also miteinander spukhaft verbunden

Die Lösung: Lauf!

11.08.2019 | Strunz

Was macht man, wenn´s zu kompliziert wird? Wenn man nichts mehr begreift und versteht? Nun ja, man resigniert. Man gibt auf. Auch ich bin so erzogen: Halte mich oft genug für einfach zu dumm. Erkenne an, dass andere Menschen offenbar ein Super-Gehirn haben und alles begreifen. Ist mir eben nicht gegeben. Schade.

Es gibt eine andere Lösung. Eine Auflösung dieses mich oftmals genug quälenden Problems. Das Sie sicherlich auch kennen. Darf ich Ihnen illustrieren

 

mit Hilfe der mail von heute

 

am Beispiel der Nicht-Lokalität. Dummes Wort. Am Beispiel der Tatsache, dass alle Teilchen dieses Universums miteinander verbunden sind. Voneinander wissen. Eine Tatsache, die man zwar nicht begreift – ist auch Einstein ausdrücklich nicht gelungen – die aber dummerweise seit 1982 (Alain Aspect) hundertfach bewiesen wurde. Ich hatte Ihnen von Professor Zeilinger, Wien, schon kurz erzählt (News vom 18.01.2019).

Noch einmal: Inzwischen bewiesen ist, dass zwei verschränkte Teilchen, die also zunächst eng benachbart waren, dann auseinander fliegen, in beliebigem Abstand, auch nach Lichtjahren voneinander wissen. Wenn Sie ein Teilchen nach rechts drehen, dreht sich das andere im gleichen Moment nach links.

Diese Verbundenheit wird von Esoterikern natürlich sofort auf den Menschen bezogen. So stimmt´s aber leider nicht.

 

Gilt nämlich nur für Quantenteilchen. Wurde bewiesen zunächst nur an den kleinsten, den Photonen, den Lichtteilchen.

In der makroskopischen Welt, also bei Fußbällen, bei Menschen, bei Häusern, gilt dies per Definition eben nicht. Aber Vorsicht, Vorsicht:

Zunächst bewiesen an Lichtteilchen, den kleinsten. Dann aber an Elektronen, schon größer. Dann an Protonen, noch deutlich größer. Dann an Atomen, also einer Anhäufung kleiner Teilchen. Schlussendlich sogar an Molekülen, an Fullerenen, Großmolekülen, geformt wie kleine Fußbälle.

 

Sie sehen: Die ursprüngliche Annahme, diese Verbundenheit gelte nur für die allerkleinsten Teilchen, sei ein Quantenphänomen, ist bedenklich ins Wackeln geraten. Wenn es jetzt schon für Großmoleküle gilt, wo hört das dann auf? Gilt bald vielleicht auch für eine Erbse, eine Bohne, eine Hand, einen Menschen?

Für mich völlig logisch. Erst einmal gilt´s eben nicht nur für zwei verschränkte Teilchen im Labor (so begann das), sondern für alle Teilchen des Universums. Denn alle waren einmal benachbart, miteinander verschränkt im Urknall.

Und von dieser Tatsache dann auf den ganzen Menschen zu schließen – von mir aus auf winzig kleine Gedankenteilchen, was auch immer das sei – scheint mir logisch und nur eine Frage der Zeit.

 

Aber genügend Menschen verstehen das nicht. Wollen es auch nicht verstehen. Und haben eine völlig andere Lösung dieses Verständnisproblems. Hat mich dann doch sehr beeindruckt. Komme ich also zur mail von heute.

 

„Alles auf der Erde ist miteinander entangled, also miteinander spukhaft verbunden. Laut dem berühmten theoretischen Physiker Prof. Susskind bestehen zwischen miteinander spukhaft verbundenen Teilchen immer auch Wurmlöcher. Die kennt man aus Science-Fiction Romanen. Kann man sich als zwei eng zulaufende Trichter vorstellen. Mit einem immer enger werdenden Tunnel.

Das blöde ist nur, dass Informationen nicht durch diese Wurmlöcher treten können. Weil im Zentrum gewissermaßen eine Membran ist. Wir können zwar mit Überlichtgeschwindigkeit gegen diese Membran trommeln, nur wird das Getrommel auf der anderen Seite völlig verzerrt hörbar sein. Und selbst wenn also zwei riesige Fußbälle vollständige Quanteneigenschaften hätten, und ihre Farben wie Quantenbälle tauschen würden, würden wir von außen betrachtet die Information, die Farbe, anders wahrnehmen, als sie es „aus Sicht der Farbe selbst“ wirklich ist.

Dieses Informations-Paradoxon hält den derzeitigen Diskurs in der theoretischen Physik am Leben, und bereitet Kopfschmerzen.

Das zeigt mir, dass die beste Methode, um die Welt zu verstehen, immer physische, reale Handlung ist. Gedankenkonstrukte führen ins Unendliche.

Schon der Nobelpreisträger Richard Feynman meinte, dass das Universum vielleicht wie eine Erfahrungs-Zwiebel ist. Mit unendlichen Schichten aus Erfahrungen, die man machen kann. Hat man eine Schicht begriffen, folgt bereits die nächste.“

 

Feynman war Praktiker. War vielleicht der Mensch mit dem umfassendsten Gedächtnis jemals, hat ganz praktisch bei der Entwicklung der ersten Atombombe mitgearbeitet, hat das Rätsel „explodierende Raumfähre“ gelöst. Will sagen: Ihm höre ich zu. Seine Bücher studiere ich. Nicht nur die populär-wissenschaftlichen.

Der hat so viel Richtiges erahnt und bildhaft darstellen können, dem glaub ich das mit der Erfahrungs-Zwiebel. Nur: Die führt ja ins Unendliche. Die hört ja niemals auf. Da folgt ja eine Schicht auf die andere. Soll man sein Leben wirklich, vergraben in einer Universität – wie das viele dieser theoretischen Physiker tun -, mit dieser Gedankenspinnerei verbringen?

Da lob´ ich mir die mail des Tages: TUN. Handeln.

 

REALE HANDLUNG IST DIE BESTE METHODE, UM DIE WELT ZU VERSTEHEN.
VERSTEHEN FÄNGT AN MIT DEM LAUFEN: WIR HABEN ´S NOCH LANGE NICHT BEGRIFFEN.

 

PS: Ach ja, die mail des Tages. Stammt wieder einmal von meinem Sohnemann. Sie wissen schon: Der mit den komplizierten Gedanken. Das Peinliche an der Geschichte: Ich vermute, dass das Ganze in seinem Gehirn überhaupt nicht kompliziert klingt.

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