das Leben auch schön sein kann

Ihre Spermien und die Evolution

01.11.2020  Strunz  Drucken

Nicht besonders erfreuliche Nachrichten kürzlich im SPIEGEL (Nr. 38, 12.09.2020, Seite 93): Fast jedes zehnte Paar in Deutschland, das sich ein Kind wünscht, kann es auf natürlichem Wege nicht zeugen.

Welches Leid hinter dieser Zahl steckt, kann wohl nur ein Arzt und das Ehepaar selbst ermessen. Geht es doch um in uns verankerte archetypische Vorstellungen. Denn die Evolution kennt nur ein Ziel: die Fortpflanzung. Alles andere ist nebensächlich. Und wenn man hier an eine Mauer stößt …

Deswegen lesen Sie in dem genannten Artikel sehr viel über schwindendes Selbstwertgefühl, Depression, Leid. Alles nachvollziehbar.

Neben genetischen und organisch-mechanischen Hinderungsgründen gilt als Hauptgrund die sinkende Spermienkonzentration des (westlichen) Mannes. Beispiele: In einem Milliliter Ejakulat befanden sich

  • 1973 99 Millionen Spermien
  • 2011 nur noch 47 Millionen.

Laut WHO wird die magere Zahl von 15 Millionen Spermien pro Milliliter noch toleriert. Der kritische Wert läge bei 2 Millionen. Und der könnte

bereits 2034

erreicht werden, wenn die Entwicklung genau so weitergeht in Europa, in Nordamerika, Australien und Neuseeland.

Und jetzt geht´s los. Jetzt startet die Wissenschaft und sucht nach Gründen. Findet sie in erster Linie in unseren Umweltbedingungen. Also Pestiziden (DDT), Mastmittel, Antibiotika, natürlich auch der millionenfach verwendeten Pille, also Hormone, die per Urin erst in den Boden, dann ins Trinkwasser gelangen.

Und so forschen sie und forschen sie und forschen sie. Auf die Idee, die gleiche Energie zu verwenden, um den Männern lieber zu helfen, um die Spermienzahl lieber anzuheben, kommt niemand. Wirklich: NIEMAND.

Genau wie bei Corona: Da forschen sie an dem Virus herum, an Impfstoffen, an entzündungshemmenden Mitteln, statt mit der gleichen Energie sich um das abwehrstarke Immunsystem des Menschen zu kümmern.

Dann könnte man ja auch gewinnen. Nur will das jemand? Die Pharmafirmen ganz gewiss nicht …

Kann man den Ehepaaren mit Kinderwunsch helfen? Kann man die Spermienanzahl erhöhen? Ja selbstverständlich, murmelt jeder Molekularmediziner. Ja selbstverständlich murmelt jeder, der sich mit der Software in der Medizin auskennt. Nicht nur mit der Hardware. Will sagen, der ein paar biochemische, von mir aus physikalische Kenntnisse hat.

Solch ein biochemisch angehauchter „Heiler“ erlebt nämlich folgendes:

Kommt zu mir ein junger Mann, proper, sportlich, offensichtlich gesund. Und beklagt sich. Seine Frau sei gesund, sie bekämen aber keine Kinder, und er sei schuld. Er hätte nämlich nur

3 Millionen Spermien pro ml.

Viel zu wenig. Bei Kontrollen auch mal 3,5 und 4. Aber eben immer noch zu wenig. Ob ich ihm helfen könne. Sie kennen meine Antwort: Selbstverständlich. Ich habe da so diese schlichte Vorstellung, dass der Körper und damit wohl auch die Spermienproduktion in Ordnung kommt dann, wenn unsere Moleküle weitgehend stimmen. Und ein paar dieser Stoffe können wir ja messen. Haben wir also getan.

Überhaupt nicht verwunderlich – typisch bei unerfülltem Kinderwunsch – dass hier wieder einmal viel zu wenig Selen und Zink im Körper vorhanden waren. Das weiß zwar jeder Tierarzt, das weiß auch jeder Bauer (Zufütterung), aber Menschenärzte…? Entscheidend freilich war wieder einmal das Aminogramm. Die essentiellen Aminosäuren. Ich hatte – so wörtlich – „noch nie so ein mangelhaftes, so ein schlechtes Aminogramm gemessen“. Nun ja. Die Zahlen lagen klar auf dem Tisch, der junge Mann hat verstanden und hat geändert.

Kam jetzt nach längerer Zeit erneut zu mir und berichtet zunächst, dass er anders gegessen hätte, dass er NEMs genommen hätte und dass die Spermienzahl von etwa 3 Mio. prompt angestiegen sei auf zunächst 800 Mio., und dann auf

1 Milliarde Spermien pro ml

So deutlich hätte selbst ich das nicht erwartet. Aber wir lernen wieder einmal: Die Natur folgt einfachen Regeln. Und einen guten Teil davon verstehen wir sogar. Will sagen: Ein mitdenkender Arzt, die Wissenschaft, kann wirklich helfen.

Nur leider, so berichtet er, hätte er in den letzten Monaten geschlampert, wie er das nennt. Sich nicht mehr an die Vorschriften gehalten. Wieder so gegessen wie früher, auf Vitamine & Co verzichtet. Und hätte prompt die Quittung bekommen. Jetzt, hier, heute säße er da mit wieder erneut nur 4 Mio. Spermien pro ml. Und guckt mich an:

Ob ich Ihm erneut helfen könne?

Ja freilich.

Noch Fragen? Warum müssen Journalisten, warum muss der SPIEGEL immer nur solchen mutlos-machenden, negativ eingefärbten Mist veröffentlichen? Tag für Tag, Woche für Woche… Die wissen eben nicht, oder besser gesagt: Die wollen gar nicht wissen, dass

  • das Leben auch schön sein kann
  • im reichsten Land der Welt mit dem besten Gesundheitssystem
  • wenn man sich ein bisschen informieren würde.

Aber genau darum geht es: Es geht nicht um informieren, es geht nicht um helfen, sondern es geht… nein, nein, nicht ums Geschäft, i-beware… es geht in Wahrheit um ein:

Weshalb soll ´s den anderen besser gehen
als mir?

Also die Weitergabe von persönlichem Versagen.VORHERIGE NEWSZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

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