Turbo fürs Immunsystem

Sie sind gewappnet: MRE

Artikel .1146 vom 01.11.2021

Laut der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, droht bereits die nächste globale Gesundheitskrise: Multiresistente Keime (MRE). Das sind Bakterienstämme, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt. Die WHO rechnet mit weltweit 10 Millionen Todesfällen pro Jahr in 2050.

Immer diese Horrornachrichten. Da grauts mir.

Aber von Anfang an. Das Problem ist menschengemacht. Antibiotika töten Bakterien ab. Das ist in vielen Fällen lebensrettend. Vielfach werden Antibiotika aber falsch eingesetzt, vor allem in der Erkältungszeit. Sie helfen kaum. Das wissen auch die Ärzte, nur gehen sie den Weg des geringsten Widerstandes, denn etliche Patienten erwarten, dass ihnen ein Antibiotikum verschrieben wird.

Mit jeder Einnahme des Medikaments steigt der Druck auf die Bakterien. Wie alle anderen Lebewesen mutieren sie. Durch Zufall entstehen neue Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind. Sie vermehren sich in den Körpern der Menschen, die öfter Antibiotika einnehmen, besonders stark. Und sie werden munter zum Nächsten dem lieben Mitmenschen, übertragen.

Die unnötig verschriebenen Antibiotika in den Hausarzt-Praxen ist das eine Problem. Das andere Problem ist der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Masthühner werden zu Tausenden in einem Stall gehalten, auf viel zu engem Raum. Täglich werden die Tiere nach Krankheiten grob, oberflächlich (wie auch sonst) untersucht. Zeigen nur wenige Tiere Anzeichen, werden dem Trinkwasser Antibiotika zugesetzt. Davon trinken nicht nur die betroffenen Tiere, sondern alle. Die ideale Bedingung für die Bildung multiresistenter Keime.

Übrigens ist in der Bio-Landwirtschaft die Gabe von Antibiotika viel strenger geregelt. Erhalten Tiere mehr als einmal pro Jahr Antibiotika, dürfen sie nicht mehr als Bio-Ware verkauft werden. Ökobauern sind daher sehr zurückhaltend mit dem Einsatz und setzen lieber auf gute Lebensbedingungen für die Tiere.

Die WHO und viele Länder kennen die Gefahr. In Deutschland gehen die Antibiotika-Verschreibungen zurück. Gut so. Es wird auf strengere Regelungen in der Tierhaltung gedrängt. Gut so. Außerdem setzt die Politik auf die Entwicklung neuer Medikamente. Gar nicht gut so. Dauerzustand gesichert.

Ach Kinder! Mal nachdenken? Das verschiebt das Problem nur weiter.

Wir haben die effektivste Waffe gegen multiresistente Keime bereits – unser Immunsystem. Wir müssen es nur richtig einsetzen.

So einen ähnlichen Gedanken hatten drei Wissenschaftler der Charité in Berlin. Sie suchten nach wissenschaftlichen Artikeln, die sich mit der antimikrobiellen Wirkung von Vitamin D beschäftigten. Also nur einer einzelnen natürlichen Substanz. Freilich: Immerhin ein Anfang. Ergebnis:

Vitamin D könnte gegen multiresistente Keime helfen. Bislang wurde die Wirkung des Vitamins allerdings noch nicht systematisch erforscht.

Auf der einen Seite freut mich das Ergebnis. Es tut sich was. Auf der anderen Seite, … dieses ständige könnte, eventuelle, möglicherweise.

Vitamin D heilt. Vitamin D stärkt das Immunsystem. Ich habe es tausendfach bei meinen Patienten gesehen. Viele, viele Ärzte in Deutschland ebenfalls. Es ist daher nur logisch, dass Vitamin D auch gegen multiresistente Keime wirkt. Eine Selbstverständlichkeit.

Wenn die Kollegen in der Charité erst mal das (geheimnisvolle?) Aminogramm entdecken würden … So in 10 bis 15 Jahren dürfte das der Fall sein. Nota bene: In der Tiermedizin ist Zufütterung von Aminosäuren längst selbstverständlich. Na ja: Da geht´s ja auch um WERTE, sprich Geld.

Quelle: Golpour A, Bereswill S, Heimesaat MM. Antimicrobial and Immune-Modulatory Effects of Vitamin D Provide Promising Antibiotics-Independent Approaches to Tackle Bacterial Infections – Lessons Learnt from a Literature Survey. Eur J Microbiol Immunol (Bp). 2019;9(3):80-87.

