Zugang zu den relevanten Wissensquellen

Medizin weiß…

02.12.2018

aber möglicherweise Ihr Krankenhaus oder Ihr Facharzt nicht. Der Satz ist eine sachliche Feststellung und durchaus positiv gemeint. Heißt nämlich: Es kann Ihnen geholfen werden. Gleichgültig, ob Sie ein körperliches oder seelisches Problem haben: Die medizinische Wissenschaft – auch die angewandte Psychologie (Therapie in Trance) – ist enorm weit entwickelt und außer-ordentlich fähig.

Dieses mein Mantra: „Die medizinische Wissenschaft weiß…“ ist nicht einfach so dahin gesagt. Die weltweit durchgeführten weit mehr als 500 000 vergleichenden Studien bilden einen gewaltigen Wissenspool. Jedes Jahr kommen deutlich mehr als 13 000 Studien neu hinzu. Und jede einzelne dieser Studie könnte genau die Antwort auf Ihre spezielle Frage bedeuten.

Sie sehen natürlich das Problem: Wer liest das alles? Wer weiß das alles? Wer vermittelt Ihnen das? Wer kümmert sich um Sie? Mit diesen skeptischen Fragen haben Sie freilich Recht. Denn lassen Sie mich zitieren:

„Deutschland spielt auf diesem Marsch in die globale Wissens- und Informationsgesellschaft in der Medizin nur eine Nebenrolle oder taucht an vielen Stellen überhaupt nicht auf“

„Es scheint fast überflüssig zu betonen, dass der rasant wachsende globale Wissenspool ohne Ausnahme in englischer Sprache entsteht und vor allem von Großbritannien und Nordamerika vorangetrieben wird“

Wenn schon Deutschland beim Erschaffen, bei der Erzeugung dieses Wissens keine große Rolle spielt, sollten deutsche Ärzte, deutsche Professoren, deutsche Universitäten diesen globalen Wissenspool vielleicht besonders intensiv nutzen. Pustekuchen. Lassen Sie mich weiter zitieren.

„Das ist allerdings  nicht der Fall. Der entscheidende Grund liegt in der Sprachbarriere zwischen der Welt des Wissens und der deutschen Versorgungswirklichkeit. Wenn man den entsprechenden Studien glauben darf, können oder wollen 80 % der deutschen Ärzteschaft in der beruflichen Routine nichts in englischer Sprache lesen“

„Das führt dazu, dass selbst etliche Universitätskliniken sowie der größte Teil der Ärzteschaft keinen Zugang zu den relevanten Wissensquellen hat“

Alles Zitate von Prof. Dr. Antes, dem langjährigen Direktor des deutschen Cochrane Zentrums in Freiburg (Medizinische Statistik) und seit 2005 Sprecher der Initiativgruppe für den Aufbau eines nationalen Registers für klinische Studien.

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