„Ernährungstechnisch“

Die Überwindung des Anstands

21.12.2018

Gast-News Nr. 70

 

Der Kanadier Prof. Peterson ist nach der Ansicht vieler, auch meiner, die derzeit einflussreichste Persönlichkeit im Bereich der modernen Aufklärung. Weil er heilt. Und zwar hunderttausende Menschen.

Er wurde bekannt, als er die kanadische Regierung „verklagte“. Die vor einigen Jahren vorhatte gesetzlich zu erzwingen, dass man Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich ansahen, sondern sich mit einem der nach Meinung pseudowissenschaftlicher Lehrstühle existierenden (~150?) fließenden Geschlechter identifizieren, mit den entsprechenden Pronomen anzusprechen hat.

Prof. Peterson sah das, zu Recht, als eine Beschneidung der freien Meinungsäußerung. Weigerte sich, diesen Gesetzesentwurf zu akzeptieren, und begann

mutig zu sein.

Er begann mit glasklarer Ratio und Vernunft zu sprechen. Besuchte seit dem letzten halben Jahr 100 Städte. Menschen reisen 12h, um seine Seminare zu besuchen.

Und erreicht damit meine Generation. Die seit den 80er in einem aufklärerischen Relativismus-Sumpf steckt, gelenkt durch naive Ideale, die in wirkungsloser Ohnmacht resultieren. Gestützt auf selbstsüchtigem Mal-Eben-Schnell-Die-Welt-Retten Größenwahn. Was dann fehlt, sind Bedeutung und Selbstverantwortung. Und genau diese zwei wichtigen Werte bringt Prof. Peterson zurück.

Gesunde, wache Menschen haben die Zeit genutzt und gelesen: „Wer hilft, hilft nie genug“. Eine knallharte Watsche der Realität. Zu helfen ist nicht genug (unsere frühere Entwicklungshilfe in Afrika)! Denn jede Heilung ist Selbstheilung. Fehlt der Wille, die innere Kraft, selbst anzupacken, sich überwinden zu müssen, bleibt man ein Opfer der Umstände. Das Leben übernimmt.

Ein Spiegelbild dieser vergiftenden Mentalität ist das Internet. Insbesondere Twitter. Meint auch Prof. Peterson. Dem ausschließlich positive Feedback, mündlich, von Mensch zu Mensch, tausendfach pro Monat zukommt.

Liest man dagegen im Internet quer, wird Prof. Peterson rechtspopulistisches Gedankengut vorgeworfen. Er sei sogar ein Hitler-Entschuldiger. Allerhöchster Schwachsinn. Typisch für die heutige Zeit. Auch in Deutschland.

Prof. Peterson und viele andere gesunde, wache Menschen, beginnen zu verstehen, was die schnelle Kommunikation bewirkt. Bis heute sind die kognitiven Lenkprozesse, die uns bewegen, wenn wir twittern, ungemessen. Peterson erwähnt, dass es eben auch Wut sein könnte, das gefälligst Rechthaben, und nicht das versöhnlich, liebende Zwischenmenschliche der treibende Faktor ist, wenn wir uns anonym und online aussprechen (Meine Zwischenbemerkung: Häufig genug!). Gerade deshalb liest Prof. Peterson keine Twitter-Kommentare mehr.

Weil er anständig ist. Für Prof. Peterson ist ein negativer Kommentar immer ernst zu nehmen. Als säße die anonyme Person ihm direkt gegenüber. Jeder Kommentar muss, aus Anstand, ernstgenommen werden. Und das bewegt ihn, trifft ihn.

Mich erinnert Peterson an meinen Vater. Der Anstand ist meiner Familie wichtig. Wir nehmen, ob man das nun versteht oder nicht, eben jeden Kommentar ernst.

Meinem Vater rate ich übrigens mehr und mehr davon ab, Forenkommentare zu lesen. Weil ich ihn vor der giftigen Natur der Onlinekommunikation schützen möchte.

Zum Glück hat das Internet auch sein Gutes. Der Online-Podcast. In welchem sich zwei Menschen aussprechen können. 180 Minuten lang. Und nicht 180 Zeichen lang.

