Zuckerentzug hilft auch gegen Krebs

Mal was Grundsätzliches

24.02.2021  Strunz GmbH  Drucken

Die Corona Krise bringt Licht in die Schulmedizin, weil nun endlich Vitamine und Mineralstoffe zur Behandlung von Erkrankungen in Erwägung gezogen werden. Ich freue mich über diesen langsamen Fortschritt.

Und lese Seltsames: In einer Studie soll der Effekt der Aminosäure L-Cystein in Form von N-Acetyl-L-Cystein (NAC) zur Heilung von COVID-19 untersucht werden. Die Wissenschaftler sind sogar so schlau und wollen den Patienten gleichzeitig Vitamin C geben. Denke ich: Super, langsam wird was begriffen.

Falsch gedacht: Die kombinierte Gabe von NAC und Vitamin C wird gleich in den nächsten Sätzen des Artikels zerrissen. Vitamin C würde das Ergebnis verfälschen, so könne man nicht feststellen, ob NAC wirklich wirkt. Unvorstellbar, wie viel Unverständnis über den menschlichen Körper und somit auch über die Medizin in dieser Kritik steckt.

Es kommt doch auch keiner auf die Idee und gibt einem Menschen nur Wasser, aber keinen Sauerstoff, um die Wirkung von Wasser zu untersuchen.

Oder umgekehrt, jemand bekommt nur Sauerstoff, aber tagelang kein Wasser. Weil Wasser das Ergebnis verfälschen könne.

Genau das ist häufig der Knackpunkt an Nährstoffstudien.

Probanden bekommen immer nur eine Sache, mal Omega 3 oder Magnesium, dann mal Vitamin E. Denn so werden Studien mit Medikamenten durchgeführt. Die einen erhalten das Medikament, die anderen ein Placebo. Dann wird verglichen, was passiert. Klar zeigen sich verschiedene Wirkungsweisen, weil jeder Mensch etwas anders ist. Trotzdem werden die Daten der Studien so schöngerechnet, dass sich irgendeine Wirkung nachweisen lässt.

Diese Art der Untersuchung wird dann auf Nährstoffe angewandt. Um angeblich klar abgesicherte Ergebnisse zu bekommen. Alle Nährstoffe wirken aber zusammen. Je nachdem, welche Nährstoffmängel die Probanden bereits vor einer Studie haben, zeigen die untersuchten Vitamine oder Mineralstoffe andere Wirkungen. Oft eben nur sehr geringe Wirkungen, was dann so interpretiert wird, dass Omega 3 oder Vitamin D gar nicht wirken.

Wie gesagt: Zum Leben brauchen wir Wasser und Sauerstoff und nicht nur eines davon. Für Ihre Gesundheit brauchen Sie alle essenziellen Nährstoffe und nicht nur die, die gerade in einer Studie, an der Sie teilnehmen, untersucht werden.

Um die Wirksamkeit von Nährstoffen in einer Studie nachzuweisen, gibt es meiner Meinung nach nur eine sinnvolle Methode:

Man hat zwei Gruppen von Menschen. Die einen sind mit allen essenziellen Nährstoffen sehr gut versorgt, ihre Werte liegen jeweils in den oberen Normbereichen. Deren Gesundheit vergleicht man mit der Gesundheit der Vergleichsgruppe, die Nährstoffmängeln haben. Gibt garantiert ein eindeutiges Ergebnis.

Warum macht das eigentlich keiner, ist doch so naheliegend?

P.S. Wir tun`s. Seit Jahrzehnten. Ergebnisse liegen dann in Brief-/mail-Form vor. Beeindruckend!VORHERIGE NEWS

KetoCal

Artikel .1110 vom 22.02.2021

ist eine neuentwickelte, patentierte ketogene Diät. Flüssig verpackt. Erhältlich in Ihrer Apotheke. Enthält nur 3,3% KH. Für Kinder mit Epilepsie. Denn Epilepsie kann manchmal geheilt, oft deutlich abgeschwächt werden durch völligen Verzicht auf leere Kohlenhydrate. Den Gedanken könnte man ja (ist das erlaubt?) umdrehen: Kohlenhydrate, also genetisch nicht korrekte Kost, machen uns krank. Machen auch Epilepsie.

An der Universität Boston hat man weiter gedacht. Hat diese neuentwickelte KetoCal an Mäusen getestet. Welchen man (menschliche) Krebszellen in das Gehirn gepflanzt hat. Mäusen also mit schnell wachsenden Hirntumoren.

Und fand – wenn das keine Sensation ist – dass das Wachstum der Tumore

  • um 65% (Astrozytom) und
  • um 35% (bösartiges Gliom)

vermindert wurde. Die Tumore also langsamer wuchsen. Das Krebsgewebe signifikant weniger durchblutet wurde. Und die Überlebenszeit der kohlenhydratfrei ernährten Mäuse signifikant anstieg.

