dass Nierenkranke eben Diabetiker sind

 

Eiweiß und Niere

22.10.2018

Tagtäglich werde ich mit der besorgten Frage konfrontiert, ob zu viel Eiweiß nicht der Niere schade. Frag ich mich immer: Was heißt „zu viel“? Wenn wir in einem wissenschaftlichen Bericht über Inuit lesen, dass die auch mal „fünf bis zehn Pfund Fleisch am Tag“ essen, und zwar ausdrücklich ohne Nierenschaden (gemessen), hat man die Frage nach dem „zu viel“ schon beantwortet.

Besser gesagt: Nicht „man“, sondern die Natur. Es gibt zum Thema Eiweiß und Niere bereits hunderte von Studien. Weshalb wohl? Weil die besorgte Frage immer und immer wieder gestellt wird. Also hab ich Ihnen mal den heutigen Wissens-Stand zusammen geschrieben.

Eines der unendlichen Themen in der Medizin betrifft Eiweiß und die Niere. Nicht die gesunde Niere: Es gibt keine Obergrenze der Eiweißzufuhr für einen gesunden Menschen.
Beweist Ihnen jeder Löwe. Akzeptiert.

Möglicherweise ist das aber anders bei der kranken Niere. Und weil tatsächlich nicht in den Körper eingebautes, nicht benötigtes, überschüssiges Eiweiß über die Niere ausgeschieden wird, hat man Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, mit kranker Niere das Eiweiß möglichst verboten. Um die Niere nicht „zu belasten“. Klingt ja zunächst vernünftig.

Nur sind dann diese Menschen leider verfrüht gestorben. Unterernährt. In der Sprache der Ärzte an „Malnutrition“. Weil Eiweiß nun einmal das Immunsystem des Menschen ist. Und wenn Sie die Niere (völlig überflüssiger- und fälschlicherweise) schonen durch weniger Eiweißzufuhr, der Mensch aber mit geschwächtem Immunsystem an Lungenentzündung stirbt … dann denkt man neu nach.

So Dr. R. Hetzel von der Nephrologischen Universitätsklinik in Düsseldorf, der meint, dass die früher allgemein übliche Eiweißeinschränkung heute nicht mehr empfohlen werden kann. Nicht einmal bei der „terminalen Niereninsuffizienz“. Also bei den schwerst Nierenkranken. Selbst bei denen empfiehlt Dr. Hetzel heute 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Also präzise die gleiche Zahl wie bei gesunden Menschen. Denn:

„bei vielen Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz besteht bereits eine Malnutrition, die durch diätetische Empfehlungen keinesfalls verstärkt werden sollte, so Hetzel“.

Kommt hinzu, dass in Studien nachgewiesen wurde, dass der Eiweißspiegel im Blut positiv mit dem Langzeitüberleben korreliert. Heißt also: Je höher der Eiweißspiegel, desto länger wird gelebt. Wir sprechen hier von Nierenkranken! Und deswegen das Zitat:

„eine pragmatische Lösung stellt daher die Empfehlung dar, bei Diabetikern mit eingeschränkter Nierenfunktion (auf weniger als 50% der Normalfunktion) die tägliche Eiweißaufnahme auf ca. 0,8 g pro kg pro Tag einzustellen. Dies entspricht der Empfehlung der DGE für Gesunde“.

Aufgefallen? Wie hier ganz plötzlich auf einmal das Wörtchen „bei Diabetikern“ auftaucht?
Will uns sagen, dass Nierenkranke eben Diabetiker sind. Fast ausschließlich. Dass die Niere also durch Kohlenhydrate zerstört wurde. Nicht etwa durch das Eiweiß. Und dass man dann, wenn es zu spät ist, sich über Eiweißbelastung Gedanken macht.

Hätte man sich die Gedanken nicht vorher beim Thema Zucker und Mehl machen müssen?
Den Patienten ‐ ach was: Den noch Gesunden, also Sie ‐ rechtzeitig und richtig (!) beraten müssen?