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Tryptophan: Der Turbo fürs Immunsystem

31.10.2021  Strunz GmbH  Drucken

Bei Tryptophan denken Sie bestimmt als erstes an das Glückshormon, an Serotonin, welches aus der essentiellen Aminosäure entsteht. Wird übrigens auch Chefhormon genannt (FAZ), weil es nicht nur „gute Laune“ macht, sondern auch „Abstand, Überblick, Souveränität“ schenkt (Zitat).

Vielleicht denken Sie als Betroffene auch an Darmentzündungen, die mit Tryptophan heilen. Unser Körper benutzt Tryptophan aber nicht nur für die Stimmung und die Darmgesundheit, Tryptophan verhilft auf vielen unterschiedlichen Wegen zu mehr Lebensfreude.

Bei Entzündungen oder Verletzungen wird vermehrt Tryptophan abgebaut. Das habe ich am eigenen Leibe nach meinem schweren Unfall erlitten. Mein Spiegel ist in kürzester Zeit von gewohnt sky-high ins Defizit abgerutscht.

Auch chronische Entzündungsreaktionen fressen Tryptophan schlichtweg auf. Da bleibt wenig für die Herstellung von Serotonin. Menschen mit chronischen Erkrankungen leiden alle (alle!) an konstanten Entzündungsreaktionen. Fast jeder Ältere ebenso. Ihnen allen fehlt dann zwangsläufig Tryptophan und somit Serotonin, das Glückshormon. Kein Wunder, dass viele Senioren so oft so schlecht gelaunt sind. Jedenfalls in Deutschland …

Tryptophan kann ganz banal gegessen (sagen Sie gelegentlich noch „Danke“?), entzündungshemmend helfen. Dabei hängt die Wirkung von zwei Faktoren ab:

1. Wie viel Tryptophan dem Organismus zur Verfügung steht.

Ist viel Tryptophan vorhanden, wird die essentielle Aminosäure in mehrere weitere Stoffe umgebaut. Einige von ihnen wirken direkt positiv auf das Immunsystem. Vor allem kommt es bei einer guten Versorgung mit Tryptophan nicht zu den gefährlichen Überreaktionen des Immunsystems. (z.B. Cytokin-sturm)

2. Die Aktivität eines bestimmten Enzyms.

Das heißt IDO. Wenn es zu aktiv ist, wird zu viel Tryptophan zu Kynurenin abgebaut, ein Anzeichen für schädliche Entzündungsreaktionen (News vom 18.06.2021). Zeigt IDO eine normale Aktivität, verbleibt genügend Tryptophan im Organismus und kann in die gewünscht entzündungshemmenden Stoffe umgebaut werden.

Die Aktivität des Enzymes namens IDO können Sie steuern. Besonders Sport, Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und ein gesunder Darm (ach ja. Ich höre Ihren Stoßseufzer…) führen zur normalen Aktivität. Dann wirkt Tryptophan gewünscht entzündungshemmend.

Sie sehen, mit der schlichten Einnahme einer Substanz ist es eben nicht getan. Allenfalls selten. Denn: Ist das Enzym zu aktiv, zeigt die Einnahme von Tryptophan keine positive Wirkung. Sie sind enttäuscht.

Sie brauchen alle essentiellen Stoffe, einen gesunden Darm und viel Bewegung, damit Tryptophan positiv auf Ihr Immunsystem wirkt.

PS: All den wirklich armen Depressiven ins Gebetbuch: Tryptophan allein – genau wie ein Psychopharmakon allein – führt selten ins Glück.

PS II: Viele von Ihnen wollen (!) einfach nicht verstehen, weshalb die Blutanalyse (DIE!) so umfangreich ist, so viel kostet. Denken Sie mal anders herum: Glauben Sie wirklich, es macht einem 77-jährigen Herrn Spaß, Tag für Tag bis in die Nacht jeden einzelnen der vielen, vielen Parameter durchzuchecken, einzuordnen und zu kommentieren??? Nein? Glauben Sie auch nicht? Dann haben Sie verstanden, weshalb so wenig Ärzte diese „Wundermedizin“ kopieren. Die haben nämlich Privatleben & Familie …

Quelle: Weyh C, Krüger K, Strasser B. Physical Activity and Diet Shape the Immune System during Aging. Nutrients. 2020;12(3):622.VORHERIGE NEWSZURÜCK ZUR ÜBERSICHTNÄCHSTE NEWS

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