Wir kämpfen uns durchs Leben

Die Kraft des Windes

11.09.2020 | Strunz 

Mein schönstes Bild. Die wundersame, jähe Erkenntnis, die jeden von Ihnen überfällt, wenn Sie segelnde, schwebende Adler, Kondore, Albatrosse in Filmen betrachten. Und ganz plötzlich durchschauen, dass diese Tiere ja eben gerade nicht sich jeden Meter in der Luft mit Muskelkraft, mit dem Schlagen der Flügel erkämpfen.

So wie wir Menschlein das tun. Die wir uns durchs Leben, den Alltag, durch den Beruf kämpfen mit steter Anstrengung. Erkennen Sie an den Schweißtropfen, den zusammengebissenen Zähnen, den Querfalten auf der Stirn. Wir kämpfen uns durchs Leben.

Hab ich mir selbst nie anders vorstellen können. Die Anforderungen waren immer etwas größer als das, was ich leisten konnte. Also hab auch ich verbissen, zähe gekämpft. Was ich damals nicht verstanden hatte: ganz offenbar bekommen die Adler, die ganz oben im Himmel, es geschenkt. Die gleiten. Die schweben. Die tun…. gar nichts. Höchstens korrigieren und koordinieren sie Flügelstellung und Richtung. Wie das Ganze klappt, scheint zunächst banal:

Die nutzen
die Kraft des Windes.

Eine Kraft, die einfach da ist. So wie die Sonnenstrahlen, die Sonnenenergie. So wie die Wellen, die Meereswogen, die Gezeiten. Unerschöpfliche, nachhaltige Kraftquellen, die wir Menschlein nutzen könnten, solange es diesen Globus gibt.

KÖNNTEN.

Verstehen wir. Verstehen wir spontan. Daher das Bemühen um saubere, um regenerative Energie. ABER… auf die Idee, dass es die gleiche saubere, regenerative Energie, die uns tragen würde, in unserem Leben gibt, muss man erst einmal kommen.

Selbstverständlich gibt es einige unter uns, die – begnadet, glücklich – längst Bescheid wissen und wussten. Das sind die, die da oben schweben. Von uns da unten mit offenem Munde bestaunt und bewundert. Wie machen die das bloß?

Erklärungsversuche wie „reiche Eltern“, „gute Gene“, oder einfach täglich Kokain oder Amphetamine…bieten sich an. Für uns, die neidische Menge da unten.

Die da oben…. könnten darüber lächeln. Ich glaube, die nehmen uns gar nicht wahr, auch schon lange nicht mehr ernst. Die schweben und leben.

LEBEN!

Die nutzen einfach nicht nur ihren Körper, ihr klägliches Gehirn, sondern sie wissen, dass die menschliche Existenz einen größeren Bereich umfasst. Nicht nur die Muskelkraft. Nicht nur den zähen Willen. Sondern dass es da eben noch eine andere Kraft gibt, hier die Kraft des Windes genannt, die uns Menschen tragen würde.

Das Beispiel Adler, Albatros, Kondor lässt uns die Wahrheit ahnen. Lässt uns neugierig werden, ein bisschen nachforschen und dann erkennen, dass die Menschen um dieses Geheimnis immer gewusst haben.

Dass unsere Vorväter sogar weiter waren als wir, dieses Wissen als Selbstverständlichkeit betrachtet haben.

Das nämlich ist der Urgrund jeder Religion. Dieses Wissen um…. andere Kräfte. Im Gegensatz zu heute wurden diese anderen Kräfte damals – zum Beispiel von den Ureinwohnern Australiens oder Afrikas – tatsächlich genutzt. Tagtäglich.

Heißt, wir, der fortschrittliche Mensch, können zwar Panzer bauen und Straßen teeren, aber das eigentliche, das leichte, das fröhliche, das Leben voller Vertrauen in eine andere, unendliche Kraft…. längst vergessen.

Der „fortschrittliche“ Mensch schaut verbiestert auf ein paar Meter Straße vor sich und bewegt seine Beine. Mühsam. Oft gequält. Angestrengt.

Ihre Vorfahren haben einfach…. geglaubt. Selbstverständlich Aber–glaube. Glauben Sie. Und verstehen gar nicht, dass Sie der Abergläubische sind. Dass Sie an das ABER glauben. Sie sagen immer „Aber…!“. Und kritisieren. Ihre Vorfahren haben einfach geglaubt. Kindlich, voll Vertrauen in

die Kraft des Windes.

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