keinen Krebstoten mehr

Wir Ärzte versagen

Artikel .1024 vom 22.07.2019

Und zwar systematisch. Behauptet Professor Dr. Christof von Kalle, Direktor am Berlin Institute of Health. Na, der traut sich was. Der wagt es doch tatsächlich, auszusprechen, was ich jeden Tag denke. Aber eher nicht zu sagen wage.

Wir Ärzte würden systematisch versagen. Weshalb entzieht man dem Herrn Professor wegen dieser harschen Worte, Sie können auch sagen Verleumdung, nicht seine Approbation? Nicht seinen Professor-Titel?

Weil der Gesundheitsminister Spahn mit im Saale saß. Und Beifall klatschte. Und ganz nebenbei: Weil er Recht hat.

Das Ganze nochmal langsam von vorne: Am 26.06.2019 haben sich 2.000 Krebsexperten in Berlin getroffen. Der Titel dieser Veranstaltung war „Vision Zero“.

Sollte heißen: Ab jetzt keinen Krebstoten mehr in Deutschland. Jetzt soll Schluss sein.
Dass und wie das funktioniert, wissen die Herrschaften selbstverständlich nicht. Das sind Schulmediziner. Die lesen nicht „wie Frau ihren Brustkrebs besiegt“. Das sind Ärzte, die dieser Frau gesagt haben: Sie müssen sterben. In kurzer Zeit. Wir können Ihnen nicht helfen.
Die wissen nicht, dass wir hier in Roth an ihrer „Vision Zero“ längst arbeiten. Und Schritt für Schritt Erfolg haben.

Konkret und wörtlich hat Herr Professor von Kalle verkündet:

  • Den Tod durch Krebs nicht akzeptieren!
  • Jeden einzelnen Fall als unser systemisches Versagen wahrnehmen und hinterfragen!
  • Stärker in Prävention investieren!

Der zweite Satz ehrt ihn. Jeder einzelne Krebstote in Deutschland ist „systemisches Versagen der Ärzte“. Einverstanden. Denn: Wir wissen, in welcher Richtung der Zug fährt. Wir wissen, wie das funktionieren könnte. Wir wissen…. tun´s aber nicht:

Beweist der Nobelpreis 2018 in Medizin: Nicht Operation und Chemotherapie, sondern die Aktivierung des eigenen Immunsystems ist der richtige Weg.

Das haben die zwei Nobelpreisträger nicht nur behauptet, sondern auch bewiesen (News vom 11.03.2019)

Und das mit der Prävention… da können auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser nur resignierend lächeln: Hauptrisikofaktor für Brustkrebs laut Präsident der Deutschen Brustkrebsgesellschaft das Übergewicht. Also hieße Prävention in erster Linie: Deutschland schlanker machen. Und wie geht das? Nun ja, Sie wissen das. „Die Ärzte“ wissen es aber nicht.

Heute Patientin mit Diabetes Typ I. Vollfett. Leidend. Ihr Diabetologe (ein Facharzt!) gestern zu ihr: „Sie müssen einfach mehr Kohlenhydrate essen!“

Dennoch: „Vision Zero“ halte ich für eine glänzende Idee. Begrüße ich ausdrücklich. Positiv denken. Nach vorne denken.

Und handeln! Daran arbeiten wir hier in Roth, Mittelfranken.

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Omega 3: Ganz atemlos…

22.07.2019 | Dr. Strunz

… schickt mir ein Leser per Fax die neueste Studie zum Thema Omega 3. Atemlos? Das schließe ich aus Beschriftung und Kommentar: Dicker schwarzer Filzstift, krakelig, nervöse Schrift, kaum lesbar. Der Leser ist offenbar ganz aufgeregt: Omega 3 hilft ja gar nicht.

Vielleicht gehört er ja zu den Herz-Risiko-Patienten. Und ist jetzt maßlos enttäuscht. Enttäuscht über das Ergebnis der neuesten Studie (N Engl J Med. 2019;380(1):23-32). Also aus diesem Jahr.

 

Dort steht: Omega-3-Fettsäuren schützen nicht vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Herztod. Übrigens auch nicht vor Krebs.

 

Steht dort. Sie ahnen schon: Kapitaler Schrott. Eine der über 90% schlichtweg falschen Ernährungsstudien. Und dabei – staunen Sie – mit 25.871 Studienteilnehmern. Schrott aus zwei Gründen:

 

  • Dosis 1g täglich. Klappt von vorneherein nicht.
  • Es wurde nicht gemessen.
  • Heißt übersetzt: Tausende von Studienteilnehmern sollen wirklich fünf Jahre lang (Beobachtungszeitraum) zur Gaudi entweder Omega 3 oder Placebo geschluckt haben? Das glaubt ja nicht einmal ein vier-jähriges Mädchen. Die wäre klüger als diese Professoren. Solche Kapseln werden einfach weggeworfen: Daher MESSUNG!

 

Publish or perish: Als Assistent, als Professor musst du veröffentlichen, sonst gehst du unter. Verschwindest im Nirwana. Daher solche Schrottstudien. Völlig überflüssig, weil

 

ja bereits in vier Großstudien Omega 3 gemessen wurde. Und bewiesen wurde, dass Herzinfarkt, Herztod verhindert wurde. Bis 50% (News 05.08.2014). Längst bewiesen wurde (2009) an der Uni San Francisco durch Professor Witte: mit Omega in der noch lange nicht richtigen Dosis können Sie bösartigen Prostata-Krebs um 63% verhindern. Bei der richtigen Dosis natürlich noch mehr. (News vom 15.05.2009)

 

Verstehen Sie das? Ein Fakt, dutzendfach bewiesen, wird nicht akzeptiert. Es werden immer und immer wieder methodisch schlechtere, nämlich Schrottstudien nachgeschoben. Grund hatte ich oben skizziert.

Kürzlich hatten Sie ja mitbekommen (bewiesen an präzisen Zahlen), dass wahrscheinlich nur 1% aller Ernährungsstudien wirklich etwas taugt (News vom 05.07.2019). Das sind die, in welchen gemessen wurde. Wie Professor Superko 2013 in Circulation 2013;128:2154 betonte:

 

„Alle Studien, in welchen Omega 3
nicht im Blut gemessen wurde,
sind hinfällig.“

 

Juckt die Autoren 2019 in der hier besprochenen Schrottstudie nicht.

Traurig macht mich, dass Sie offenbar nicht lesen. Dass Sie jeden Unfug als wahr akzeptieren und sich nicht informieren. Denn die GEMESSENEN Beweise für die Wirkung von Omega 3 finden Sie schließlich in diesen News.

Das geht an die Adresse des Filzstift-Kraklers, des aufgeregten.

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