sie können abschalten, auch wenn Aufgaben unerledigt bleiben. So erhalten sie ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden aufrecht.

Andere können das nicht. Bei ihnen dreht sich das Karussell mit dunklen Gedanken immer weiter, auch in der Freizeit, auch abends im Bett, auch in der Nacht. Nach Erkenntnissen der Wissenschaftlern des Karolinska Instituts in Stockholm ist vorrangig nicht Stress Grund für ein Burnout, sondern Schlafmangel in Kombination mit Stress.

Da frage ich mich: Warum hat denn der eine Probleme mit dem Schlaf und der andere nicht? Warum findet der eine Abstand und der andere bleibt im Hamsterrad hängen? Oft sind gerade die Menschen, die so aufgewühlt sind, so innerlich unruhig und nervös sind, dass sie Entspannung dringend nötig hätten, überhaupt nicht mehr dazu in der Lage. Von Meditation mag ich da gar nicht mehr sprechen, die Betroffenen kommen mit den üblichen Techniken der Meditation nicht zurecht.

Warum? Weil auch hier gilt: Erst der Körper, dann der Geist. Zuerst müssen die Moleküle des Körpers in Ordnung gebracht werden, erst dann kann das Hirn umschalten auf Nachtruhe, auf Sendeschluss. Stichwort Magnesium, das Salz der inneren Ruhe. Stichwort Serotonin, das Hormon der Souveränität, des Abstandes. Wenn die Basis gelegt ist, kommt auch der Schlaf.

Es ist schon richtig, dass täglicher Ausdauersport und Meditation unerlässlich sind auf dem Weg ins Reich der Adler, doch ist unabdingbar als Voraussetzung: Der funktionierende Organismus.

Sie sind nun einmal unbestreitbar eine Anhäufung von Molekülen. Und für optimale Funktion dieser Anhäufung brauchen Sie jedes dieser Moleküle in der optimalen Menge. Grundidee der Blutanalyse.

Sie unterschätzen mir diese Messung. Glauben, die mal so ganz nebenbei in irgendeinem Labor anfertigen zu lassen können. Stimmt schon. Die hohe Kunst dabei ist die Interpretation. Die Deutung. Das Wissen um Soll-Werte, nicht Ist-Werte. Ist-Werte werden ausgedruckt vom Laborarzt. Das sind die Durchschnittswerte der kranken Bevölkerung.

Soll-Werte muss man sich erarbeiten. Hat mich Jahrzehnte gekostet.

Quelle: „das schlaf-gut buch“. Erscheint am 15.10.2018

 

 

Der zweite Vortrag des Symposiums für „Evolutionäre Medizin und Gesundheit“ (siehe Gast News Nr. 58): Die Neandertaler-„medizin“, von Prof. Martin Bergmann.

Im Jahr 1856 wurde im Neandertal ein Schädel entdeckt. Damalige Wissenschaftler folgerten, dass es ein alter, schwerkranker Mann gewesen sei. Niemals ein menschenähnlicher, ausgestorbener Verwandter des Menschen. Lustig, gell.

Auch damals, wie heute, wurde die Wissenschaft von der „confirmation bias“ dominiert.

Trifft man auf Erstaunliches und Neues, folgt zunächst die Talmenschenlogik. Ernüchterung. Egal in welchem wissenschaftlichen Bereich. Der Mensch präferiert altbewährte Erklärungen für neue Phänomene. Altbackenes und Bewährtes,…denn sein eigenes Weltbild zu ändern erfordert, Fehler einräumen zu können. Die schon während des Pleistozäns überholten Ernährungsempfehlungen der DGE basieren auf genau diesem menschlichen Verhalten. Auf prähistorischen Professoren, die sich lieber auf Altbackenes stützen.

Wussten Sie, dass die erste Messung von Gravitationswellen – ernüchternd – als Manipulationsversuch angesehen wurde, weil die Apparaturen bereits 30min nach Einschalten ausschlugen?

Der Prähistoriker Ralph Solecki jedenfalls erkannte, dass „der Verwandte“ dem Menschen ähnlich war. Der Neandertaler zeigte soziales Gruppenverhalten und verfügte über primitive medizinische Kenntnisse.

Er aß Kamille und Schafgarbe, Kreuzkraut, Malve und Kornblume. Meerträubel und Schachtelhalm, kochte und verzehrte Stärkekörner.

Neandertaler lebten in geringer genetischer Vielfalt und sorgten sich um Verletzte. Knochenfunde belegten, wie einige schwerstverletzte Neandertaler jahrelang aufgrund des sozialen Zusammenhalts überlebten. Hirnhautentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, schiefer Zusammenwuchs von Brüchen. Auch Erblindung, ausgefallene Zähne und Speerverletzungen wurden überstanden.

Der Neandertaler war extrem muskulös und benötigte täglich 5000-6000 Kalorien. Und auch wenn er ausgestorben ist, so profitieren wir heute noch von seinem Genom, das wir zu 2 – 4 % in uns tragen. Es schützt vor dem Epstein-Barr Virus.

Ausgestorben ist er übrigens aufgrund der damaligen Klimabedingungen. Es gab nur wenige Hotspots an Klimazonen, die bewohnbar waren. Ebenso aufgrund der geringen Anzahl an Neandertalern, der zu nahen Verwandtschaft, und auf Grund des hohen täglichen Energiebedarfs.

„Der Mensch“ ist ebenfalls für extreme Bedingungen geschaffen. Da braucht sich der deutsche homo sapiens nicht zu verstecken. Das wissen wir. Ganz sicher: Denn:

Auf Platz 5 der häufigsten Google-Begriffe in Deutschland 2017 thront:

„Dschungelcamp“.

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