 

https://www.youtube.com/watch?v=vIeFt88Hm8s

 

Das Peakbreak und die strategischen Kohlenhydrate

20.12.2018

Peakbreak. Eines der härtesten Etappenrennen der Welt. In dem österreichischen Alpen. Deshalb so lustig, weil es hier Pässe gibt wie Passo Tre Croci, Falzaregopass, Kronplatz (!!!), Kitzbüheler Horn, Monte Zoncolan, Valparolapass und so weiter.

Jeder Giro d´Italia – Teilnehmer bekommt ja reflexhaft Angstzittern, wenn er Kronplatz oder Zoncolan hört. 20% Steigung und mehr… wir steigen da ab.

Ein Softwareentwickler möchte teilnehmen. Trainiert auf Gran Canaria. Hat sich penibel seine Laktatschwelle, sein Vo2max, seine anaerobe Kapazität ausgerechnet und  einen Trainingsplan entwickelt. Aber lesen wir doch einfach locker mit.

„Es ist natürlich nicht immer leicht, sich dieser Trainingsstruktur zu unterwerfen. Gerade hier auf Gran Canaria gehen die Touren ja zum Großteil über Hügel und Berge, und dabei in der richtigen Zone zu bleiben, ist manchmal eine mentale Qual – vor allem wenn dich andere Radfahrer überholen und du bei deiner doch recht niedrigen Geschwindigkeit bergauf bleiben solltest. Die Lust mal „Anzugasen“ ist schon oft da… und manchmal gebe ich mich ihr auch hin!

Auf der anderen Seite sind die harten Intervalle an oder über der anaeroben Schwelle auch eine große Herausforderung! Vor allem, wenn sie etwas länger oder härter sind. Ich war es bisher ja nicht gewohnt, in diesen Intensitäten zu trainieren und das muss erst in meinen Kopf und meine Beine … es wird besser!

„Ernährungstechnisch“ habe ich mit der zielgerichteten Zufuhr von „strategischen Kohlenhydraten“ für die Trainings in den hohen Intensitäten gespielt und nehme nun bei einer Intervall-Trainingseinheit eine Radtrinkflasche (750ml) mit ca. 50-60 Gramm flüssigen „schnellen“ Kohlenhydraten mit.

So eine Intervall – Trainingseinheit sieht meist so aus: Gesamtdauer 3 bis 4 Stunden. Erste Stunde Grundlagen-Zone, dann Intervalle innerhalb 1 – 1,5 Stunden – Rest Grundlagen-Zone. Mit der Zufuhr der Kohlenhydrate beginne ich ca. 25-30 Minuten vor dem ersten Intervall. Da nehme ich mal ca. 1/3 der Flasche innerhalb 10 Minuten zu mir. Durch die Muskelkontraktion werden die „guten“ insulin-unabhängigen GLUT4 Glucosetransporter aktiviert und bringen das Zeug vom Blut in die Muskelzellen, wo sie dann gleich verbraucht werden.

In den Pausen zwischen den Belastungen leere ich nach und nach die ganze Flasche und bin damit ausreichend mit dem notwendigen Brennstoff für die hochintensive Arbeit versorgt. Der Körper könnte zwar auch selber die Glucose dafür herstellen – aber warum nicht etwas Unterstützung bieten?! In Summe komme ich dann an den Trainingstagen meist auf ca. 70-80 Gramm Kohlenhydrate. Meine Blutzucker- und Keton-Messungen am Morgen unterstreichen mein Gefühl, trotzdem IN SEHR GUTER KETOSE zu sein!“

Mal abgesehen, dass mir solche Texte ans Herze gehen. Ich fühl da mit. Sitze neben ihm am Rad und keuche. Davon abgesehen lernen wir wieder etwas

„… trotzdem in sehr guter Ketose“.

Gemessen! Der ist IT-Fachmann. Der glaubt an Zahlen. Und der Beweis, dass man Zucker sehr wohl in die Zellen schleusen kann… OHNE INSULIN. Und deshalb in der Ketose bleibt.

Wissen Sie, was dieser Hochleistungsmensch zur Entspannung macht? Abends? Wörtlich: „… ein bisserl Masochismus mit der Blackroll“.

Solche Texte lese ich sehr viel lieber als Gedanken des ehemals obersten Bundesrichters über den tagtäglichen Rechtsbruch in Deutschland. (BILD, 05.11.2018)

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