Mal was Vergnügliches?

Ingenieure kritisieren

05.02.2019

Mal was Vergnügliches? Mal was für die Seele? Mal mit-lächeln? Dann lassen Sie mich bitte erneut über etwas Grundsätzliches sprechen.

Über diese News.

Welche manche von Ihnen auf Grund ihrer Ausbildung (Ingenieure, Physiker, Mathematiker) völlig missverstehen. Wir halten hier keine Physikvorlesungen ab. Sondern wir versuchen,

Menschen abzuholen.

Menschen zu motivieren. Menschen ein bisschen glücklicher zu machen. Da geht es um Emotionen, um Gefühle, um das – angeblich – Nichtmessbare.

Um Mensch zu erreichen, muss man Bilder malen. Und nicht Formeln hinschreiben. Weil aber Motivation auch mit Interesse zu tun hat, versuche ich, die News möglichst interessant zu gestalten. Und auch einmal über den Nobelpreisträger Schrödinger zu schreiben, der in seinem Büchlein „Was ist Leben?“ unausweichlich zur Schlussfolgerung kommt: Gott lebt. (News vom 03.02.2019).

Und das als Physiker. Als Nobelpreisträger. Der sicherlich mehr weiß als ein normaler Ingenieur.

Solch ein Ingenieur hat kürzlich genau diese News über Schrödinger kritisiert nach dem Motto: Der Strunz hat keine Ahnung von Physik. In dem Fall von Entropie. Wie gesagt: Der Herr hat nix verstanden.

Und das wollen wir ihm doch einmal beibringen. Dafür übergebe ich die Feder meinem Sohnemann, der das mit einem Lächeln erledigt:

Sie sind studierter Ingenieur und meinen zu verstehen, was Entropie ist, und schreiben meinem Vater daher einen Leserbrief, in Bezug auf diese News.

Dann bleiben wir eben sachlich. Denn Sie haben sich vielleicht nicht eingefühlt. Nicht das Denken aufgehört, wie in der News beschrieben. Wenn mein Vater nicht ab und an singen darf, wenn er mittels Geschichten motivieren will, dann diskutieren Sie eben über mich.

Ich versuche im one-pager Format zu bleiben. Natürlich bedeutet das, dass viele Leser hier nicht abgeholt werden können.

Der theoretische Physiker Prof. Susskind sagt, das fundamentalste Gesetz der Physik ist, dass Information nicht zerstört werden kann. Information ist Entropie. Wir reden also über Information. Wer glaubt zu verstehen was Entropie ist, stellt sich mit Prof. Susskind, Prof. Penrose und dem Abelpreisträger Prof. Gromov auf eine Stufe. Gratulation. And here is why:

Unter den Extrembedingungen wie sie in einem schwarzen Loch herrschen, stagniert die Entropie tatsächlich irgendwann. Allerdings ist unklar, ob denn die Komplexität ebenfalls stagniert. Komplexität, so lauf Prof. Susskind, ist im Prinzip die Anzahl an Schritte die getan werden müssten, um einen Vorgang zu kopieren. Klare Systemgrenzen zu definieren.

Es gibt also Orte in unserem Universum, welche ein equilibrium, ein Informationsgleichgewicht, gefunden haben. Und dennoch weiterhin fluktuieren, weiterhin etwas geschieht. Heißer Boltzmann-Quantenschaum. Die Komplexität wächst ins Unbekannte, und alles wuchs aus Komplexität. Wenn Sie denken Sie wüssten es besser, kontaktieren Sie Prof. Susskind. Er hatte um Hilfe gebeten.

Die ultimative Systemgrenze, der phasespace, könne und müsse überschritten werden können. Weil wir sonst von der Boltzmann-Box ausgehen, und wieder bei der Boltzmann-Box landen. Von Quantenschaum am Rande des phasespace, wieder bei Quantenschaum am Rande des phasespace landen. Laut Susskind ist dieser Zirkelschluss ein Hinweis auf einen Fehler im Weltbild. Also wo sind hier Systemgrenzen? Das Normalverständnis von Entropie reicht nicht aus.

Freilich, diese Orte, also schwarze Löcher, sind schon etwas sehr extremes, sehr besonderes. Nur wagt Prof. Susskind die Behauptung, dass die besonderen Eigenschaften von schwarzen Löchern, überall, und bei jedem Teilchen dieses Universums vorherrschen. Sie sind also Alltagsrealität.

Nämlich dass jedes Paar verschränkter Teilchen durch ein Wurmloch verbunden sei. Jedes Teilchen auf der Erde ist verschränkt, entangled. Das klingt abstrus, das klingt nach science-fiction. Dabei ist „Wurmloch“ nichts weiter als eine Lösung für das Informationsparadoxon (Black Hole Information Paradox). Sie sind also ebenfalls Alltagsrealität. Die wir irgendwie darstellen. Mit Tafel und Kreide.