Heißt praktisch: Zuckerentzug hilft auch gegen Krebs im Gehirn (nicht heilt! Hilft).

Sie verstehen, liebe Leser, weshalb ich Ihnen immer und immer wieder vom Zusammenhang zwischen Krebs und Kohlenhydraten berichte. Es tut nämlich sonst kaum jemand. Sie würden diese glücklichen Nachrichten ja nirgendwo lesen. Jedenfalls nicht in den medizinischen Fachzeitschriften wie Focus, Spiegel, Bunte, Madame …

Woher ich das weiß? Soeben habe ich einen Patienten mit operiertem Hirntumor, jetzt ausgedehnten Metastasen in die Uniklinik eingeliefert. Von dieser neuen Behandlungsmöglichkeit ist dort nichts (in Worten NICHTS) bekannt. Und die hier zitierte Arbeit trägt die Überschrift:

The calorically restricted ketogenic diet, an effective alternative therapy
for malignant brain cancer

Meine aktuelle Bitte war: Man könnte es doch wenigstens zusätzlich versuchen, oder?

Denn hier steht „effective“ und „cancer“. Freilich: dazu müsste man englisch lesen. Ist laut Prof. Antes rund 80% der deutschen Ärzte nicht gegeben … (News vom 09.01.2009 siehe unten angehängt).

Und wir wundern uns? Und wenn´s Ihr Kind wäre? (News vom 24.07.2017.de)

Schlusslicht Deutschland

Viele von Ihnen wundern sich. Über eine ganz offensichtliche Diskrepanz. Über den Unterschied zwischen dem, was Sie in diesen News oder in meinen Büchern lesen … und den Erzählungen Ihres Hausarztes oder den Erfahrungen in Ihrer Klinik.

Tatsächlich können Sie hier hautnah den Unterschied zwischen „der Welt des Wissens und der deutschen Versorgungswirklichkeit“ studieren (Zitat Professor G. Antes in der FAZ).

In meiner Sprache: Die Medizin weiß … nur der deutsche Hausarzt nicht. Wir sind in der Medizin so sehr viel weiter. Wir wissen genau, wie man keinen Krebs bekommt, wie man keinen Herzinfarkt bekommt, wie man keinen grauen Star bekommt, wie man keinen Alzheimer bekommt, wie sämtliche Blutdruck-Diabetes-Blutfett-Tabletten überflüssig sind und werden. Die Medizin weiß längst Bescheid.

Nur die deutsche Medizin nicht. Schreibt und begründet Professor Antes in der FAZ ganz präzise.

„Unzählige Studien haben in den vergangenen 40 Jahren gezeigt, dass die Verwirklichung von Wissen, von medizinischem Wissen, erschreckend langsam erfolgt und die verschenkte Zeit vermeidbare Todesfälle zur Folge hat“.

Ein Hauptgrund ist die Sprachbarriere. Alle wichtigen, alle neuen Ergebnisse klinischer Studien werden „ausnahmslos“ in englischsprachigen Zeitschriften veröffentlicht und „haben einen Impakt-Faktor“ (Anzahl der Zitierung), die bis zum 50-fachen über denen deutscher Zeitschriften liegt.

Anmerkung: Jetzt verstehen Sie, weshalb meine wissenschaftlichen Veröffentlichungen ausnahmslos in führenden amerikanischen Zeitschriften nachzulesen sind. Anmerkung Ende.

Jetzt kommt’s: Professor Antes zitiert Studien, wonach 80% der deutschen Ärzteschaft in der beruflichen Routine nichts in englischer Sprache lesen. Und sie damit „zwangsläufig von dem globalen Wissenspool abgeschnitten sind“.

Und die restlichen 20% der deutschen Ärzte, die sich täglich in englischer Sprache weiterbilden? Die werden „von ihren Organisationen und Verbänden weitgehend im Stich gelassen“. Professor Antes spricht von „einer erstaunlichen Ignoranz und weitverbreitetem Desinteresse“ dieser Organisationen (soll ich sie nennen?), was dazu führt, „dass selbst Universitätskliniken sowie der größte Teil der Ärzteschaft keinen Zugang zu den relevanten Wissensquellen hat“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Vielleicht verstehen Sie jetzt, weshalb Sie in meinen News immer so „andere Medizin“ erfahren. Weshalb ich die „Welthauptstadt der Medizin“, nämlich das NIH so oft direkt oder indirekt zitiere. Das Wissen ist da. Weltweit. Bloß eben nicht unbedingt in Deutschland.

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