IHR EIGENES PSYCHOPHARMAKON

Progesteron im Gehirn

22.12.2018

Progesteron kennen Sie. Das sogenannte Schwangerschaftshormon. Künstlich zugeführt eine große Hilfe bei PMS, bei (oft unerträglichen) Beschwerden in der Menopause.
Nun gut. Was geht uns Männer das an? Na, dann warten Sie einmal ab. Der Witz kommt am Schluss.

Man wusste schon länger, dass das Progesteron auch im Gehirn gebildet wird, und zwar aus dem Cholesterin. Diese Entdeckung legte folgenden Schluss nahe:

Wenn das Gehirn sich die Mühe macht, das Gelbkörperhormon Progesteron zu bilden, muss es dort eine enorme Bedeutung haben. Andernfalls hätte sich die Evolution diese Prozedur nicht aufgehalst. Die Evolution arbeitet nicht gern ohne Sinn und Ziel.
Prompt tat sich die nächste verblüffende Erkenntnis auf. Die Substanzen, die im Gehirn aus dem Cholesterin und aus dem Progesteron gebildet werden, besetzen jenen Rezeptor, an dem normalerweise Valium, Barbiturate und Schlafmittel andocken, den sogenannten GABA-Rezeptor. Ergo ist das im Gehirn gebildete Progesteron so etwas wie ein Psychopharmakon.

Das wiederum bedeutet: DIE FRAU BILDET SICH IHR EIGENES PSYCHOPHARMAKON.

Nach dem ersten Staunen ist alles wieder ganz logisch. Steinzeit, was sonst. Damals war die Geburt ein lebensbedrohendes Ereignis. Also hat die Natur der Frau das Progesteron als körpereigenes Medikament geschenkt, damit sie sich nicht schon die neun Monate davor zu Tode fürchten muss. Seitdem erträgt die Frau die Schwangerschaft und die Geburt mit einer immer wieder ungemein beeindruckenden Fassung.

Würde ein Mann ein Kind zur Welt bringen müssen, hätte er schon ab dem Beginn der Schwangerschaft jeden Tag einen Nervenzusammenbruch. Kein Progesteron eben.

Gar nicht zu reden von der postnatalen Depression. Zuerst die Schwangerschaft: die beste Zeit ihres Lebens. Dann die Geburt: praktisch im Vorübergehen. Hier das Kind: ein Engel. Daneben sitzt die frischgebackene Mutter und weint sich die Seele aus dem Leib. Progesteron-Entzug.

Wie wahr. Auch ich habe einmal zwei Schwangerschaften begleiten dürfen. Hab mich hineingefühlt in den wachsenden Bauch. Ich glaube, ich hätte jeden Morgen Panikattacken bekommen aus Angst vor dem, was da noch vor mir liegt. Unabänderlich. Mit dem schlussendlichen Höhepunkt unendlicher Schmerzen. Der Geburt.
Dem allem hilflos ausgeliefert? Panik!

Nicht meine bewundernswürdige Frau. Mit einer Leichtigkeit, mit einem Trällern (Sie dürfen mir glauben), mit bewusstem Hüpfen in der Wohnung… hat sie die neun Monate vielleicht nicht gerade genossen, aber eben frohgemut durchlebt.

Den Trick mit dem Progesteron hat sie mir natürlich nicht verraten. Heute seh ich die ganze Sache mit  anderen Augen.

Quelle: Prof. J. Huber „Der holistische Mensch“. Ein ganz außerordentliches Buch. Ein ganz ungewöhnlicher Ton. Habe ich so noch nie gefunden. So, als ob Ihre Mama Sie an die Hand nimmt, durch die Natur führt und Ihnen alles, wirklich alles in lieben Worten erklärt. „Lieb“ ist hier, glaube ich, die richtige Bezeichnung.

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