 

Hölzel 2004

Artikel #981 vom 22.10.2018

Ist ein fester Begriff geworden in meiner Praxis. Ein Schlagwort. Gemeint ist eine Publikation von Prof. Hölzel, München, im Jahre 2004. Glänzend zusammengefasst und erläutert ausgerechnet im SPIEGEL (41/2004, S. 160), aber eben aus der Feder von Jörg Blech. Sollten Sie kennen. Sollten Sie sehr gut kennen. In seiner unaufgeregten, gründlichen Art erklärt er uns, was Hölzel zeigen konnte. Schön ausgedrückt im Titel dieses Artikels:

GIFTKUR OHNE NUTZEN

Gemeint ist die Chemotherapie. Hier hat sich endlich mal jemand hingesetzt, und hat längst vorhandene Daten von Tausenden Patienten ausgewertet. Hat Licht gebracht in die so diametralen Meinungen von aktiven Ärzten, von Onkologen. Drei darf ich zitieren:

„Die Chemotherapie hat sich in den vergangen 20 Jahren deutlich verbessert, so der niedergelassene Onkologe Friedrich Hoverkamp, 47. Es lassen sich „beträchtliche Lebensverlängerungen“ erreichen.“

Ein positiv denkender Mensch. Sehr zu begrüßen. Nun ja: die von ihm verabreichte Chemotherapie bekommt natürlich der Andere, nicht er selbst. Das Prinzip kennen wir aus der Politik. Aber weiter:

„Gerhard Schaller, 52, Gynäkologe an der Uni Bonn konstatiert: Für das Überleben von Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs hat die Chemotherapie bisher praktisch nichts gebracht – viel Lärm um nichts.“

Das klingt ganz anders. Dabei ist Brustkrebs doch wohl der häufigste, der praktisch am wichtigste Krebs. Oder

„Wolfram Jäger, 49, Leiter der Gynäkologie der städtischen Kliniken Düsseldorf: Es gab und gibt keine Erfolge. Da werden riesige Mengen von Frauen behandelt, ohne dass ein Nutzen tatsächlich bewiesen wäre. Wenn Sie das den Patientinnen sagen, die verzweifeln ja total.“

Oh! Hier steht´s! Haben Sie den letzten Satz verstanden? Verstanden, weshalb auch diese Onkologen sehr wohl Chemotherapie verabreichen? Weil, ich zitiere

„… die Ärzte ihren Patienten nicht eingestehen wollen, dass sie dem Krebs gänzlich wehrlos gegenüberstehen… aus diesem Grund ist die Giftkur zu einem Dogma der Medizin geworden.“

Klingt schon ganz anders. Ich glaube, der Mann hat Recht. Ein anderer Kölner Chefarzt sagte einmal: „Die Patienten erwarten das von uns“. Gemeint war die Chemotherapie. Denn um die Arbeit von Hölzel, 2004 in wenigen Worten zusammenzufassen

Mehr als die Hälfte aller neu auftretenden Krebse (von 465.000 jedes Jahr) sind metastasierende Karzinome in Darm, Brust, Lunge und Prostata.

Für diese Karzinome hat es in den vergangenen 25 Jahren keinerlei Fortschritt gegeben.
Oder genauer: Die Lebenserwartung hat sich praktisch nicht verändert.

Dazu noch zwei Zitate, so bemerkenswert herausgearbeitet von Jörg Blech:

1985 erklärte der ehemals Direktor der Gynäkologie der Uni Hamburg – Eppendorf auf einem internationalen Kongress: „Es sollte uns nachdenklich stimmen, wenn eine zunehmende Zahl von Ärztinnen und Ärzten sagen: „An mir würde ich eine solche Therapie nicht vornehmen lassen“

Höre ich immer wieder von Kollegen. Könnten natürlich Einzelfälle sein. Könnten. Zehn Jahre später der Epidemiologe Ulrich Abel von der Uni Heidelberg

„Nach Sichtung mehrerer Tausend Studien zur Chemotherapie stellt er fest, dass „bei den meisten Organkrebsen keinerlei Belege dafür existieren, dass die Chemotherapie die Lebenserwartung verlängert oder die Lebensqualität verbessert.“

Klare Worte. Haben wir jetzt alle verstanden. Aber große Vorsicht. Vorsicht, Vorsicht!

