kommen und lecken daran

 

Gibt es ein Testosteron-Gen?

21.11.2018

Eine der wichtigsten, wenn nicht tatsächlich die wichtigste Entdeckung der Medizin der letzten 100 Jahre waren nicht etwa die Gene an sich, sondern die Tatsache, dass wir es in der Hand haben, Gene an- und abzuschalten.
Das klingt für den Laien immer so kompliziert. Wie soll ich „Gene abschalten“? Bis Prof. Ornish, man of the year, per Stanzbiopsie in ein Prostatakarzinom hinein bewiesen hat, dass allein durch Vitamingabe plus Eiweiß Hunderte von typischen Krebsgenen abgeschaltet wurden. Heißt: Überhaupt nicht kompliziert. Kümmern Sie sich einfach um Ihre Vitamin-Versorgung. Beispielsweise.

Ausdauersport bewirkt das Gleiche. Hier in meiner Gegend radeln sie herum,  die Gen- An- und Abschalter. Ausdauer-Sportler. Rennradfahrer. Fast täglich – auch im Herbst, gelegentlich auch im tiefsten Winter – mit dem Rennrad unterwegs. Stundenlang.
Ausnahmslos schlanke, zähe, wettergegerbte Figuren. Denen man auf fränkischen Straßen begegnet, kurz ein Wort wechselt, auch einmal ein paar Kilometer zusammen fährt.

Was die da tun, auf ihren Rennrädern? Gene abschalten. Diese Übersetzung, diese Erklärung ins „normale“ scheint mir wichtig. Wir – auch wir Ärzte – sollten langsam verinnerlichen, was das Wort „Lifestyle“ mit chronischer Gesundheit zu tun hat. Genau dies hat man an der Uni Birmingham untersucht.

Verglichen wurden  125 langjährige Rennradfahrer im Alter von 50 bis 80 Jahren mit 75 gesunden Erwachsenen gleichen Alters, die nicht regelmäßig Sport trieben

Die hat man nun im Labor untersucht, Blut abgenommen usw. Und hat gefunden, dass die trainierten Radfahrer

  • kaum Muskeln einbüßen – im Gegensatz zu den gesunden Sitzenbleibern.
  • ihr Körperfettanteil auch im Alter konstant bleibt. Angeblich, so höre ich immer wieder, wird man im Alter ja unausweichlich dicker.
  • auch Cholesterin- und Testosteronspiegel im zunehmenden Alter konstant blieben. Auch der Testosteronspiegel!!!

Testosteron ist der innere Antrieb. Testosteron reguliert Ihre Fettverbrennung. Testosteron brauchen Sie für viele rote Blutkörperchen, also den Sauerstofftransport im Körper. Testosteron ist – nach meiner Meinung – das zweitwichtigste Hormon im menschlichen Körper.

Und noch etwas fanden die Forscher der Uni Birmingham:

  • Langjährige Radfahrer bildeten ähnlich viele Immunzellen wie eine Vergleichsgruppe von Erwachsenen zwischen 20 und 36 Jahren.

Heißt: Sind immun gegen Erkältungskrankheiten. Auch im hohen Alter von 80. Wenn man außerdem bedenkt, dass Ihr Immunsystem bestimmt, ob Sie Krebs bekommen oder nicht…. Dann haben Sie langsam verstanden, weshalb sich

Rad fahren, täglich Rad fahren sehr wohl lohnt

Die gleiche Studie kann man selbstverständlich auch bei Läufern durchführen. Nur gibt es eben manche 70 bis 80-jährige, die mit dem Laufen wenig anfangen können (Arthrose usw.). Für die gilt: Aufs Rad, Kamerad!

 

Gen – geplaudere

23.11.2018

Es gibt Schriftsteller mit der Gabe, auch schwierige Zusammenhänge in leicht-hüpfender Form darzustellen. Uns wissenschaftliche Erkenntnisse näher zu bringen. Manchmal sogar richtiggehend aufzuklären, auf die Spur zu setzen.

Einer davon ist Michael Crichton. Der Erfinder des „Jurassic Park“. Ihnen bekannt. Hat mich lange vorher schon fasziniert mit seinem Dutzend Büchern. Hat mich auf die NASA-Spur gebracht. Also die Dokumentation der kommenden Klimakatastrophe. Die selbstverständlich – dokumentiert – völlig anders aussieht, als die Medien Sie das glauben machen wollen. Aber nun ja: Wer sind die Medien? Die wissen ja auch, dass low carb das Leben verkürzt.

