bei einer Einzigen das Leben verlängert

Gut gemeint

06.10.2019 | Strunz

dürfte wohl alles sein in der Politik, genau wie in der Medizin. Ich jedenfalls gehe davon aus. Nur wenn aus Gutgemeintem etwas Schlimmes entsteht, sollte man wenigstens nachdenklich werden.

Nehmen wir die Reihen‐Untersuchung. Die Vorsorge‐ Untersuchung. Die Mammo-graphie. Flächendeckendes Screening. Das für den Brustkrebs ja deutschlandweit empfohlen wird.

Es gibt Experten, die Überblick haben. Einen höheren Standpunkt. Und sich ausführlich und kompetent mit diesen Vorsorgegedanken beschäftigen. So Frau Professor Dr. I. Mühlhauser an der Uni Hamburg. Die sagt nun ein paar Sätze, die ich Ihnen gerne unkommentiert weitergeben würde:

  • 2000 Frauen müssen 10 Jahre regelmäßig zur Mammographie gehen (Strahlenbelastung!!), damit bei einer Einzigen das Leben verlängert wird. Also noch einmal: Eine Einzige von 2000 bei 10‐ jährigem Screening.
  • 400 von diesen 2000 Frauen (zwischen 50 und 70 Jahren) bekommen im Verlaufe dieser 10 Jahre einen „falschen Alarm“. Mit entsprechender seelischer Belastung.
  • 30 von 100 Krebsdiagnosen in einem solchen Screening sind Über‐Diagnosen. Die betroffenen Frauen werden sämtlich operiert und bestrahlt etc., weil es keine Möglichkeit gibt, zu klären, ob der Tumor behandlungsbedürftig ist oder nicht.
  • International ist anerkannt, dass „der Nutzen solcher Früherkennungs-untersuchungen eher gering ist und mehr Teilnehmerinnen zu schaden kommen können …“.

Weshalb das alles so unsicher ist? Weil Krebs eben nicht gleich Krebs ist. Weil Dr. Coy recht hat. Weil ein himmelweiter Unterschied besteht zwischen Tumorzellen und aggressiven Tumorzellen. In der Sprache von Professor Mühlhauser:

„Wenn Sie ein Mammakarzinom mittels Mammographie entdecken, ist es meist schon mehrere Jahre alt. Durch die Früherkennungsuntersuchungen werden eher gerade die gutartigeren, langsamer wachsenden Formen erkannt. Die malignen, die oft schon bei Diagnosestellung metastasiert sind, mitunter auch bereits bei einem Durchmesser von 2mm, findet man mit dem Screening weniger gut.“
Achso! Also??? Soviel zu amtlichen Vorsorgeuntersuchungen. Eigenverantwortung?? Vielleicht sollte Frau doch besser vorher etwas tun? Heute!!!
Gebrauchsanleitungen in den News, wie Sie wissen.

PS: Zur Erinnerung. Frau Prof. Kiechle, München: Würden Frauen täglich joggen, gäbe es 50 % (!!!) weniger Brustkrebs. Wir laufen wirklich um unser Leben.

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