Fette Hunde + Pferde mit Magengeschwür

Fette Hunde und Carnitin

31.07.2019 | Dr. Strunz

Das wirklich überraschende Ergebnis einer klugen Studie. Am fetten Hund. Kennen Sie einen? In der Nachbarschaft? Ist Herrchen dürr? Oh, oh … Hund und Mensch gleichen sich ja häufig an. Glauben wir. Ich glaub da an ähnliches Essen.

Eine Studie am fetten Hund hat soeben in Schweden ein überraschendes Ergebnis gebracht. Zwar überraschend, aber angenehm, weil Sie sich Ähnliches schon immer gedacht haben. Und längst handeln. Sich also bestätigt fühlen können:
16 richtig fette Labrador-Retriever wurden verglichen mit 12 normalgewichtigen Hunden. Beide Gruppen waren gesund. Bekamen über Nacht für 14 bis 17 Stunden kein Futter.

Dann wurde Blut abgenommen, dann wurde fettreich gefuttert und weitere vier Stunden stündlich eine Blutprobe entnommen.
Man wusste nämlich, dass bei übergewichtigen und normalgewichtigen Menschen nach der Mahlzeit bestimmte Aminosäuren verschieden stark ansteigen. Solch ein ähnlich unterschiedliches Muster erwartete und untersuchte man jetzt beim Hund.

Überraschung: Ließ sich beim Hund gerade nicht zeigen. Der Aminosäuren-Anstieg war der Gleiche mit einer gewichtigen Ausnahme:

dem Carnitin.

Bei fetten Hunden stieg Carnitin deutlich weniger an, war so niedrig, dass die sich schon an der Grenze zur Carnitin-Insuffizienz bewegten. Nicht beim normalgewichtigen Hund. Normaler Carnitin-Spiegel, normaler Anstieg.

Fazit: Die schwedischen Ernährungsexperten vermuten also, dass eine „Carnitin-Insuffizienz“ zu veränderten Fettstoffwechsel und damit zum Übergewicht beim Hund führt.

Ja, mei: Seit 30 Jahren wissen wir, dass Carnitin entscheidend beim Schlankwerden hilft dann, wenn man etwas tut. Wenn man sich bewegt, wenn man seine Ernährung verändert. Und weil wir das wissen, ist Carnitin in Höchstdosis (höchster gesetzlich erlaubter Dosis) dem

Protein-Pulver

beigemischt. Drum klappt das mit dem sog. „Geheimplan“ so überraschend gut. In Notfällen. Wenn jemand mit über 130 kg Lebendgewicht um Hilfe schreit.

Der Geheimplan: Protein-Pulver mit Carnitin. Für den Menschen. Und für den vollfetten Hund…?

Pferde mit Magengeschwür

30.07.2019 | Dr. Strunz

Seltsame Kombination. Stress-Geschwüre auch beim Pferd? Trägt das Verantwortung? Lebt das in Scheidung? Leider, so lese ich, sei es eine Tatsache, dass
aktiv trainierte und an Wettbewerben teilnehmende Vierbeiner
zu 90% Magengeschwüre aufweisen.
Versteht man, wenn man selbst geritten und an Wettkämpfen teilgenommen hat. Mir haben die armen Tiere recht bald so leidgetan, dass ich dieses „Hobby“ wieder eingestellt habe. Pferde verkauft habe.

Frage: Kann man hier helfen. Gibt es hier eine gute Idee? Doch. Gibt es. Sogar eine überraschend gute. Denn natürlich hilft man auch den Tieren mit einem Säureblocker, zum Beispiel Pantoprazol. Das Dumme ist, dass dies anfangs hilft, nach kurzer Zeit die Geschwüre trotz Tablette wieder kommen. Und nach Absetzen der Tablette sowieso. Man hat also nur einen krankhaften Zustand vertuscht.

Abhilfe? Freilich: Lassen Sie das Tier frei. Gilt in meiner Gedankenwelt selbstverständlich auch für Hund und Katze. Nicht vermittelbar. Also werden wir wieder vernünftig. Sprechen wir über Ernährung.

  • Die natürliche Nahrungsaufnahme von einem Pferd ist faserreich und kohlenhydratarm. Wird über einen Zeitraum von bis zu 18 Stunden aufgenommen. Die fressen ständig.
  • Fütterung in Pferdeställen ist genau das Gegenteil, faserarm und zuckerreich

Das, glaubt man Veterinären, ist die Basis, der Hintergrund der häufigen Magengeschwüre. Selbstverständlich kommt dann der „Erziehungsstress“ hinzu.

Hilfreich folgende Studie: 58 Pferde wurden gastroskopiert. Ausgewählt wurden 34 Pferde mit Grad III und Grad IV – Geschwüren. Also ausgeprägt.
Jetzt hat man Paare gebildet. 17 Paare mit schweren Magengeschwüren. Hat immer das eine Pferd so ernährt wie bisher, das andere mit low carb, über den ganzen Tag verteilt (also dem natürlichen Zustand angenähert).

Außerdem bekamen die Tiere wegen ihrer schweren Magengeschwüre gleichzeitig einen Säureblocker für vier Wochen. Nachgeguckt wurde dann nach sieben Wochen.
Ergebnis: Kohlenhydratarme Kost, über den Tag verteilt, war der Normalkost weit überlegen: Geschwüre heilten ab, und blieben abgeheilt auch dann, wenn der Magensäureblocker abgesetzt war.

Genau das war bei den Vergleichstieren mit üblicher Kost nicht der Fall. Schon unter Säureblockern traten die Geschwüre leider wieder auf.

Wir lernen: Auch beim Tier lohnt sich low carb. Das weiß inzwischen jeder mit quälendem Sodbrennen. Die einfachste Methode: Streichen Sie künstliche Kohlenhydrate (News vom 17.09.2018). Nix Tabletten, sondern Natur.

Gilt für die gesamte Schulmedizin.

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