verzweifelt, hilflos, verlegen

Sie können das!

12.09.2019 | Strunz

Bestätigt mir eine unbekannte Dame. Per mail. Die wollte mich trösten. Und möchte mich „…irgendwann drücken“. Nun ja. Der Anlass war der stete „Kampf gegen Windmühlen“ (News vom 01.08.2019). Die Resignation einer jungen Assistenz-Ärztin. Erinnern Sie sich? Da ging es um Herzrhythmusstörungen.
Häufig. Wichtig. Nur: Das Thema ist doch längst gegessen. Schlagen Sie ein Buch für Biochemie auf. Dann wissen Sie, wie man Herzrhythmusstörungen angeht.

Die Schulmedizin bleibt verzweifelt, hilflos, verlegen. Eigentlich unglaublich.

WIR wissen, aber viele Ärzte hören nicht zu. Wie gesagt: Windmühlen.
Tatsächlich glaube ich oft, dass ich „hier am Schreibtisch vergeblich arbeite“ (Zitat). Fallen mir zum Glück immer andere Menschen ein, die mir am Herzen liegen, die auch verzweifelt haben: Kennen Sie:
„Wozu Dichter in dürftiger Zeit?“.
Hölderlin. Verzweifelt. Dabei sind Dichter
für ihn von den Göttern geschickte Künder.

„Was frommt das alles uns und diese Spiele
die wir doch groß und ewig einsam sind….“
Hugo. Einer der ganz großen. Hugo von Hoffmannsthal.
Und genau solche schwarzen Gedanken möchte die mail Schreiberin vertreiben. Ich zitiere sie nur zögerlich (Sie werden gleich verstehen, weshalb):
„Sie sitzen NICHT Tag für Tag UMSONST am Schreibtisch. Deswegen schon NICHT, weil ICH Tag für Tag lesen kann und verstehen kann. Ich hab alle ihre Bücher paar Mal gelesen und VERSTANDEN. Sauge täglich ihre News wie ein Schwamm auf, 365 Tage im Jahr.

Sie sind mein absoluter Gott, haben mir meine Gesundheit wieder gegeben, ohne mich je gesehen zu haben. Muss man können. Sie können das!
So denken Menschen. Antworten kann ich darauf nicht. Aber es stimmt schon: Wenn Sie in Ihrem ganzen Leben einem einzigen Menschen geholfen haben, einen einzigen Menschen glücklich gemacht haben, haben Sie schon viel erreicht. Das gilt für jeden von uns.

Sehr wohl ist mit bewusst, welches Privileg es ist, von Berufs wegen für andere Menschen da zu sein.

 

 

Das Ziel ist Glück

12.09.2019 | Strunz

Bitte lesen Sie heute mit mir zusammen einen kurzen Text. Gefunden in einem neuen Büchlein „Waldpfade“. Der Titel lässt mich aufhorchen. Erinnern Sie sich an Heidegger, an dessen „Holzwege“? War lange Jahre mein Lebensführer…

Der Untertitel von „Waldpfade“ lautet „Wege ins Glück“. Die Verbindung beider Titel ist zunächst mysteriös. Kurz nachdenken? Aber lesen wir doch einfach los:
„Ich bewährte mich, tat, was von mir verlangt wurde. Das Leben geschah, ohne dass ich es steuerte – und glücklich war ich auch nicht.

Wäre da nicht das unfreiwillige Fitness-Seminar gewesen, hätte man mich wohl eines Tages tot vom Balkon meiner Eigentumswohnung gezogen, ohne dass ich zuvor erlebt hätte, was Glück, was Lebenslust bedeutet.

Das LAUFEN gab mir ein neues Bild. Ein schöneres, bunteres Bild von mir und von der Welt. Eine Vorstellung davon, was es heißt, Ziele zu setzen. Das zu tun, was ich liebe, was mich glücklich macht.

Das Ziel muss Glück sein

Wenn ich ein klares Bild meines Ziels habe, weiß ich, was ich zu tun und zu lassen habe. Bei meiner Tour ist das leicht: jeden Tag in Richtung Osten laufen. Genügend Pausen zur Regeneration einlegen, viel trinken, gut essen und trotzdem täglich so viele Kilometer wie möglich laufen.

Wenn man kein klares Bild hat, verliert man sich in seinem eigenen Leben. Dann ist es nicht verwunderlich, wenn man sich in Lebenssituationen wiederfindet, die man nicht wollte: Arbeit, die keinen Spaß macht, Freunde, die nerven oder Freizeitaktivitäten, die mehr belasten als inspirieren.

Ich glaube, dass sich viele Menschen nicht bewusst sind, dass ihre fehlenden Ziele zu ihren unbefriedigenden Lebenssituationen führen. Stattdessen geben sie der Gesellschaft, dem Chef, der Politik oder den Nachbarn die Schuld.

Mein wichtigstes Ziel im Leben ist Glück. Ob es mir gelingt, liegt in meiner Verantwortung.

Jeden Tag will ich dem Glück einen Schritt näher kommen. Genauso wie ich an jedem Tag auf meiner Tour meinem Ziel, dem östlichsten Punkt Deutschlands, näher zu kommen möchte.“
Offenbar läuft da jemand. Quer durch Deutschland. Hat schon über 100 Marathons hinter sich… beschreibt in dem Büchlein auch, wie er als vormals unbescholtener Bürger (Studium Geologie, Informatik) auf die Idee der …

FREIHEIT

kam. Kurz nachdenken: Der ist den meisten von uns wahrscheinlich weit überlegen in seiner Lebensgestaltung. Der sitzt nicht mehr, der läuft. Auf die Zugspitze. Mehrfach quer durch Deutschland. Tausende Kilometer.

Könnte es sein, dass hier jemand… LEBT?

Quelle: Thomas Schmidtkonz „Waldpfade“. Soeben erschienen. ISBN 9781687856029

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