Histamin gibt ´s reichlich

Histamin – mal ganz praktisch

08.11.2020  Strunz  Drucken

Was jetzt folgt, ist ein Ausnahme-Bericht einer jungen Dame, veröffentlicht in „Low Carb – LCHF-Keto-Lifestyle 3/2020, September, Seite 45“.

Wichtige, vielleicht sogar die entscheidende Lebenshilfe für viele von Ihnen, die mit dem Wort Histamin-Intoleranz etwas anfangen können. Oder ahnen … dass das auch sie betreffen könnte.

Histamin gibt ´s reichlich im menschlichen Körper. Eingekapselt in die sog. Mastzellen. Kein Problem. Außer… die platzen. Dann überschwemmt buchstäblich Brennnesselgift den Körper oder lässt Ihre Haut anschwellen (Ödem).

So muss mein kleiner Sohnemann die ganze Jugend verbracht haben. Innerlich brennend. Mir dreht´s heute noch das Herze rum … mir damals dämlichen Schulmediziner.

Vorausschicken darf ich, dass die junge Dame einen riesigen Vorteil vor Ihnen hatte. Die war präpariert. Die hatte sich vorbereitet (siehe News vom 31.08.2020 de). Die leidet an Diabetes Typ I. hat aber, wie sie sagt, „einen Weg“ gefunden:

  • Sie ernährt sich deshalb ketogen.
  • Treibt viel Sport
  • und kann deswegen komplett auf Insulin verzichten.

Für jeden deutschen Diabetes-Facharzt eine Sensation. Würde der glatt bestreiten. Gibt es nicht! Tja. Schulmedizin.

Aber lassen Sie uns gemeinsam lernen. Wie kam die junge Dame auf eine Histamin-Intoleranz?

„Im Frühjahr ging es mir dann immer schlechter: Zu den schubweise auftretenden Ausschlägen gesellten sich Wassereinlagerungen in Beinen und Händen, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Kreislaufinstabilität, ein „Sich-Vergiftet-Fühlen“ bis hin zu regelrechtem „Gehirnnebel“. So richtig einen Auslöser für diese Phasen oder ein Zusammenhang mit irgendeinem Umstand konnte ich nicht identifizieren… bis dann mein Vater so beiläufig meinte: „Hast Du schon mal an eine Histamin-Intoleranz gedacht?“

Die Dame, offenbar energisch (siehe Keto-Diät) hat sich belesen. Und zählt – endlich einmal – vernünftig die möglichen Ursachen für verstärkte Histamin-Freisetzung auf:

  • Es wird zu viel Histamin über die Nahrung aufgenommen. Histamin ist vor allem in solchen Lebensmitteln zu finden, die mit einem Reifeprozess (z. B. Käse, Wurstwaren, Essig, alkoholische Getränke, hefehaltige Erzeugnisse, Sauerkraut) ODER SCHNELLEM Zerfall (Fisch und Fleisch, wenn nicht mehr frisch) in Verbindung gebracht werden.
  • Es werden sogenannte Histamin-Liberatoren zu sich genommen, d. h. Stoffe, die den Körper dazu anregen, das eigene Histamin freizusetzen (z. B. Kakao, Alkohol, Erdbeeren, Walnüsse, Tomaten, Zitrus- und Meeresfrüchte).
  • Der Abbau des Histamins wird gehemmt durch sogenannte DAO-Hemmer, (z. B. Alkohol, Mate-Tee, bestimmte Medikamente) oder
  • die eigentlich zu Histamin-Abbau nötigen Enzyme (DAO) sind ausgelastet mit dem Abbau anderer biogener Amine, die beispielsweise in Ananas, Birnen, Bananen, Erdnüssen, Himbeeren, Hülsenfrüchten, Kiwi, Orange u.v.m. enthalten sind.
  • Nicht zuletzt kann auch ein Mangel an den für den Abbau notwendigen Vitaminen und Mineralien zum Überschreiten der Schwelle führen.

Der individuelle Schwellenwert selbst variiert – abhängig von Tagesform, Stress, Zustand des Immunsystems und vielen anderen Faktoren.“

Ihre Abhilfe? Anders, sehr bewusst gegessen. Das hatte sie natürlich vorher schon geübt (Diabetes Typ I), war also konsequent genug. Weil so anschaulich, hier wörtlich:

  • „Zum Frühstück greif ich auf die gute alte Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig zurück: Frischkäse oder Quark mit viel Leinöl und Leinsamen, dazu Beeren und selbst gemachtes „Müsli“ aus verträglichen Nüssen.
  • Zum Mittag auf der Arbeit gibt es meist einen sättigenden Salat mit Gemüse, Käse, Nüssen, guten Ölen oder selbstgemachter Mayo.
  • Am Abend stehen Gemüse mit selbstgemachtem Pesto, mit Käse Überbackenes oder frischer Fisch mit Gemüse auf dem Speiseplan.“

Das Wichtigste freilich war die Reduktion von STRESS. Hier geht es um Yoga, Meditation, Spaziergänge in der Natur (von Ihnen stark unterschätzt), auch um das neu entdeckte Golfspiel.

Der Bericht hat mich sehr beeindruckt. Endlich einmal nicht nur Lehrbuchwissen, sondern mitten aus der Praxis.

Vielleicht hilft diese Anleitung ja dem einen oder anderen …

PS: Hoffentlich haben Sie nicht vergessen: Die Basis war Ketose. Gemessene Ketose. Wie man das macht, hatte Ihnen Frau Pfeifer ja ausführlich genug erklärt (News vom 16.12.2016).VORHERIGE NEWS

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