Müßiggang

Müßiggang macht alt

14.07.2021  Strunz GmbH  Drucken

Nicht die Jahre lassen Sie altern, sondern Ihr Müßiggang. Ihr körperlicher Müßiggang. Nachzulesen in einer fast amüsanten Studie, zumindest was den Ablauf der Untersuchung betrifft. Das Ergebnis ist das Gegenteil von amüsant. Die Studie heißt The Dallas Bed Rest and Training Study. Zu Deutsch: Die Dallas Studie zu Bettruhe und Training. Studienzeitraum: 40 Jahre. Wie? Was? 40 Jahre im Bett? Verlockend … Na, ja: Ganz so wars nicht.

20 J.: 1966 legten sich fünf gesunde, 20-jährige Männer für drei Wochen ins Bett. Hört sich gemütlich an. Bevor sie die dreiwöchige Bettruhe antraten, wurde ihr Blutdruck und das Blutvolumen untersucht. Das ist die Menge an Blut, die das Herz bei einem Schlag in den Blutkreislauf pumpt. Außerdem wurde der VO2max ermittelt, die maximale Sauerstoffaufnahme. VO2max ist der beste Parameter zur Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Nachdem sie die drei Wochen im Bett verbracht hatten, fanden die gleichen Untersuchungen wieder statt. Die Ergebnisse waren erschreckend:

  • VO2max nahm durchschnittlich um 27 Prozent ab. Das ist enorm!!
  • Das Schlagvolumen reduzierte sich um durchschnittlich 31 Prozent … da „fehlt einfach“ ein Drittel des Herzens.
  • Die jungen Männer hatten nach drei Wochen Bettruhe ernsthafte Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Direkt im Anschluss an die Bettruhe mussten die fünf Männer zwei Monate lang an einem intensiven Ausdauertraining teilnehmen. Danach verbesserte sich ihr VO2max durchschnittlich um 42 Prozent. Das heißt die jungen Männer hatten eine um 15 Prozent höhere Leistungsfähigkeit als vor der Bettruhe. Das Schlagvolumen verbesserte sich in ähnlichem Umfang. Das Training machte sämtliche Herz-Kreislauf-Probleme wieder weg. Aber nicht nur das! Durch das Training wurden die jungen Männer fitter, als sie vor der Studie waren. In nur 8 Wochen!

50 J.: Dreißig Jahre später wurden die Männer wieder untersucht. Sie waren nun 50 Jahre alt. Ihr Herz-Kreislauf-System war zwar durchschnittlich schlechter als es im Alter von 20 Jahren war, aber nicht so schlecht wie nach der damaligen dreiwöchigen Bettruhe. Die fünf Männer durften nach der erneuten Eingangs-Untersuchung trainieren. Dieses Mal sechs Monate lang, allerdings nicht so intensiv. (Sprich: Altersangepasst. Bitte schmunzeln Sie mit…). Nach Abschluss des Trainings ähnelten ihre Werte denen von vor 30 Jahren, bevor sie die Bettruhe angetreten hatten.

6 Monate Training verjüngte ihr Herz-Kreislauf-System um 30 Jahre.
Eine Aussage, die Ihnen in den Ohren dröhnen sollte!

60 J.: Mit 60 wurden sie wieder untersucht. Drei hatten mittlerweile Bluthochdruck und zwei Vorhofflimmern entwickelt. Vorhofflimmern ist ja die häufigste Art von Herzrhythmusstörungen. Ihr VO2max war jetzt so schlecht wie nach der dreiwöchigen Bettruhe im Alter von 20 Jahren.

Ergebnis der Studie: 3 Wochen Bettruhe (damals mit 20 J.) lassen Ihr Herz-Kreislauf-System genauso altern wie 40 Jahre normales Leben

Natürlich liegt der Durchschnittsbürger nicht die ganze Zeit im Bett, aber fast. Er schläft, sitzt im Auto und am Schreibtisch, schläft auch dort …, geht einige Meter, sitzt auf der Couch und liegt dann im Bett. Das ist nicht ganz Bettruhe, aber trotzdem viel zu wenig körperliche (!!!) Anstrengung. Dieser Müßiggang macht alt und schlapp, mit 60. Er schadet ihrem Herzen, den Blutgefäßen und führt zu Bluthochdruck. Mit 60.

Spontan fällt Ihnen (forever young-geschult) jetzt ein: Ich laufe … um mein LEBEN!

Quelle: Mitchell JH, Levine BD, McGuire DK. The Dallas Bed Rest and Training Study: Revisited After 50 Years. Circulation. 2019;140(16):1293-1295.VORHERIGE NEWSZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

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