Michael Crichton hat den üblichen Schriftsteller eines voraus: Er ist Arzt. Internist. Aber auch Weltreisender. Wunderschöne Zusammenfassung seines Wissens, besser gesagt, seiner Gefühle in „Im Kreise der Welt“. Sollten Sie wirklich kennen.

In diesem Büchlein hat er mir erklärt, wie Astrologie funktioniert. Simpel, schlicht, einleuchtend, endlich verständlich.

Crichton lässt nun einen Professor Garfield von der University of Minnesota über Gene plaudern. Daran würde ich Sie gerne teilhaben lassen. Um des Lerneffekts willen:

Täglich lesen wir neue Studien über „Gene für dies“ oder „Gene für das“. Bisher hat sich noch keine dieser Studien als wahr herausgestellt.
Frägt Senator Wilson: Wie bitte? Ich dachte es gibt ein Gen für Homosexualität?
Garfield: Eine statistische Assoziation. Nicht die Ursache, also nicht ursächlich. Es gibt kein Gen, das die sexuelle Orientierung festlegt.
Wilson: Ja, aber ich dachte es gibt ein Gen für Gewalttätigkeit (Kriminelle, Gefängnis-Insassen wären damit entschuldigt)?
Garfield: Dem ist man nachgegangen. Ausführliche weitere Forschung hat dies widerlegt.
Wilson: Ich habe von einem Schlaf-Gen gehört.
Garfield: In Ratten.
Wilson: Und das Gen für Alkoholismus? (das hätte er wohl gern…)
Garfield: Hat der Forschung nicht standgehalten.
Wilson: Aber wir kennen doch ein Diabetes-Gen, oder?
Garfield: Bisher haben wir 96 Gene identifiziert, die im Falle Diabetes gehäuft auftreten. Wir werden zweifellos noch mehr finden.

Längeres Schweigen. Bis einer bemerkt: Wenn man bisher keine Gen-Verhalten Beziehung beweisen konnte, weshalb macht man dann eigentlich solch ein Gedöns über Gen-Medizin?

Garfield: Ein Medien-Mythos. Sie können auch die mangelhafte Bildung des Volkes anschuldigen. Denn die Öffentlichkeit glaubt gerne, dass Gene Ihr Verhalten steuern. Das scheint ja Sinn zu machen.  In Wahrheit aber ist weder Haarfarbe noch Körpergröße so einfach fixiert bei Genen.
Wilson: Moment. Warten Sie. Körpergröße ist nicht genetisch festgelegt?
Garfield: Für den einzelnen Menschen doch. Wenn Sie größer sind als Ihr Freund, ist der Grund höchstwahrscheinlich Ihre größeren Eltern. Für die Bevölkerung aber ist Körpergröße eine Funktion der UMWELT.
In den letzten 50 Jahren sind die Europäer alle 10 Jahre 2,5 cm gewachsen. Auch die Japaner. Das ist viel zu schnell, als das man das mit einer Gen-Veränderung erklären könnte. Das Größenwachstum ist komplett das Resultat der Umwelt – vorgeburtliche Vorsorge, Ernährung, Gesundheitswesen usw.

Kurz und gut: Es fällt hier der Satz, dass Wissenschaftler sich noch nicht einmal einig sind, was ein Gene überhaupt ist. Es gäbe keine einzelne, allgemein akzeptierte Definition eines Genes. Sondern es gäbe 4 oder 5 verschiedene Erklärungen.

Wilson: Ich dachte, ein Gene ist ein Abschnitt auf dem Genom. Eine Basen-Paar-Sequenz, ATGC, ein Code für ein ganz bestimmtes Eiweiß.
Garfield: Das ist eine Definition. Aber die genügt einfach nicht. Weil eine einzelne ATGC-Sequenz der Code für mehrere Eiweiße sein kann.
Manche Sektionen des Genomes sind tatsächlich Schalter, welche andere Abschnitte des Genomes ein- und abschalten.
Manche Abschnitte auf den Chromosomen ruhen, sind stumm, bis sie durch ganz spezifische Umwelt-Einflüsse stimuliert werden (Beispiel Hunger, Beispiel Marathon-rennen, …) Manche Abschnitte werden aktiv nur in bestimmten Entwicklungsperioden des Menschen. Und dann nicht mehr.
Andere Abschnitte werden aktiv und inaktiv in präzisen periodischen Abständen während des gesamten Lebens.

Fazit: Die ganze Sache mit den Genen ist eben nicht so einfach wie dargestellt. Ist im Gegenteil höchst kompliziert. Mir persönlich genügt das sensationelle Wissen: Gene kann man ein- und abschalten. Den Schalter haben – fast immer – Sie in Ihren Händen. Was der Schalter ist?