  • Das gilt nicht, Chemotherapie wirkt also bei Lymphdrüsenkrebs, Hodgkin, Leukämie, Sarkomen und Hodenkrebs.
  • Und noch einmal Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht: Heute (ausdrücklich heute!) rate ich dringend jedem zur Chemotherapie. Seit ich weiß (ich muss vorsichtig sagen, seit ich glaube), dass unter Ketose, mit einem perfekten Aminogramm und massivem Vitamineinsatz Chemotherapie plötzlich

hält, was sie verspricht.

Ein völlig neuer Ansatz. Eingeleitet durch Professor Longo. Kennen Sie.

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Impressionen Evolutionäre Medizin und Gesundheit, Teil VI

22.10.2018

Gast News Nr. 64

Fortsetzung von Teil V (siehe News)

„Die Chemie der Befruchtung“, der sechste Vortrag von Prof. Timo Strünker. Es geht um den Einfluss von Chemikalien, mit welchen wir im Alltag in Berührung kommen. Und wie sich diese auf die Befruchtung auswirken.

Es geht also auch um die Geburtenrate des zivilisierten Genussmenschen. Es geht um seine abnehmende Fruchtbarkeit.

Soziologen erklären die sinkenden Geburtenraten nicht mit Molekülen: „Lohnabhängige stehen nicht in einem ökonomischen Generationenvertrag. Lohnabhängige haben also keine wirtschaftlichen Interessen an eigenen Kindern“, so Prof. Heinsohn. Deutschland hat 44,78mio. Erwerbstätige. Davon sind lediglich 1,407mio. selbstständig. Zudem sind über 52 % der deutschen Bevölkerung von Sozialhilfe abhängig. Deutschland setzt auf Innovation, also wird der deutsche Innovations-Karren immer schwerer zu ziehen sein. Der Import von Fachkräften ist ein moralisiertes Tabu. Jeder darf kommen.

Schwere Kost, die Geisteswissenschaft. Basiert eben auf Zahlen und Gedankenexperimenten.

Ganz anders da der Vortrag von Prof. Strünker. Er zeigte Aufnahmen von Spermien. Und erklärte uns, dass diese einen über 7km langen Kanal (auf die Körpergröße eines Menschen umgerechnet) entgegen der Strömung schwimmen müssen. Sich also leicht verirren können, und deshalb geführt werden müssen. Und dann gegen Ende einen enormen Kraftaufwand benötigen, um in die Eizelle eindringen zu können.

Für das Führen und den Kraftaufwand benötigt das Spermium einen Lockstoff und kraftvollen „Flossenschlag“, implizit erzeugt durch das Sexualhormon Progesteron. Welches durch Calcium in das Spermium eingespielt wird.

Damit ist der gesamte Befruchtungsvorgang hormongesteuert.

Die Frage ist nun, ob bereits kleine Mengen aus Alltagschemikalien diesen Befruchtungsvorgang stören können.

Und leider ist die Antwort ja. Bereits normale Mengen an UV-Blocker (Sonnencreme) beeinflussen experimentell nachweislich das Spermium. Auch wenn der Gesamteinfluss auf den Befruchtungsvorgang eher unbedenklich ist, wenn NUR UV-Blocker getestet werden.

Auf dem Symposium zeigte Prof. Strünker Aufnahmen eines Spermiums, wie es elegant und symmetrisch-kreisend schwimmt, wenn es Progesteron wahrnimmt. Bei Zugabe von 4-MBC, wie es in Sonnenmilch vorkommt, krümmte es sich, drehte sich ungeschickt im Kreis.

Besonders wichtig hier ist die Erkenntnis am Ende des Vortrags. Wir werden im Alltag eben nicht nur von einer Chemikalie infiltriert. Also eben nicht nur 4-MBC. Sondern von einer Vielzahl aus Stoffen.

Die Wirkung dieser Stoffe verhält sich leider nicht additiv, sondern synergistisch. Also 1 + 1 + 1 + 1 sind dann nicht 4, sondern eher 9. Bereits geringe Mengen von Alltagschemikalien haben in Summe überproportionalen Einfluss auf unsere Geburtenrate (siehe News vom 23.09.2013)

Die Mischung macht‘s.

Wir sind eben kein Stück besser als die Römer es waren (siehe Gast News Nr. 63).

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