Schlaganfall

Das chronische Müdigkeitssyndrom

10.09.2014

Ach, wenn ich könnte. Ich würde Ihnen so gerne einen kompletten Arztbrief abdrucken der Universitätsklinik Erlangen. Meiner Uniklinik. Dort bin ich groß geworden. Dort habe ich Schulmedizin gelernt. Und damals natürlich gar nicht gewusst, wie sehr ich mich blamiere.

In den Augen der Patienten blamiere. Denn geholfen… haben wir nie.

Genau dies lese ich in diesem ausführlichen, hochwissenschaftlichen Arztbrief – wie ich ihn damals selbst angefertigt habe – erneut nach. Da geht es um

„Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, starkem Schwitzen, leichte Halsentzündung, Abgeschlagenheit. Die Patienten leidet an Müdigkeit, Muskel- und Gliederschmerzen, sowie Kribbeln in Armen und Beinen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Herzrasen, Durchschlafstörungen. Es besteht eine Leistungsminderung um 30 %, Schlafbedarf hat sich erhöht, Allgemeinbefinden zunehmend verschlechtert.“

Das schreibt die Uniklinik Erlangen. Und was tut sie dann? Sie untersucht das Blut. Gute Idee. Das sieht dann etwa so aus (Ich hoffe, Sie sind beeindruckt!):

Immunologie: 25-Hydroxy-Vitamin D 35,5 ng/ml (20-70 ng/ml), Rheumafaktor IgG<20,0 IE/ml (0-20 IE/ml), AK gegen Ro-52-, Ak gegen OJ -, Ak gegen EJ -, Ak gegen PL-12 -, Ak gegen PL-7 -, Ak gegen SRP -, Ak gegen Jo-1 -, Ak gegen PM-Scl75-, Ak gegen PM-Scl100 -, Ak gegen Ku recom -, Ak gegen Mi-2 -, (-=negativ +=positiv), ANA auf Hep2 nukleolär, ANA auf Hep2-Titer 1:100 1(<100 1), ACE 11,8 U/l (8,3-21,4 U7l), Ak gegen AMA-M2 -, Ak gegen Riosomales-P-Protein -, Ak gegen Histone -, Ak gegen Nukleosomen -, Ak gegen PCNA -, Ak gegen Centromer B -, Ak gegen Jo-1 -, Ak gegen PM-Scl -, Anti-Cardiolipin-AkM 0,8 MPL U7ml (0-15 MPL U/ml), CCP zykl. Zitrul. Peptide 64,0 U/ml (-<10 U/ml), M/Thyreogl.-Ak negativ 1: (<100 1), T/Thyreogl. Ak negativ 1: (<10 1:) …

IgG-Line: p100-, VlsE-, p58-, p41-, 039-, OspA-, PspC B. sensu stricto +/-, OspC B. afzelii-, OspC B. garinii-, OspC B. spielmanii +/-, P18 B. sensu stricto-, P18 B.afzelii-, P18 B. garnii1-, P18 B. spielmanii-,.

IgM-Line: p100-, VlsE-, p58-, p41-, 039-, OspA-, PspC B. sensu stricto-, OspC B. afzelii-, OspC B. garinii-, OspC B. spielmanii-, P18 B. sensu stricto-, P18 B.afzelii-, P18 B. garnii1-, P18 B. spielmanii-,.

Toll. Was man so alles messen kann! Nur: Geholfen? Nicht die Spur. Auch nicht ein kleines bisschen. Und so leidet die Patientin weiter. Drei Jahre später kam sie dann in meine Praxis. Normale große Laboranalyse, Feststellung von Mangelzuständen, Ausgleich. Das war alles.

Drei Monate später die Patientin wörtlich: Alles fast weg, jedenfalls wesentlich besser: Sie könne jetzt 20 Kilometer am Stück joggen. Da grinse ich sie an. Kann das Frau Dr. Merkel? 20 Kilometer am Stück joggen? Für mich heißt das: Gesund.

Verstehen Sie jetzt meinen (arrogant wirkenden) Satz: Aus meiner Sicht blicke ich auf die Schulmedizin hinab. Molekularmedizin, also pure Physik ist weit, weit überlegen. Und das ist ganz offensichtlich nicht nur eine Behauptung. Wie wieder ein junger Mensch beweist. Hier und heute.

Schlaganfall

02.11.2019 | Strunz

Läufer kriegen keinen. Aus verschiedensten Gründen. Da bin ich mir persönlich recht sicher.
Meine private Annahme wird gestützt durch ein Ergebnis der sogenannten „National
Runners‘ Health Study“.

Da hat man ganz einfach 41.402 Läufer beobachtet. Im Schnitt 7,7 Jahre. Und hat eine sehr
genaue Beziehung gefunden zwischen den täglichen Laufkilometern und der Möglichkeit
eines Schlaganfalles.

Zwei Zahlen: Pro mehr gelaufenen Kilometer täglich sank das Schlaganfallrisiko um 11%. Und
wenn man genau nachjustiert hat, also berücksichtigt hat Diabetes, Cholesterin,
Bluthochdruck und BMI, dann blieben immer noch:

  • Pro Laufkilometer mehr
  • 7% weniger Schlaganfall

Und wenn man das Ganze aufschlüsselt: Verglichen wurden Menschen die weniger als 2
Kilometer täglich gelaufen sind mit Läufern, die 8 Kilometer und mehr jeden Tag gerannt
sind: Der Unterschied war 60%. Sie können mit 8 Kilometern täglich (oder mehr) Ihr
Schlaganfallrisiko um 60% senken.

Um 60%

Was mich als Arzt an dieser Studie besonders interessiert: Vergleichen Sie doch bitte mal
(News vom 30.01.2017). Da geht es (in rel %) um etwa 20%. Durch Einnahme
einer milliardenteuren Tablette.

Wenn Sie das vergleichen, werden Sie verstehen, weshalb Volksgesundheit immer ein Traum
bleiben wird. Nie erreicht wird, obwohl sie möglich wäre: Am viel wirksameren Laufen
verdient man nix… und:

Tabletten sind einfacher bequemer
Quelle: Stroke 2009; 40: 1921

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