12 Wochen Vitamin B3

Der grüne Star

11.10.2021  Strunz GmbH  Drucken

Das Glaukom ist weltweit die häufigste Ursache für (irreversible) Erblindung. Selten macht man sich klar, dass es hier erst um Schädigung, dann um Zerstörung von Ganglienzellen in der Netzhaut (Retina) und dann der Nervfortsätze (Axone), aus denen der Sehnerv besteht, geht.

In kurzen Worten: der Sehnerv wird erst beschädigt und ist dann komplett zerstört. Man ist blind.

Was tut man bisher? Man kümmert sich um die Senkung des Augen-Innendrucks. Häufigste Ursache für Schädigung des Sehnervs. Idealdruck übrigens (wussten Sie das?) 12,6 mmHg. Ist der Sehnerv bereits beschädigt, versucht man, den Druck unter 15 mmHg einzustellen. Bei intaktem Sehnerv (noch keine Schädigung) genügt die Senkung des Drucks unter 20 mmHg. So der Stand heute.

Kaum beachtet werden die dahinterstehenden neurodegenerativen Vorgänge auf der Ebene der Netzhaut und des Sehnervs. Da erwacht der Molekularmediziner in mir.

Bekannt war, dass Glaukom-Patienten einen besonders niedrigen NAD-Serum-Spiegel aufweisen. Sie erinnern sich? NAD ist derzeit in den USA ein Geheimtipp für „mehr Energie“. Vorstufe von NAD das Ihnen bekannte

Vitamin B3
oder Nicotinamid (NAM).

Mit diesem Wissen hat man eine hochkorrekte randomisierte, Placebo-kontrollierte Crossover-Studie an 57 Patienten durchgeführt. Grob: 3g Vitamin B3 wurden getestet gegen Placebo.

Kontrolliert wurde die Messung der Sehschärfe, der Augeninnendruck, der Blutdruck, die elektrische Aktivität der Zellen in der Netzhaut (Elektro-Retinografie) sowie Gesichtsfeldtest. Kennen manche von Ihnen.

ERGEBNIS: Nach 12 Wochen Vitamin B3 „signifikante Verbesserungen“. Sowohl der Sehfunktion als auch der Funktion der Nervenzellen.

Professor Hui: Täglich hohe Dosen von Vitamin B3 … können den vom Glaukom betroffenen Zellen (Nervenzellen!) helfen, besser zu funktionieren.

Bemerkenswert: Diese ist die erste (!!!) Vitamin-B3-Studie am Menschen, die Neuroprotektion am Augennerv beweist.

Quelle: Clin & Exp Ophtalm. Sept. 2020, doi: 10.1111/ceo.13818VORHERIGE NEWSZURÜCK ZUR ÜBERSICHTNÄCHSTE NEWS

Babywunder NAC

12.10.2021  Strunz GmbH  Drucken

Obwohl Fehlgeburten häufig sind, wird nicht oft darüber gesprochen. Für viele bedeuten sie Trauer, oft auch Depressionen danach. Da sich immer mehr Paare immer später im Leben für Nachwuchs entscheiden und das Risiko einer Fehlgeburt mit zunehmendem Alter steigt, erleben heute mehr und mehr dieses traumatisierende Schicksal.

Bereits vor über 10 Jahren postulierten Wissenschaftler einen naheliegenden Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Fehlgeburten. Ihrer Ansicht nach löst der oxidative Stress eine Kaskade an Veränderungen aus, die letztendlich zur Fehlgeburt führt. Ihre Idee, um das Problem einzukreisen, vielleicht sogar zu lösen:

Durch Reduktion des oxidativen Stresses müsste die Rate an Fehlgeburten sinken.
Als Antioxidans wählten die Wissenschaftler N-Acetyl-Cystein (NAC).

Insgesamt nahmen 169 Frauen an einer Studie zur Wirksamkeit von NAC teil. 80 von ihnen hatten bereits mehrere Fehlgeburten erlitten. Sie erhielten während der Schwangerschaft 0,6 g NAC plus 500 µg Folsäure pro Tag. Die anderen 89 Frauen, die bislang keine Fehlgeburt erlebt hatten, erhielten nur 500 µg Folsäure täglich. Das Ergebnis überzeugt. Die Kombination aus NAC und Folsäure erhöhte signifikant die Rate der gesund geborenen Babys. Die alleinige Gabe von Folsäure führte nicht zu einem vergleichbaren Resultat.

Da NAC ein fast natürlicher Stoff ist, wird er wunderbar vertragen. Im Körper kommt nur Cystein vor, eine bedingt essentielle Aminosäure. Sie ist allerdings unstabil, N-Acetyl stabilisiert sie. Daher bietet sich die Verbindung der beiden Stoffe an. Außerdem wird diese Verbindung über den Darm besser aufgenommen als reines Cystein.

Mich beglücken Studien dieser Art. Wie viel Leid und Trauer kann vermieden werden, wenn wir nutzen, was uns zur Verfügung steht. Gleichzeitig wundere ich mich über den reduzierten Ansatz. Gegen den oxidativen Stress wird ein Antioxidans gegeben. Fertig. Als ob der oxidative Stress gottgegeben wäre. Ist er nicht. Er entsteht durch falsche Ernährung, vor allem durch leere Kohlenhydrate, durch Bewegungsmangel und durch psychischen Stress. Das können Sie alles ändern und Sie können zusätzlich noch mehr Antioxidantien einnehmen.

Diese zentrale Idee, das Rezept für mehr Lebensglück finden Sie festgehalten schon 4 Jahre vorher. Vor der Studie. Nämlich 2004. Buchcover unten.

Quelle: Amin AF, Shaaban OM, Bediawy MA. N-acetyl cysteine for treatment of recurrent unexplained pregnancy loss. Reprod Biomed Online. 2008;17(5):722-726.

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