Information wird durch die Shannon-Entropie dargestellt. Sie ohne die Boltzmann-Konstante zu beschreiben, ist laut Prof. Gromov Firlefanz. Das ist wichtig, denn die Boltzmann-Konstante im Kern ihres Wesens zu begreifen, sagt ein Abelpreis-Genie mit französisch-russisch klingendem Englischgemurmel, ist schwer. Er sagte das im Zuge einer Vorlesung über die Kategorie-Theorie. Kategorie-Theorie, was ist das jetzt? Der Rattenschwanz an Wissen der notwendig ist, um ein fundiertes Verständnis über Information zu besitzen wächst und wächst.

Gromov zeigte unter Anwendung der Kategorie-Theorie auf, dass die Ableitung der Shannon-Entropie so derart natürlich ist, dass man sie ohne eine Tafel mit Kreide zu benutzen, belegen kann. Und ja, er definiert was „Logik auf eine Tafel schreiben“, also Schreiben-An-Sich mathematisch bedeutet. Er geht derart tief in dieses Thema, dass am Ende nur die für ihn unbeantwortbare Frage bleibt, warum die Boltzmann-Konstante so ist wie sie ist.

Seiner Aussage nach beschreibt sie eine dem Universum zugrundeliegende Struktur. Eine Symmetrie. Redet von Freiheitsgraden, die halt so sind wie sie sind. Etwas Selbstverständliches, und selbst für die allerklügsten Köpfe der Welt nicht länger erklärbares. Geschweige denn für Unsereins.

Die einzige mir bekannte Person, die dieses Thema bespricht ist Prof. Penrose. Der vor den Urknall geht. Und die dem Universum, und damit auch Leben, zugrundeliegende Symmetrie mathematisch, und mit Alltagssprache zu erklären wagt.

Wenn also von Entropie gesprochen wird, hat man alles miteinzubeziehen. So wahnsinnig viel. Entweder kennt man sich in allen Bereichen der Wissenschaft aus, was wohl niemand tut oder man lässt es besser bleiben.

Und hört das Denken auf.

Mein Lieblings-Ingenieur Paul sagt: „Don’t talk about entropy“.

 

Darm und Herz

05.02.2019

Was sich im Darm tummelt – mehr als 500 verschiedene Bakterienarten, Pilze und weitere Einzeller – rückt immer mehr in den Mittelpunkt medizinischer Aufmerksamkeit. Heißt ganz elegant Mikrobiom.

Bei einer Analyse im Rahmen der Bogalusa-Herzstudie haben Wissenschaftler die Vielfalt der Darmbakterien bei unterschiedlichen Patientengruppen verglichen. Auf der einen Seite untersuchen sie die Darmbakterien der Probanden mit den höchsten Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und auf der anderen Seite die Bakterien der Studienteilnehmer mit den wenigsten Risikofaktoren.

Dabei stellten sie einen signifikanten Unterscheid fest: Die Personen mit den geringsten Risikofaktoren wiesen die größte Vielfalt an Bakterienarten auf. Heißt für Sie: Viele verschiedene Darmbakterien – starkes Herz!

Naturvölker, die noch als Jäger und Sammler leben wie beispielsweise die Hadza in Tansania, verfügen über ein viel breiteres Mikrobiom als Menschen aus den Industrienationen. Und siehe da: Bei diesem Stamm sind chronische Erkrankungen praktisch unbekannt.

Viele Medikamente schädigen das Mikrobiom. In einem Artikel in der Märzausgabe 2018 des renommierten Wissenschaftsjournals Nature war zu lesen, dass ein Viertel von 835 getesteten Medikamenten das Wachstum von Darmbakterien behindere. Überprüft wurden gängige Mittel, die bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, bei Diabetes, bei Schmerzen, bei neuronalen oder hormonellen Veränderungen usw. verabreicht werden. Die Auswahl umfasste ganz unterschiedliche Pharmaka. Querbeet sozusagen – die negativen Auswirkungen auf den Darm wurden dann ebenfalls querbeet gefunden. Das überraschte die Wissenschaftler selbst, da bislang bei keinem der Arzneistoffe die Auswirkungen auf den Darm bekannt waren.

NEU! Ahnungslosigkeit – sehr wohl auch bei mir – bei allen Ärzten, die diese Medikamente selbstverständlich täglich verschreiben.

Kleine Einschränkung zu meinen Gunsten: Ich verschreibe die nicht. Wir verschreiben Natur.

Probiotika, so heißen die Darmbakterien, die Sie kaufen können, helfen vor allem nach einer Antibiotikabehandlung oder nach der Einnahme anderer Medikamente, die das Mikrobiom durcheinandergebracht haben. Die Bakterien helfen bei der Neubesiedelung des Darms.

Darmbakterien sollten nur für einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden, denn sie sind eher Monokulturen als ökologische Vielfalt. Die vielen verschiedenen Arten, die Sie brauchen, bekommen Sie nur durch eine genetisch korrekte Kost, nicht durch irgendwelche Milchsäurebakterien aus Tütchen.

Quelle? Überraschung! Finden Sie in einem Buch über Herzgesundheit! Ab 11. Februar 2019 in dem neu überarbeiteten Bestseller „77 Tipps für ein gesundes Herz“.

 

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