BEWEGUNG – ERNÄHRUNG – DENKEN

Quelle: Michael Crichton „NEXT“

Die Sache mit dem Salz

22.11.2018

Hab ich nie verstanden. In meinem großen Garten stehen mehrere Salzsteine. Tiere kommen und lecken daran. Die wissen offenbar nicht, dass Salz schädlich ist. Den Blutdruck erhöht. Die Herzinfarktrate steigert. So wie das der einsame Gesundheitsexperte Prof. Dr. Lauterbach immer verkündet. Der persönlich, wie er versichert, auf Salz praktisch verzichtet.

Nun ja: Man kann ihm einen schlanken Körper nicht absprechen.

Aber genau das ist der Punkt. Als Arzt habe ich massiv übergewichtigen Patienten mit Bluthochdruck geraten, den Salzkonsum einzuschränken. Stimmt soweit. Aber eben nur genau diesem Typ von Mensch.

Dass die das sowieso nie eingehalten haben, war mir auch klar. Was interessiert unser Geschwätz, das Geschwätz des Arztes, einen gestandenen Bayern?

Allen übrigen Menschen habe ich zu Salz geraten. Sogar zu viel Salz. Habe ich bei den Tieren abgeguckt. Und bei mir selbst. Ich salze massiv. Schon immer.

Freilich, könnten Sie einwenden, wenn Sie viel schwitzen, wenn Sie stundenlang Sport treiben, müssen Sie das rausgeschwitzte Salz wieder nachfüllen. Völlig richtig. Genauso sehe ich das. Sehen Sie: Damit hat sich jede Diskussion über Salzbedarf erledigt.

Weil bekanntlich jeder denkende (auf das Wörtchen kommt es an) Mensch täglich Sport treibt, täglich rennt. Täglich schwitzt. Und auf Salz sogar dringend angewiesen ist.

Dieser mein – ich weiß – wie so oft naiver Ansatz wird heute, also spät, recht spät bestätigt. Vielfach. Immer wieder. Darf ich?

    • Forscher aus Japan hatten bei 12.422 Patienten mit Bluthochdruck den Salzkonsum geschätzt. Auch deutliche Einschränkung ergab kaum einen Effekt auf den Blutdruck. Selbst bei diesen kranken Menschen.
      Die wollten eigentlich das Gegenteil beweisen.
    • In der PURE-Studie mit 95.767 Erwachsenen wurde gezeigt: Je mehr Salz verzehrt wurde, desto niedriger war das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen vorzeitigen Tod.
    • In einer kanadischen Studie stieg bei niedrigem Salzkonsum das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, so der Berner Kardiologe Franz Messerli.
    • In einer Groß-Studie, publiziert im BMJ der Harvard University findet sich: Je mehr Salz jemand aß, desto höher war seine Lebenserwartung, und je geringer der Konsum, desto kürzer.
      Nur: Wenn jemand extrem viel Salz verzehrte, starb er auch vorzeitig. Eigentlich selbstverständlich.

Juckt den Präsidenten der deutschen Hochdruckliga, Professor B. Krämer nicht. Er hätte aus kontrollierten Studien den Hinweis, dass bei Patienten mit Bluthochdruck eine salzarme Kost das Risiko für einen vorzeitigen Tod – und jetzt kommt´s bitte aufpassen! – bei manchen Leuten senken kann.
Mitbekommen? Also nicht bei diesen Patienten, sondern nur bei manchen vom diesen Patienten.

Deshalb wird der heute gültige Grenzwert von 5g Salz pro Tag von der europäischen Gesellschaft für Kardiologie eben nicht gelockert. Erst sollen weitere Studien ausgewertet werden. Man möchte nicht voreilig sein….
Das kommentiert der Kardiologe Eberli in meinen Augen vernichtend:

„Medikamente müssen in ausführlichen Studien getestet werden, bevor man sie verschreibt. Beim Salz hat man einfach eine Empfehlung ausgesprochen (5g täglich) ohne genügend wissenschaftliche Belege“.

Stimmt. Meine Rehe wissen´s besser. Ich natürlich auch (sowieso, sowieso). Immer wieder die gleiche Feststellung.

Ein Mensch, der täglich läuft, braucht sich kaum mehr um all die vergnüglichen Horror-Storys der Schulmedizin zu kümmern. Der darf nach Gusto leben (somatische Intelligenz).

Quelle: Nicht etwa Deutsches Ärzteblatt, nicht etwa die Ärzte-Zeitung, sondern selbstverständlich die FAZ am 26.09.2018, Seite N 2

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