Was fehlt depressiven Gehirnen?

Ein schmutziges kleines Geheimnis

06.05.2021  Strunz GmbH  Drucken

„Dirty little secret“ ist tatsächlich ein unter Kennern gebräuchlicher Fachausdruck. Beschreibt den Umstand, dass ANTIDEPRESSIVA im Vergleich zu Placebo als wirkungsschwache Arzneimittel gelten.

Was heißt wirkungsschwach?

Eine Analyse von 47 Studien, die der amerikanischen Aufsichtsbehörde (FDA) zwischen 1987 und 1999 für die Zulassung von

Citalopram
Paroxetin
Fluoxetin
Lefazoton
Sertralin
Venlaflaxin

vorgelegt wurden, machte der Placebo-Effekt

70 % bis 90 %

des Verumeffektes, also des gespürten und des empfundenen Effektes aus.

Heißt etwas deutlicher: Diese auch in Deutschland üblichen Tabletten wirken nur etwa 10% – 30% besser, verglichen mit einem Placebo. Tja.

Und das ist noch geschönt. Es wurden nämlich ausdrücklich neun Studien von vorneherein gestrichen, in denen keinerlei Wirkung dieser Psychopharmaka nachgewiesen werden konnten. Keinerlei Wirkung! Die Studien müssten natürlich korrekterweise noch dazugezählt werden. Wäre im Ergebnis noch erschütternder.

Dirty little secret.

Ziemlich dirty, wenn man bedenkt, dass die Tabletten ja Nebenwirkungen haben. Beispiel aus meiner Praxis: 30 kg Gewichtszunahme in 6 Monaten. Einfach so. Oder aus der Literatur:

  • Diese Tabletten verdoppeln im Vergleich zum Placebo die Häufigkeit von Ängstlichkeit, Aggressivität, Wutausbrüchen.
  • Steigern so die Suizid-Rate deutlich. Die Folgen haben wir alle am Co-Piloten mit seinen 149 Flugzeugabsturz-Opfern miterlebt.

Ausweg? Nun, ich zitiere soeben Uwe Gröber. Ein wirklicher Fachmann. Hat Handbücher über Mikronährstoffe verfasst. Kennen Sie sicherlich. Und der stellt fest – weil er WEIß – , dass depressive Patienten häufig eine unzureichende Versorgung mit hirnaktiven Nährstoffen aufweisen.

Was fehlt laut Gröber depressiven Gehirnen?

Folsäure
Vitamin B12
Omega 3
Methionin
Tryptophan

Die segensreiche Wirkung dieser NEMs ist in genügend Studien ausreichend bewiesen.

Bewiesen!

Die Gehirne von Psychiatern, von Psychotherapeuten freilich schweben oft weit über solchen banalen Fakten. Messen? Wozu? Ich hab doch studiert …

Quelle: Uwe Gröber „Arzneimittel und Mikronährstoffe“ 4. Auflage 2018, Seite 364VORHERIGE NEWSZURÜCK ZUR ÜBERSICH

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