Heißhunger auf Süßes?

Weshalb Heißhunger auf Süßes?

12.09.2020 | Strunz 

Weil die meisten von uns – anders als Kinder, anders als der Steini und anders als die noch heute lebenden Naturvölker – an unseren Schreibtischen kleben. Statt draußen herumzurennen, bis wir so müde sind, dass wir einschlafen. Einfach so einschlafen. Ohne Hilfe von Fernsehen, Bier und Pillen.

Wir sitzen also unter Hochdruck am Schreibtisch, ohne unserem Körper eine Chance zu geben, diesen Druck wieder loszuwerden. Wir sind im Stress – fühlen uns vielleicht sogar ganz gut dabei: Wir sind „busy“, aktiv, erfolgreich. Leider ruinieren wir damit aber unsere Gesundheit. Und zwar so:

  • In Stresssituationen fährt der Körper seine Aktivität hoch.
  • Dazu wird Cortisol freigesetzt. Dieses Cortisol erhöht den Blutdruck und bringt unsere Leber- und Muskelzellen dazu, gespeicherten Zucker (Glykogen) freizusetzen. Auch unsinnige Diäten können Cortisol dauerhaft erhöhen – denn unser Gehirn wertet den Entzug von Nahrung schnell als Bedrohung.
  • Dieser freigesetzte Zucker überschwemmt unser Blut. Und wie immer, wenn der Blutzuckerspiegel steigt, steigt auch die Insulinproduktion – obwohl wir noch nicht einmal etwas gegessen haben.
  • Kurz darauf stürzt unser Blutzuckerspiegel ab. Unser Körper meldet pflichtbewusst: „Hunger!“ Und zwar: „Hunger auf Zucker!“ Schlimm genug. Zusätzlich ist der immer noch hohe Cortisolspiegel für die vermehrte Produktion des Hormons Ghrelin verantwortlich – ein Hormon, das unseren Appetit ankurbelt. So kommt es, dass Menschen „auf Diät“ ständig und häufig sogar zwanghaft mit ihren Gedanken um das Thema Essen kreisen und regelmäßig von Heißhungerattacken überrumpelt werden. Eine teuflische Achterbahn für Körper und Seele.

Lebten wir nun munter in der Steinzeit und müssten wir unter Einsatz aller unserer Kräfte Wurzeln ausgraben, vor wilden Tieren fliehen und Feuerholz schleppen, würde unser Stresssystem herrlich funktionieren. Nun leben wir aber heute in einer Welt, in der wir unser Stresslevel hochfahren können, aber im Alltag kaum eine Chance haben, es auch wieder herunterzufahren – es sei denn, wir laufen. Jeden Tag. Besser noch: laufen und meditieren. Jeden Tag.

  • Übrigens: Stress verbraucht massiv Tryptophan. Hab ich leidvoll nach meinem Unfall gelernt. Das resultierende tiefe Serotonin ist mit-verantwortlich für den Heißhunger.
  • Wissen macht schlank: Kaum heben Sie also Ihren Tryptophan-Spiegel an (Sie wissen, wie das geht), verlieren Sie die quälende Zuckersucht.

Inzwischen tausendfach erprobt und gelobt. Unser Leben wird tatsächlich von Neurotransmittern bestimmt. Und da gibt es in unserem Gehirn grob nur zwei solche Signalwege:

  • Dopamin. Der Antrieb.
  • Serotonin. Das Glück.

QUELLE: Sie werden´s kaum glauben. Solche Sachen finden Sie in einem meiner wichtigsten Büchlein mit dem hübschen Titel „Warum macht die Nudel dumm?“. Seite 91.

In dem Zusammenhang ein etwas ungewöhnlicher Tipp: Bücher sind zum Lesen da. Und manchmal lernt man dabei sogar etwas…. fürs Leben.

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