Vorsorgeuntersuchung

Der Frauenarzt: Ein Wunder!

30.09.2021  Strunz GmbH  Drucken

Zwar glaube ich persönlich an „Wunder“, bin aber aufgrund meiner Ausbildung als Wissenschaftler eher geneigt, nach (verborgenen) Ursachen der sogenannten Wunder zu forschen. In aller Regel wird man fündig. Mit ein bisschen Mühe.

Beispiel aus der Gynäkologie gefällig? Da findet sich bei einer Vorsorgeuntersuchung bei einer jungen Dame (35 Jahre) ein verdächtiger Abstrich (vom Muttermund), also verdächtige Zellen, präziser

Pap IVa

Sie wissen alle, was dies bedeutet: Alarm! Wörtlich „schwere Zellveränderungen, möglicherweise Frühstadium Krebs. Operation (Konisation) dringend empfohlen.“

Praxisalltag bei jedem Gynäkologen. Gar nicht Alltag bei jeder einzelnen Patientin. Die sind „bestürzt, verunsichert, haben Angst“. Mit Recht.

So auch diese Patientin. Die mir dann aber das „Wunder“ schildert mit:

„MEIN PAP IVA WAR ÜBRIGENS BEREITS IM MÄRZ, ALSO IM ERSTEN MONAT NACH DEM BESUCH BEI IHNEN, KOMPLETT VERSCHWUNDEN UND DAS GEWEBE UNAUFFÄLLIG. MEIN FRAUENARZT KONNTE SICH DAS NICHT ERKLÄREN“.

Das wars auch schon. Dicht beieinander die alte, die Versagermedizin und die neue, die heilende Medizin. Frohmedizin. Molekularmedizin. Heilung in bereits vier Wochen? Heilung von einer dringend verdächtigen Krebsvorstufe?

Kann sich ein vernünftiger Frauenarzt, wie gesagt, nicht erklären. Nun ja: Wir können das. Sie, liebe Leserinnen, inzwischen auch.

Vielleicht sollte man dem Frauenarzt wirklich einmal empfehlen, sich mit Nobelpreisen in der Medizin zu beschäftigen? Zum Bespiel mit dem Nobelpreis 2018? Der präzise den Hintergrund dieses „Wunders“ beschreibt.

Immer wieder meine ernst gemeinte Frage: Wozu forschen wir eigentlich, wir Menschlein? Wenn auch sensationelle Forschungsergebnisse im Papierkorb verschwinden? Im Papierkorb VERANTWORTLICHER MENSCHEN, WIE UNS ÄRZTEN? Die wir schlussendlich über Leben und Tod entscheiden? Die wir einen Eid geschworen haben?

Lassen Sie mich einen zweiten Gedanken anfügen: Vorsorge ist ein kritisches Thema. Haben viele von Ihnen (Männer) spätestens beim Thema PSA verstanden. Von routinemäßiger PSA-Bestimmung (Stichwort: Prostatakarzinom) wird in den USA ja bereits abgeraten. Weil das häufig genug zu überflüssigen (!) schwerwiegenden Eingriffen führt. Dazu ein Beispiel aus der Praxis des Frauenarztes. Hatte ich Ihnen am 20.06.2017 – ziemlich atemlos, sehr verblüfft – beschrieben. Darf ich noch einmal?

Früherkennung. Der Pap-Abstrich

Eine gute Idee. Vorbeugen, um später nicht zu leiden. Rechtzeitig hingucken. Der gesunde Menschenverstand hält diese Vorstellung für vernünftig.

Ging mir auch so. Bis ich von einem Gerichtsurteil gehört habe. Da wurde eine Arzthelferin eines Linzer Frauenarztes zu 5 Monaten auf Bewährung und 700 Euro Geldstrafe verurteilt. Was die getan hatte?

Die hat 99 Patientinnen den Krebsbefund nicht mitgeteilt. 6 Jahre lang. Halt, halt: Noch einmal ganz langsam: Zur Früherkennung beim Frauenarzt gehört der Abstrich am Muttermund. Der Pap-Abstrich. Zur Früherkennung des Zervix-Carcinoms. Einfache Untersuchung, sehr vernünftig.

War also bei 99 Patientinnen auffällig. Verdächtig auf Krebszellen. Nur war die Arzthelferin sehr sensibel. Die fand einfach nicht den Mut, den Patientinnen dies telefonisch mitzuteilen. Hat´s unter den Tisch fallen lassen.

Entsetzt hat man die 99 Patientinnen selbstverständlich – 6 Jahre später – angeguckt. Untersucht. Ergebnis:

Bei keiner einzigen Betroffenen ist durch die Verschleppung der Behandlung
Schaden entstanden.

Im Gegenteil: Die meisten Krebsstufen waren bei der
Nachuntersuchung verschwunden.

Nur in sechs von 99 Fällen war eine Konisation erforderlich. Also eine Gewebsabtragung.

Hatte die Arzthelferin einen Engel? Hat der 99-mal Angst, Leid, Schrecken, schlaflose Nächte … erspart?

Nach dem Urteil übrigens hat eine der „betrogenen“ Patientinnen die Arzthelferin umarmt. Sich „überschwänglich bedankt“ mit den Worten: „Wenn Sie damals den Befund nicht hätten verschwinden lassen, wäre ich operiert worden und hätte mich einer Krebstherapie unterziehen müssen“. Das also ist Vorsorge. Moderne Medizin. Drohmedizin.

Frohmedizin hieße – natürlich auch rechtzeitig – Laufen, genetisch korrekt essen und Stress weg atmen. Dann sollten solche Zellen gar nicht erst entstehen. Sie haben die Wahl.VORHERIGE NEWSZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

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